Heute moechte ich ein bisschen ueber einen weiteren Aufendhalt im Krankenhaus berichten, denn dieser beschaeftigt mich immer noch. Es ist eigentlich nichts grossartiges passiert, aber trotzdem...und dann noch ein paar Anmerkungen zu den Geschehnissesn am Wochenende in Baph...
Das letzte Wochenende waren wir volunteers ausser Haus, ein wahrlich wunderschoenes Wochenende mit einem Ausflug in eine Naturreserve, aber darueber ein anderes Mal...
Als wir dann am Samstag Nachmittag davon zurueck kamen, erwarteten uns auch schon aufgeloeste Sisis (Careworker). Es habe einen Zwischenfall gegeben und zwei Babies mussten ins Krankenhaus. Da wir ja nicht da gewesen waeren und nicht erreichbar waeren eine Sisi aus dem Babyhaus und eine aus Cluster 2 mit ihnen im Red Cross. Das wr natuerlich ein grosses Drama. Es war am Wochenende, naja eigentlich schon die Tage davor auch, unheimlich heiss und drueckend gewesen; die schlimmsten Hitzewaelle kommen im Februar. Kleine Kinder sind da besonders empfindlich, besonders wenn sie nicht genuegend Wasser bekommen, was wohl hier der Fall war. Also waren zwei total dehydriert und dazu noch Fieber (alles lag natuerlich nicht nur am Wetter aber das hat es doch noch mal bestaerkt). Nun ja, dass war alles ein bisschen bloede, denn wir hatten Tckets fuer das Musical Beauty and the Beast und konnten die Sisis nicht sofort abloesen. Die Loesung und das Ende: Ein Baby, Mahle, hat ein Bett im Long-stay-ward bekommen und das andere Yeyam, durfte mit Antibioticum wieder nach Hause. Also konnten Anil, Allison, Marie und ich in das Musical gehen. Danach war dann noch Remmidemmi auf der Longstreet in Kapstadt und genaechtigt wurde im Backpacker.
Dann waren wir am naechsten Tag noch bissl unterwegs, sind aber nicht alzu spaet am Mittag wieder nach Baph zurueck gekehrt. Schon wieder Aufloesung unter den Sisis und Lina ist mit Nikita wegen Blut in der Windel ins Krankenhaus. Auch Antibioticum und wieder nach Hause. Im Babyhaus war immer noch Aufregung und alle Sisis, auch die aus den Clustern waren da um zu helfen, selbst Mama Rosie kam um zu schauen was denn los waere, denn sie war besorgt. Wir wurden gerufen. Dann sahen wir Asanda, ein schaetungsweise (genaue Daten gibt es nicht) 1 1/2 jaehriges Maedchen. Sie war wirklich vollkommen dehydriert (ausgetrocknet), was besonders darans ehen kann, wenn man am BAuch die Haut ein bisschen nach oben zieht und sie eine Weile braucht um zurueck zu gehen. Normalerweise ist sie da innerhalb von wenigen Millisekunden, hier hat man die Stelle noch ewig gesehen. Ab ins Krankenhaus, auch wenn es Sonntag abend war und ich mich auf einen gemuetlichen Abend gefreut hatte, aber die Gesundheit und das Wohl der Kinder ist nunmal vorrangig hier.
Asanda, sie weigerte sich seit TAgen etwas zu essen und wurde immer schwaecher, dazu kam erhoehte Temperatur udn Durchfall, am Ende hat sie noch angefangen mit Blut im Durchfall....Sie wirkte so unheimlich klein und schwach und aus ihren Augen kam ein so trauriger Blick mir entgegen, da tat mir das Herz wirklich weh. Ich landete im RXH auch sehr schnell im Short-stay-ward S11 im Rehydration Raum A9, wo ich ueber Nacht blieb.
Am naechsten Morgen wurde ich gegen 10am von Lina abgeloest, denn unsere Aerztin war da zur arbeit und ich musste zurueck. Was mit Asanda passieren sollte war noch nicht klar, sie wollten noch auf Ergebnisse warten.
Doch in Baph blieb ich auch nicht wirklich lange. Erst haben wir uns ein paar Kinder angeschaut die irgendwelche Wehwehchen hatten, dann kam Katie und hat mich gebeten mit Tamara ins Krankenhaus zu gehen. Bridget hat mich hingefahren auf dem Weg nach Hause.
im Red Cross musste ich lange in einer ewigen Schlange von Muettern mit ihren Babies/kindern sitzten und warten, alle im Emergency. Doch als ich dann endlich die Doktorin sehen konnte hat sie mich ohen lange zu zoegern nach A9 geschickt, wo auch noch Lina war, die noch eine Nacht da bleiben musste mit Asanda. A9 deshalb, weil auch Tamara keien Fluessigkeit zu sich nehemn wollte und total ausgetrocknet war.
Tamara; sie ist am 25.11.2008 geboren wenn ich mich nicht taeusche, also heute 2 1/2 Monate alt. Doch ist sie auch fast 2 Monate zu frueh auf die Welt gekommen und das ist sehr deutlich. So bringt sie ganze 1.8 kg auf die Wage, besteht sozusagen nur aus Haut und Knochen udn ist unheimlich schwach. Dazu kommt noch, dass sie HIV+ ist, was dem ganzen noch die Krone aufsetzt. Doch ist sie eine kleine Prinzessin. Ein unheimlich zartest Gesicht mit dunklen Augen die dich anschauen, dass man darin versinken koennte. ihre Haende sind elegant und ihre Finger unheimlich lang, auch ihre Fuessse sidn so zierlich. Wenn man sie auf dem Arm, nein eigentlich fast auf der HAnd haelt ist das wie, wenn man nichts traegt, einfach ein kleines Wuermchen. Wir haben versucht ihr Bluta bzunehmen um das zu testen, das war ein riesen Akt, denn wir haben einfach keine Ader gefunden, alles war so klein. Immer wenn wir in eine gestochen haben ist nichts gekommen, letztenendes haben wir dann das Blut aus dem Loch der Nadel heruasgepresst und direkt vom Arm genommen. Einen Trip konnten wir nicht machen, weil man dafuer auch eine Ader braucht an Arm, Hand oder Kopf und es einfach nichts gab. Aber sie hat einen Schlauch durch die NAse in den Magen bekommen, wodurch sie wenigstens die noetigste Fluessigkeit eingefuehrt bekommen hat. Die Nacht kam, Lina neben mir mit Asanda. Ich glaueb ich habe noch nie eine solche Nacht gehabt im RXH. Geschlafen...? etwa 10-20 Minuten im gesamten. Ich konnte einfach nicht, so gross war meine Sorge um die kleine Tamara. Ich bin immer nach ein paar Sekunden wieder hochgeschreckt, weil ich dachte es wuerde etwas passieren oder koennte, wenn ich einnicken wuerde. Ich hielt sie an meine Brust gelegt oder beobachtete sie in ihrem Bettchen, aber an Schlaf war nicht zu denken. Und immer wieder habe ich versucht ihr etwas zu trinken zu geben, aber sie hat verweigert, alles. Nichtmal mit einer Spritze (ohne Nadel, einfach oral) konnte ich ihr etwas in den Mund geben, sie konnte es nicht schlucken und es kam wieder heraus. Aber aufgeben wollte ich nicht. Am naechsten Morgen hatte ich dann selber erstmal nen Zuckerschock oder aehnliches, denn mein Koerper war ueberanstrengt durch das wachen in der Nacht. Lina hat mich dann mit einem Schockoriegel versorgt, was geholfen hat. Fast haette ich noch eine Nacht bleiben muessen - ich haette niemals jemand anderen an ihr Bett gelassen, zuhause haette ich nicht schlafen koennen vor Sorge - doch dann haben sowohl Lina wie auch ich fuer unser Kind ein Bett im Somerset Hospital bekommen, wo das Kind auch alleine bleiben kann und gut versorgt wird.
Ich bin gluecklich wieder zu Hause zu sein, und doch muss ich die ganze Zeit an Tamara denken. Sie ist so winzig und schwach; ich bete zu Gott, dass sie es schaffen wird und die Kraft findet zu kaempfen!
Donnerstag, 12. Februar 2009
Donnerstag, 29. Januar 2009
Kleiner Zwischenfall hinter den Mauern von Baph
Ich will daraus eigentlich kein grosses Ding machen aber ich denke das ich es trotztdem erwaehnen moechte. Um auf den Punkt zu kommen (einige warden es auch schon durch meinen Rundbrief erfahren haben) bei uns wurde eingebrochen waehrend wir volunteers in Cape Town waren und mir wurden so gut wie alle wichtigen und wertvollen Dinge geklaut (Laptop, Digicam, Schmuck, Geld, Bankkarten, MP3-Player und und und). Es ist manchmal noch schwer das zu begreifen, den besonders mein Laptop war mir sehr am Herzen, dad a wirklich alles drauf war – Bilder, Dokumente, Musik, Filme… – und ich natuerlich, so bloed wie ich bin, bisher gutglaeubig noch keine Sicherheitskopie gemacht hatte. Den Rest kann man theoretisch ersetzten, auch wenn es Geld kostet, aber das nicht. Abe rich muss es auch von einer anderen Seite sehen, den ich bin hier nicht in Deutschland – wo das natuerlich ohne Frag auch passieren kann – sondern in Suedafrika, genauer gesagt in Khayelitsha, was zu dem zweit gefaehrlichsten Ort auf der Welt gehoert. Da ist sowas doch an der Tagesordung und keine Besonderheit, eher eine Lapalie. Und ausserdem, so grotesk das auch klingen mag, es ist doch auch spannend, zu erleben wie das bei sowas dann hier ablaeuft. Wir sind um 2.15 Uhr in der NAcht zurueck gekommen und haben den Einbruch entdeckt und nartuerlich gleich die Polizei gerufen. Die is gekommen und hat sioch allen angeguckt udn gesagt wir sollen nichts anfassen fuer die Spurensicherung. Dan noch ein paar Fragen und die Versicherung von mir am naechsten morgen auf dei Polizeistaion zu kommen um einen File aufzumachen. Gesgat getan, ich hab in der andern Flat auf dem Sofa geschlafen und am naechsten Morgen sind Anil, Freddie und ich zur Ploizei. Dort musste ich einige Fragen beantworten und angeben was mir gestohlen wurde (den es wurde eiegntlich nur mir etwas geklaut und den anderen nichts, da mussten die Skolis – welche wir unter Verdacht haben – wohl schnell fliehen, den so sah es aus). Dann bin ich nach Hause. Spaeter kam dann wirklich der Mensch von der Spurensicherung und hat Fingerabdruecke genommen. Ich denke zwar nicht, das etwas zurueck kommen wird, aber es muss ja trotzdem alles nach Vorschrift verlaufen. Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden, wenn es acuh noch manchmal schwer faellt. Nur hier in Baph hat sich so einiges danach geaendert. Den nun haben wir ueberall Gitter an den Fenstern und es werden mehr Sicherheitsmassnahmen vorgenommen. Wie es weiter laeuft? Keine Ahnung! Als Abschluss kann ich noch sagen: ich bin froh das es nru miene SAchen waren und nicht uins selber etwas passiert ist! Wir sind noch alle heil und sicher und munter und das ist auch gut so! Also macht euch keine Sorgen!
Donnerstag, 22. Januar 2009
ein kleiner Jahresrückblick
Ein bisschen verspätet so Mitte Januar, aber ein ganzes Jahr Revue passieren zu lassen, vor allem ein Jahr in dem so viel geschehen ist, das braucht so seine Zeit.
Um diese Zeit vor einem Jahr stand ich noch mitten im Schulleben und es ging auf den Endspurt zu. Alle Gedanken kreisten um das Abitur, das so kurz vor der Türe stand und doch blieb ein bisschen Platz auch noch für das, was danach kommen sollte, Südafrika.
Den Gedanken weg zu gehen habe ich ja schon seit einigen Jahren mit mir herum getragen, aber nun musste auch etwas getan werden und das habe ich dann letzten Endes auch (sonst wäre ich ja nicht hier), wenn auch etwas überstürzt. Kurzfristig zu einem Orientierungsseminar nach Karlsruhe und die Entscheidung für Südafrika, obwohl es schien, dass keine Stelle mehr frei wäre. Dann an einem Dienstag die Bewerbung abgeschickt und am Donnerstag die Antwort bekommen, ob ich am Samstag nach Ulm zum kennen lernen für das Projekt Baphumelele kommen könnte. Keine Frage, ich fuhr hin, und bekam am Ende eine Zusage, die ich nur unterschreiben musste. Diese Unterschrift war schon ein großer Schritt, aber das war auch bald getan, denn lange konnte ich mich mit den Gedanken damit nicht befassen, die mussten in der Schule und im Unterricht sein, wo gegen Ende immer mehr nicht klappen wollte. Die Anspannung stieg von Tag zu Tag enorm und kurz vor dem schriftlichen bin ich dann noch mit einer guten Freundin nach Taizé gefahren, um wieder zu mir selbst zu finden und in Ruhe zu lernen, ohne den Stress von außen. Wer Taizé nicht kennt, es ist ein Kloster in Frankreich und einer der schönsten Orte, die ich kenne. Nach Taizé hatte ich das Gefühl so gut wie es ging nur vorbereitet zu sein und es ging in die Prüfung. Wie ich Mathe überstanden habe, habe ich bis heute keine Ahnung, aber dann war der erste Teil geschafft. Und nun in die zweite Runde. Dazwischen habe ich noch ein bisschen meine Tour durch Deutschland geplant, denn ich wollte noch mal alle sehen, bevor es dann soweit weg ging.
Mündliches. Deutsch, eine Enttäuschung, über die ich aber mittlerweile hinweg bin, Französisch, ich war froh es hinter mir zu haben, denn davor hatte ich immer am meisten Angst. Es lief jedenfalls nicht in den Keller. Dann kam der letzte Tag, Bio. Die Prüfung habe ich mit ach und krach hinter mich gebracht, nachdem ich sie fast verschlafen hatte. Und dann: ABI!!! Die Anspannung verschwand so langsam und ich konnte es noch nicht wirklich fassen. Dann ging es auch schon weiter. Denn meine Deutschlandtour musste starten. Es ging nach Hamburg, Berlin, Aachen, Füssen, München und Stuttgart. Und es war richtig schön.
Dann: packen und erledigen was noch zu erledigen war!
Was packt man denn so für ein Jahr in Südafrika im Township? Die besten Sachen blieben natürlich zu Hause. Eher etwas, was danach nicht mehr gebraucht wird, was also nicht das Wichtigste war. Letzten Endes hatte ich eine riesige Tasche voll und noch meinen Rucksack. Und dann kam der Tag der Abreise. Verabschiedung nach Verabschiedung und eine kleine Träne soäter ich saß mit der Mama im Zug nach Frankfurt. Ich denke das Tschüss sagen fiel ihr wesentlich schwerer als mir, denn sie musste da bleiben. während ich einem neuen Lebensabschnitt, einem neuen Abenteuer entgegen flog.
Der Flug fühlte sich an wie eine Sekunde, es war alles noch so unreal. Am Flughafen wurde ich dann abgeholt und es ging erst mal zum Einkaufen nach Mitchels Plain, das ist ein Coloured Township neben Khayelitsha. Dann sind wir später noch alle an unseren Khayabeach gefahren und auf dem Weg dahin habe ich dann auch gleich meine erste Leiche am Straßenrand gesehen, guter Einstieg!
Dann fing die Woche an. Erst mal alles und alle kennenlernen, sich zurechtfinden, die anderen Freiwilligen, das kleine Zimmer, andere Sprache... Gleich ein krasser Krankenhausbesuch in Khayelitsha mit einem unserer Mädchen und Freddie, wo wir mit übelsten Verhältnissen konfrontiert wurde. Bald darauf folgte ein Over-night-stay im Red Cross Hospital (RXH). Und dann die Verteilung der Arbeiten hier in Baphumelele. Das war alles nicht so einfach und doch gleichzeitig unheimlich spannend und schön.
Ich bin hier ja in ein total anderes Umfeld gekommen, andere Hautfarbe, andere Sprache, andere Ansichten und Sitten, anderes Verhalten, anders anders anders.
Nicht nur in Baphumelele selbst, natürlich auch das Verhalten der Mensch generell hier. Es wird immer ja gesagt, denn keiner will einen beleidigen oder ähnliches, aber es sollte (was wir schnell gemerkt haben) mindestens noch 3 Mal nachgefragt werden, denn meist kommt heraus, das der andere doch das Gegenteil will. Man ist immer freundlich zueinander und sagt Molo, Unjani? Philile, enkosi..... was so viel heißt wie hallo, wie geht’s dir, gut danke...
Und man sagt eigentlich immer, dass es einem gut geht!
Ich wurde hier mit offenen Armen aufgenommen, was unglaublich schön war. Man muss sich nicht ausgeschlossen fühlen. Mit der Sprache Xhosa? Na ja, ich versuche sie immer noch zu lernen, aber Johanna, Marie, Anil.... können es mit Abstand besser. Aber Englisch verstehen hier sehr viele, auch die Kleineren, und sonst verständigt man sich eben mit Händen und Füßen.
Es gibt hier so viele Eindrücke, die kann ich gar nicht so einfach beschrieben.
Am Anfang war alles noch ungewohnt und ich musste mich einleben doch jetzt, nach gut 5 Monaten hier in Khayelitsha, Südafrika, überlege ich mir sogar hier zu bleiben, also hier zu studieren. Denn das Land und die Menschen haben es mir eindeutig angetan. Ich habe mich verliebt in das alles hier.
Die Kinder einfach nur zu beobachten ist manchmal wie ein Wunder. Egal wie krank sie auch sein mögen, sie lachen und spielen und rennen herum. Natürlich merkt man bei ihnen manchmal oder auch öfter die Krankheiten und das schwache Immunsystem, einige sind sozusagen dauerkrank und ständig im Krankenhaus, was mich unheimlich nachdenklich und traurig macht.
In den letzten 5 Monaten war ich nun ca. 7 Mal über Nacht im Krankenhaus mit einem Baby und ich kann mich darüber nicht beschweren. Es ist immer eine unglaublich anstrengende Nacht, denn an Schlaf ist meistens nicht zu denken, aber ich kann kaum in Worte fassen was dabei geschieht. Man baut dabei eine unglaubliche Bindung zu dem Kind auf, ganz besonders weil ich sowohl mit Nikita, Somila und Imange jeweils 2 Mal über Nacht war. Man ist ganz alleine mit dem Kind (abgesehen von den Nurses und den anderen Müttern mit Kind). Füttert, wechselt Windeln, in den Schlaf wiegen, spielen...Es ist toll! Nach diesem Jahr werde ich zumindest für einem Teil wissen was es heißt Mama zu sein.
Wir haben hier noch andere Freiwillige von einer andern Organisation, AVIVA´s nennen sie sich. Die sind immer nur zwischen 1-3 Monate hier und dann gehen sie wieder. Jedes Mal wenn ich sehe, das wieder welche gehen fühle ich mich unglaublich glücklich, dass nicht ich diejenige bin, die Abschied nehmen muss. Ich schaue meinen restlichen Monaten mit Freude und Spannung entgegen und hoffe das ich noch einiges lernen und erfahren darf.
Um diese Zeit vor einem Jahr stand ich noch mitten im Schulleben und es ging auf den Endspurt zu. Alle Gedanken kreisten um das Abitur, das so kurz vor der Türe stand und doch blieb ein bisschen Platz auch noch für das, was danach kommen sollte, Südafrika.
Den Gedanken weg zu gehen habe ich ja schon seit einigen Jahren mit mir herum getragen, aber nun musste auch etwas getan werden und das habe ich dann letzten Endes auch (sonst wäre ich ja nicht hier), wenn auch etwas überstürzt. Kurzfristig zu einem Orientierungsseminar nach Karlsruhe und die Entscheidung für Südafrika, obwohl es schien, dass keine Stelle mehr frei wäre. Dann an einem Dienstag die Bewerbung abgeschickt und am Donnerstag die Antwort bekommen, ob ich am Samstag nach Ulm zum kennen lernen für das Projekt Baphumelele kommen könnte. Keine Frage, ich fuhr hin, und bekam am Ende eine Zusage, die ich nur unterschreiben musste. Diese Unterschrift war schon ein großer Schritt, aber das war auch bald getan, denn lange konnte ich mich mit den Gedanken damit nicht befassen, die mussten in der Schule und im Unterricht sein, wo gegen Ende immer mehr nicht klappen wollte. Die Anspannung stieg von Tag zu Tag enorm und kurz vor dem schriftlichen bin ich dann noch mit einer guten Freundin nach Taizé gefahren, um wieder zu mir selbst zu finden und in Ruhe zu lernen, ohne den Stress von außen. Wer Taizé nicht kennt, es ist ein Kloster in Frankreich und einer der schönsten Orte, die ich kenne. Nach Taizé hatte ich das Gefühl so gut wie es ging nur vorbereitet zu sein und es ging in die Prüfung. Wie ich Mathe überstanden habe, habe ich bis heute keine Ahnung, aber dann war der erste Teil geschafft. Und nun in die zweite Runde. Dazwischen habe ich noch ein bisschen meine Tour durch Deutschland geplant, denn ich wollte noch mal alle sehen, bevor es dann soweit weg ging.
Mündliches. Deutsch, eine Enttäuschung, über die ich aber mittlerweile hinweg bin, Französisch, ich war froh es hinter mir zu haben, denn davor hatte ich immer am meisten Angst. Es lief jedenfalls nicht in den Keller. Dann kam der letzte Tag, Bio. Die Prüfung habe ich mit ach und krach hinter mich gebracht, nachdem ich sie fast verschlafen hatte. Und dann: ABI!!! Die Anspannung verschwand so langsam und ich konnte es noch nicht wirklich fassen. Dann ging es auch schon weiter. Denn meine Deutschlandtour musste starten. Es ging nach Hamburg, Berlin, Aachen, Füssen, München und Stuttgart. Und es war richtig schön.
Dann: packen und erledigen was noch zu erledigen war!
Was packt man denn so für ein Jahr in Südafrika im Township? Die besten Sachen blieben natürlich zu Hause. Eher etwas, was danach nicht mehr gebraucht wird, was also nicht das Wichtigste war. Letzten Endes hatte ich eine riesige Tasche voll und noch meinen Rucksack. Und dann kam der Tag der Abreise. Verabschiedung nach Verabschiedung und eine kleine Träne soäter ich saß mit der Mama im Zug nach Frankfurt. Ich denke das Tschüss sagen fiel ihr wesentlich schwerer als mir, denn sie musste da bleiben. während ich einem neuen Lebensabschnitt, einem neuen Abenteuer entgegen flog.
Der Flug fühlte sich an wie eine Sekunde, es war alles noch so unreal. Am Flughafen wurde ich dann abgeholt und es ging erst mal zum Einkaufen nach Mitchels Plain, das ist ein Coloured Township neben Khayelitsha. Dann sind wir später noch alle an unseren Khayabeach gefahren und auf dem Weg dahin habe ich dann auch gleich meine erste Leiche am Straßenrand gesehen, guter Einstieg!
Dann fing die Woche an. Erst mal alles und alle kennenlernen, sich zurechtfinden, die anderen Freiwilligen, das kleine Zimmer, andere Sprache... Gleich ein krasser Krankenhausbesuch in Khayelitsha mit einem unserer Mädchen und Freddie, wo wir mit übelsten Verhältnissen konfrontiert wurde. Bald darauf folgte ein Over-night-stay im Red Cross Hospital (RXH). Und dann die Verteilung der Arbeiten hier in Baphumelele. Das war alles nicht so einfach und doch gleichzeitig unheimlich spannend und schön.
Ich bin hier ja in ein total anderes Umfeld gekommen, andere Hautfarbe, andere Sprache, andere Ansichten und Sitten, anderes Verhalten, anders anders anders.
Nicht nur in Baphumelele selbst, natürlich auch das Verhalten der Mensch generell hier. Es wird immer ja gesagt, denn keiner will einen beleidigen oder ähnliches, aber es sollte (was wir schnell gemerkt haben) mindestens noch 3 Mal nachgefragt werden, denn meist kommt heraus, das der andere doch das Gegenteil will. Man ist immer freundlich zueinander und sagt Molo, Unjani? Philile, enkosi..... was so viel heißt wie hallo, wie geht’s dir, gut danke...
Und man sagt eigentlich immer, dass es einem gut geht!
Ich wurde hier mit offenen Armen aufgenommen, was unglaublich schön war. Man muss sich nicht ausgeschlossen fühlen. Mit der Sprache Xhosa? Na ja, ich versuche sie immer noch zu lernen, aber Johanna, Marie, Anil.... können es mit Abstand besser. Aber Englisch verstehen hier sehr viele, auch die Kleineren, und sonst verständigt man sich eben mit Händen und Füßen.
Es gibt hier so viele Eindrücke, die kann ich gar nicht so einfach beschrieben.
Am Anfang war alles noch ungewohnt und ich musste mich einleben doch jetzt, nach gut 5 Monaten hier in Khayelitsha, Südafrika, überlege ich mir sogar hier zu bleiben, also hier zu studieren. Denn das Land und die Menschen haben es mir eindeutig angetan. Ich habe mich verliebt in das alles hier.
Die Kinder einfach nur zu beobachten ist manchmal wie ein Wunder. Egal wie krank sie auch sein mögen, sie lachen und spielen und rennen herum. Natürlich merkt man bei ihnen manchmal oder auch öfter die Krankheiten und das schwache Immunsystem, einige sind sozusagen dauerkrank und ständig im Krankenhaus, was mich unheimlich nachdenklich und traurig macht.
In den letzten 5 Monaten war ich nun ca. 7 Mal über Nacht im Krankenhaus mit einem Baby und ich kann mich darüber nicht beschweren. Es ist immer eine unglaublich anstrengende Nacht, denn an Schlaf ist meistens nicht zu denken, aber ich kann kaum in Worte fassen was dabei geschieht. Man baut dabei eine unglaubliche Bindung zu dem Kind auf, ganz besonders weil ich sowohl mit Nikita, Somila und Imange jeweils 2 Mal über Nacht war. Man ist ganz alleine mit dem Kind (abgesehen von den Nurses und den anderen Müttern mit Kind). Füttert, wechselt Windeln, in den Schlaf wiegen, spielen...Es ist toll! Nach diesem Jahr werde ich zumindest für einem Teil wissen was es heißt Mama zu sein.
Wir haben hier noch andere Freiwillige von einer andern Organisation, AVIVA´s nennen sie sich. Die sind immer nur zwischen 1-3 Monate hier und dann gehen sie wieder. Jedes Mal wenn ich sehe, das wieder welche gehen fühle ich mich unglaublich glücklich, dass nicht ich diejenige bin, die Abschied nehmen muss. Ich schaue meinen restlichen Monaten mit Freude und Spannung entgegen und hoffe das ich noch einiges lernen und erfahren darf.
Samstag, 27. Dezember 2008
Weihnachten in Baph
Sommer, Sonne, Wärme....Hitze..... und das an Weihnachten, da kommen wirklich so gar keine Weihnachtsgefühle auf. Die Kinder haben schon seit Anfang Dezember Weihnachtsgeschenke regelrecht hinterher geschmissen bekommen, von irgendwelchen Firmen, Schulen, Privatmenschen etc. gespendet. Jeder will den Kindern von Baphumelele etwas gutes tun. Das ist sehr schön, aber dadurch habe ich das Gefühl, lernen die Kinder gar nicht so richtig Weihnachten schätzen. Es gibt eben Geschenke über Geschenke!
Bei mir ist jegliches weihnachtliche Gefühl ausgeblieben, ansatzweise ist es aufgetaucht beim vielen Karten und Briefe schreiben.
Angefangen hat dann alles am 24.12., wo doch eigentlich für uns der große und besondere Tag sein sollte. Doch Pustekuchen, hier ist alles anders. Wie in anderen Teilen der Welt wird erst am 25.12. gefeiert. Doch auch heute hätte der traditionshalber etwas stattfinden sollen. Die Kinder hätten, alle weiß angezogen, durch die Community ziehen sollen um Geschenke zu verteilen und danach hätte Mama Rosie eine Weihnachtsgeschichte erzählt, wie jedes Jahr. Das ist dann aber flach gefallen, weil diejenige, die es hätte organisieren sollen, nichts dergleichen getan hatte. Sehr schade für uns, weil es immer super spannend und interessant ist etwas von den Traditionen hier mitzubekommen. So hieß es für uns am 24.12. nur bastelt, basteln, basteln und danach die Crèche (Kindergarten) zu schmücken, denn dort sollte alles am nächsten Tag stattfinden. Am Abend haben wir uns dann mit den AVIVA´s (das sind andere Freiwillige hier in Baph) zusammen getan und mit ihnen einen schönen aber etwas chaotischen Abend gehabt. Wir wollten Kartoffelschnitze im Ofen machen, aber das hat Stunden gedauert und jeder hat Hunger bekommen, so wurde der Dipp schon mit Toast und Karotten gegessen. Es blieb aber auch noch etwas für die Schnitze übrig. Während ich ein bisschen Weihnachtsweh bekommen habe, weil bei mir zu Hause doch sehr groß gefeiert wird, haben die anderen stundenlang Twister gespielt und der Abend war trotz allem noch sehr lustig.
Am 25.12. hieß es dann gegen 6:00 in der Clemenskitchen bereit stehen. Wir mussten das Frühstück mit helfen vorzubereiten. Aus ca. 300 Eiern wurde in zwei riesigen Töpfen Rührei gemacht, dazu gab es Bacon, Brötchen, Wurst und komischerweise auch noch Fischstäbchen. Wie alles war auch das hier etwas unorganisiert und so bekamen nur ersten Kinder wirklich von allem etwas. Statt einfach anfangs durchzuzählen und zur Not alles noch mal in Hälften zu teilen wurde bei den ersten Tellern alles doppelt und dreifach draufgeklatscht und am Ende war kein Bacon und keine Wurst, ja sogar keine Fischstäbchen mehr da. Aber letzten Endes wurden dann doch alle satt und waren glücklich.
Nach einer etwa 5 Minutenpause ging es dann schon weiter. Marie und Freddie haben das Braai (Grill-) fleisch von Mama Rosie´s Haus, das nur einmal um die Ecke liegt, nach Baph geholt. Das war dieses Jahr etwas besonderes, denn das gibt es normalerweise nicht, doch das Fleisch war eine Spende... Während Freddie schon mal den Grill angeschmissne hat haben wir in der Clemenskitchen geholfen das Fleisch auszupacken, zu waschen, zu schneiden und zu würzen. Danach ging es dann hinter den Woodworkshop zum grillen. Denn Hauptteil dort haben die Jungs (Freddie und Jakob) übernommen, aber auch Johanna und ich haben geholfen. Ca. 5 Stunden und 50 Kilo Fleisch später war alles fertig. Grillen für 100 Kinder und 20 Sisis, das ist unglaublich.
Unterdessen waren aber auch die anderen nicht untätig, sie mussten in der Crèche Geschenke einpacken und den Kindern zuweisen. Doch das war ziemlich schwierig, weil die meisten Sachen schon eingepackt von den Schulen, Firmen oder Privatpersonen hier angekommen waren, wir aber nicht wussten, was darin war. also hieß es bei den meisten Päckchen auspacken, schauen was drin ist, einem Kind zuweisen und wieder einpacken, Namen drauf und das nächste Geschenk. Eine ebenfalls Stunden dauernde Arbeit!
Doch irgendwann ist auch die längste Arbeit zu Ende und so konnte es weiter gehen. Die Kinder saßen alle an hergerichteten Tischen in der Crèche und haben ihre Wurst im Brötchen mit noch einem Stück Hühnchen, Rotkraut und irgendwas mit Bohnen bekommen und gegessen. Danach gab es dann ein Geschenk für jeden, welche wir Freiwilligen mit Nodipa aus dem Office ausgeteilt haben.
Dann war der Tag eigentlich auch schon so gut wie um, doch wo blieb unsere eigene Bescherung...?
Irgendwann wurde uns verboten in die Flat zu gehen, denn da waren Jonas und Allison im Gange. Wir hatten uns einen kleinen Plastikweihnachtsbaum aus dem Office „ausgeborgt“. Dann haben wir uns alle auf der Treppe die zur Flat hoch geht getroffen und ein bisschen Weihnachtslieder gesungen und geträllert. Irgendwann durften wir dann auch durch die Türe. Es war so toll! Jonas und Allison hatten den Baum auf unseren kleinen Tisch gestellt, darum die Geschenke verteilt und zwischendrin alles mit ein paar Teelichtern verziert. Wir haben uns alle um den Baum gesessen und ein Weihnachtslied (Holy Night) gesungen. Danach haben wir immer gegenseitig die Geschenke ausgepackt, einer nach dem anderen. Es war unglaublich, aber es ist ein bisschen eine Art Weihnachtsgefühl entstanden, endlich!
Der Abend war noch sehr schön, wir haben zusammen gesessen, gelacht, der Musik gelauscht – das war auch noch eine Überraschung, denn Allison und Jonas hatten eine wunderbare Anlage für unsere Flat gekauft, nachdem wir Monate lang ohne Musik auskommen mussten - und geredet.
Das war Weihnachten 2008, anders aber trotzdem schön.
Bei mir ist jegliches weihnachtliche Gefühl ausgeblieben, ansatzweise ist es aufgetaucht beim vielen Karten und Briefe schreiben.
Angefangen hat dann alles am 24.12., wo doch eigentlich für uns der große und besondere Tag sein sollte. Doch Pustekuchen, hier ist alles anders. Wie in anderen Teilen der Welt wird erst am 25.12. gefeiert. Doch auch heute hätte der traditionshalber etwas stattfinden sollen. Die Kinder hätten, alle weiß angezogen, durch die Community ziehen sollen um Geschenke zu verteilen und danach hätte Mama Rosie eine Weihnachtsgeschichte erzählt, wie jedes Jahr. Das ist dann aber flach gefallen, weil diejenige, die es hätte organisieren sollen, nichts dergleichen getan hatte. Sehr schade für uns, weil es immer super spannend und interessant ist etwas von den Traditionen hier mitzubekommen. So hieß es für uns am 24.12. nur bastelt, basteln, basteln und danach die Crèche (Kindergarten) zu schmücken, denn dort sollte alles am nächsten Tag stattfinden. Am Abend haben wir uns dann mit den AVIVA´s (das sind andere Freiwillige hier in Baph) zusammen getan und mit ihnen einen schönen aber etwas chaotischen Abend gehabt. Wir wollten Kartoffelschnitze im Ofen machen, aber das hat Stunden gedauert und jeder hat Hunger bekommen, so wurde der Dipp schon mit Toast und Karotten gegessen. Es blieb aber auch noch etwas für die Schnitze übrig. Während ich ein bisschen Weihnachtsweh bekommen habe, weil bei mir zu Hause doch sehr groß gefeiert wird, haben die anderen stundenlang Twister gespielt und der Abend war trotz allem noch sehr lustig.
Am 25.12. hieß es dann gegen 6:00 in der Clemenskitchen bereit stehen. Wir mussten das Frühstück mit helfen vorzubereiten. Aus ca. 300 Eiern wurde in zwei riesigen Töpfen Rührei gemacht, dazu gab es Bacon, Brötchen, Wurst und komischerweise auch noch Fischstäbchen. Wie alles war auch das hier etwas unorganisiert und so bekamen nur ersten Kinder wirklich von allem etwas. Statt einfach anfangs durchzuzählen und zur Not alles noch mal in Hälften zu teilen wurde bei den ersten Tellern alles doppelt und dreifach draufgeklatscht und am Ende war kein Bacon und keine Wurst, ja sogar keine Fischstäbchen mehr da. Aber letzten Endes wurden dann doch alle satt und waren glücklich.
Nach einer etwa 5 Minutenpause ging es dann schon weiter. Marie und Freddie haben das Braai (Grill-) fleisch von Mama Rosie´s Haus, das nur einmal um die Ecke liegt, nach Baph geholt. Das war dieses Jahr etwas besonderes, denn das gibt es normalerweise nicht, doch das Fleisch war eine Spende... Während Freddie schon mal den Grill angeschmissne hat haben wir in der Clemenskitchen geholfen das Fleisch auszupacken, zu waschen, zu schneiden und zu würzen. Danach ging es dann hinter den Woodworkshop zum grillen. Denn Hauptteil dort haben die Jungs (Freddie und Jakob) übernommen, aber auch Johanna und ich haben geholfen. Ca. 5 Stunden und 50 Kilo Fleisch später war alles fertig. Grillen für 100 Kinder und 20 Sisis, das ist unglaublich.
Unterdessen waren aber auch die anderen nicht untätig, sie mussten in der Crèche Geschenke einpacken und den Kindern zuweisen. Doch das war ziemlich schwierig, weil die meisten Sachen schon eingepackt von den Schulen, Firmen oder Privatpersonen hier angekommen waren, wir aber nicht wussten, was darin war. also hieß es bei den meisten Päckchen auspacken, schauen was drin ist, einem Kind zuweisen und wieder einpacken, Namen drauf und das nächste Geschenk. Eine ebenfalls Stunden dauernde Arbeit!
Doch irgendwann ist auch die längste Arbeit zu Ende und so konnte es weiter gehen. Die Kinder saßen alle an hergerichteten Tischen in der Crèche und haben ihre Wurst im Brötchen mit noch einem Stück Hühnchen, Rotkraut und irgendwas mit Bohnen bekommen und gegessen. Danach gab es dann ein Geschenk für jeden, welche wir Freiwilligen mit Nodipa aus dem Office ausgeteilt haben.
Dann war der Tag eigentlich auch schon so gut wie um, doch wo blieb unsere eigene Bescherung...?
Irgendwann wurde uns verboten in die Flat zu gehen, denn da waren Jonas und Allison im Gange. Wir hatten uns einen kleinen Plastikweihnachtsbaum aus dem Office „ausgeborgt“. Dann haben wir uns alle auf der Treppe die zur Flat hoch geht getroffen und ein bisschen Weihnachtslieder gesungen und geträllert. Irgendwann durften wir dann auch durch die Türe. Es war so toll! Jonas und Allison hatten den Baum auf unseren kleinen Tisch gestellt, darum die Geschenke verteilt und zwischendrin alles mit ein paar Teelichtern verziert. Wir haben uns alle um den Baum gesessen und ein Weihnachtslied (Holy Night) gesungen. Danach haben wir immer gegenseitig die Geschenke ausgepackt, einer nach dem anderen. Es war unglaublich, aber es ist ein bisschen eine Art Weihnachtsgefühl entstanden, endlich!
Der Abend war noch sehr schön, wir haben zusammen gesessen, gelacht, der Musik gelauscht – das war auch noch eine Überraschung, denn Allison und Jonas hatten eine wunderbare Anlage für unsere Flat gekauft, nachdem wir Monate lang ohne Musik auskommen mussten - und geredet.
Das war Weihnachten 2008, anders aber trotzdem schön.
Mittwoch, 3. Dezember 2008
Zimmer...oder eher Loch?
Nun will ich euch da draußen mal einen kurzen Einblick in meine Wohn- Schlafstätte geben. Nur um einen kleinen Eindruck zu verschaffen wie ich lebe.
Mein Zimmer, das ich mit Lina teile, ist etwa 2 auf 3 Meter groß. Wenn man die Türe öffnet, dann sieht man links ein Stockwerkbett, in dem ich oben schlafe. An der Wand neben dem Bett hängen jeweils Fotos von unseren Liebsten! (Also wer auch gerne noch dort hängen will darf mir gerne einen Brief mit Foto schicken ;-)).

Neben dem Bett ist gerade genug Platz um zu laufen und sich umzuziehen. Hinter dem Bett steht ein großer schwerer Schreibtisch, dessen sechs Schubladen nicht mehr alle funktionstüchtig sind. Mehr hatten wir nicht, als wir in das Zimmer kamen. Wohin also mit unseren Anziehsachen? Denn aus dem Koffer will keiner ein ganzes Jahr leben, wenn es anders geht. Also haben wir versucht kreativ zu sein und uns ein provisorisches „Regal“ gebaut. Das Regal besteht aus Backsteinen und Brettern die aufeinandergestapelt und aufeinandergelegt sind.

Es ist jedenfalls kuschelig und leider verstaubt und verdreckt es extrem schnell. Aber ich bin ja hier in einem Township und brauche keinen Luxus!
Mein Zimmer, das ich mit Lina teile, ist etwa 2 auf 3 Meter groß. Wenn man die Türe öffnet, dann sieht man links ein Stockwerkbett, in dem ich oben schlafe. An der Wand neben dem Bett hängen jeweils Fotos von unseren Liebsten! (Also wer auch gerne noch dort hängen will darf mir gerne einen Brief mit Foto schicken ;-)).
Neben dem Bett ist gerade genug Platz um zu laufen und sich umzuziehen. Hinter dem Bett steht ein großer schwerer Schreibtisch, dessen sechs Schubladen nicht mehr alle funktionstüchtig sind. Mehr hatten wir nicht, als wir in das Zimmer kamen. Wohin also mit unseren Anziehsachen? Denn aus dem Koffer will keiner ein ganzes Jahr leben, wenn es anders geht. Also haben wir versucht kreativ zu sein und uns ein provisorisches „Regal“ gebaut. Das Regal besteht aus Backsteinen und Brettern die aufeinandergestapelt und aufeinandergelegt sind.
Es ist jedenfalls kuschelig und leider verstaubt und verdreckt es extrem schnell. Aber ich bin ja hier in einem Township und brauche keinen Luxus!
Dienstag, 2. Dezember 2008
World-Aids-Day
1.12.:
Heute war der World Aids Day und natürlich wurde dieser Tag hier in Baphumelele groß gefeiert. Gewalt, Brutalität, Leid und Elend musste vor der Türe bleiben, während in den Räumen der Crèche die fröhliche Feier stattfand.

AIDS:
HIV/Aids ist eine Krankheit, die viel zu viele Menschen dahinraffen lässt. Sie ist scheinbar nicht aufzuhalten.
Doch gibt es auch sehr viele Bewegungen gegen Aids, so kann man auch hier vielerorts die Aids-Schleife sehen, überall gibt es Kondome for free, Magazine, und besonders ich erlebe in Baphumelele durch meine Tätigkeit mit der Medizin, wie viel Tabletten und Sirups es gibt, um diese Krankheit aufzuhalten, sie zu verzögern.
Leider erlebt man viel zu oft, das die Menschen Angst haben sich zu der Krankheit zu bekennen, oder sich einfach nur darauf testen zu lassen.
World Aids Day:
Der World Aids Day – am 1.12. jeden Jahres – wurde von der WHO ins Leben gerufen, um auf diese Krankheit aufmerksam zu machen und um sich dieser bewusst zu werden.
Schon Tage vorher wurde geplant und gemacht, denn nicht nur wir von Baph, auch von einer anderen Einrichtungen, die mit HIV in Berührung kommt, wollte eine Gruppen kommen. Wir Volunteere wurden gefragt, ob wir auch etwas vortragen könnten/würden und eigentlich wollten wir das auch; doch leider hatten wir durch verschiedene Gegebenheiten nicht mehr die Möglichkeit etwas einzustudieren.
Am Montag wurde dann den ganzen Morgen und Vormittag gekocht und vorbereitet, dass um 14:00 dann auch alles bereit sein konnte.
Angefangen hat es mit einem Prayer. Das war richtig schön und sehr emotional. Verstanden haben wir zwar nichts, aber man konnte es innerlich und äußerlich fühlen. Dann wurde gesungen und die Kinder von Baph haben Tänze vorgeführt. Danach kam dann die Gruppe von außerhalb dran. Es ist ein wahnsinns Gefühl was bei solchen afrikanischen Tänzen für Emotionen entstehen. Daraufhin haben beide Gruppen ein kleines Theaterstück aufgeführt, das von HIV gehandelt hat. Danach wurde noch viel gesprochen, gesungen und alle haben getanzt. Unglaublich war wieder mal das Körper- und Rhythmusgefühl der selbst noch sehr jungen Kinder zu erblicken, da wird man richtig neidisch. Wie die sich bewegen, so voller Freude, Überzeugung, innerlichem Gleichgewicht, egal, was draußen oder in ihrem Leben passiert. Heute durften wir Freiwilligen so richtig in die afrikanischen Wurzeln blicken.

Heute war der World Aids Day und natürlich wurde dieser Tag hier in Baphumelele groß gefeiert. Gewalt, Brutalität, Leid und Elend musste vor der Türe bleiben, während in den Räumen der Crèche die fröhliche Feier stattfand.
AIDS:
HIV/Aids ist eine Krankheit, die viel zu viele Menschen dahinraffen lässt. Sie ist scheinbar nicht aufzuhalten.
Doch gibt es auch sehr viele Bewegungen gegen Aids, so kann man auch hier vielerorts die Aids-Schleife sehen, überall gibt es Kondome for free, Magazine, und besonders ich erlebe in Baphumelele durch meine Tätigkeit mit der Medizin, wie viel Tabletten und Sirups es gibt, um diese Krankheit aufzuhalten, sie zu verzögern.
Leider erlebt man viel zu oft, das die Menschen Angst haben sich zu der Krankheit zu bekennen, oder sich einfach nur darauf testen zu lassen.
World Aids Day:
Der World Aids Day – am 1.12. jeden Jahres – wurde von der WHO ins Leben gerufen, um auf diese Krankheit aufmerksam zu machen und um sich dieser bewusst zu werden.
Schon Tage vorher wurde geplant und gemacht, denn nicht nur wir von Baph, auch von einer anderen Einrichtungen, die mit HIV in Berührung kommt, wollte eine Gruppen kommen. Wir Volunteere wurden gefragt, ob wir auch etwas vortragen könnten/würden und eigentlich wollten wir das auch; doch leider hatten wir durch verschiedene Gegebenheiten nicht mehr die Möglichkeit etwas einzustudieren.
Am Montag wurde dann den ganzen Morgen und Vormittag gekocht und vorbereitet, dass um 14:00 dann auch alles bereit sein konnte.
Angefangen hat es mit einem Prayer. Das war richtig schön und sehr emotional. Verstanden haben wir zwar nichts, aber man konnte es innerlich und äußerlich fühlen. Dann wurde gesungen und die Kinder von Baph haben Tänze vorgeführt. Danach kam dann die Gruppe von außerhalb dran. Es ist ein wahnsinns Gefühl was bei solchen afrikanischen Tänzen für Emotionen entstehen. Daraufhin haben beide Gruppen ein kleines Theaterstück aufgeführt, das von HIV gehandelt hat. Danach wurde noch viel gesprochen, gesungen und alle haben getanzt. Unglaublich war wieder mal das Körper- und Rhythmusgefühl der selbst noch sehr jungen Kinder zu erblicken, da wird man richtig neidisch. Wie die sich bewegen, so voller Freude, Überzeugung, innerlichem Gleichgewicht, egal, was draußen oder in ihrem Leben passiert. Heute durften wir Freiwilligen so richtig in die afrikanischen Wurzeln blicken.
Rastafari-World
Also, ich habe ja schon vieles gesehen, gehört und erlebt, aber was ich am 30.11. zu Augen bekommen habe, das war unglaublich.
Lala, unser lustiger Freund vom Khayelitsha Festival - der uns auch bei unserem Ferienprogramm für die Kids mit einem Basketballtag unterstützt – hat uns zu diesem Sunsplash-Reggae-Festival am Macassar Beach eingeladen und Marie, Lina und ich haben uns von Anil nichts ahnend dort aussetzten lassen. Es sah schon richtig toll aus von weitem. So viele Rastafari habe ich noch nie auf einem Haufen gesehen. Von ganz jung bis ganz alt, es war wirklich alles dabei. Teilweise gab es schon fantastische Bilder von Menschen zu sehen mit den unglaublichsten Dreads auf dem Kopf. Manche hatten ganz ganz dünne, kleine, lange oder auch einen einzigen großen langen Dread. Ein paar hatten sich ihre Dreads auch zu einem Turban auf dem Kopf zusammen geschwungen und geknotet. Super anzusehen!!! Aber auch die ganz jungen Kinder hatten schon die tollsten Dreadkreationen auf dem Kopf.
Wir haben uns erst mal vor die Tore gesetzt, da wir auf Lala warten mussten, und haben gestaunt und beobachtet. Da Lala dann aber sehr lange auf sich warten ließ haben wir beschlossen schon mal rein zu gehen und uns in das Getümmel zu stürzten. Schon vor der Tür wurde man zugeraucht, nein, nicht von Zigarettenrauch, sondern von Joints. Und angeboten wurde auch schon etwas. Doch dann waren wir drinnen. Ein riesen, meist grünes Gelände direkt an einem tollen Strand. Überall verstreut standen Zelte und es gab Stände.... voll von Weed, Gras..... alles was das Herz begehrte. Aber es wurde aber nicht nur in kleinen Mengen, sondern in riesigen Bergen angeboten. Ungelogen! Es waren wirklich ganze Berge und schwarze große Plastiktüten voll mit schon vorverpackten Päckchen.
Und so billig war alles... man bekam 1 Gramm für teilweise weniger als 1 Euro!!! Ein Paradies für alle Kiffer.
Und Bilder wurden einem geboten...das „Schönste“ aber auch Erschreckenste, was ich zu Gesicht bekommen habe war eine dicke Afrikamama, die auf dem Boden saß, mit der einen entblößten Brust ihr kleines Baby gestillt hat und in der anderen Hand einen dicken Joint hatte und gemütlich geraucht hat. Jeder hat etwas geraucht auf die unterschiedlichste Art und Weise. Und die Polizei stand neben dran und hat nichts gesagt geschweigedenn gemacht.
Lala kam dann später auch noch mit ein paar Freunden und seinen Geschwistern und hat uns aufgeklärt. Nur an diesem Tag im Jahr und nur auf diesem Festivalgelände ist es erlaubt und „legal“ zu kaufen, zu rauchen und zu verkaufen! Die Polizei ist nur wegen möglicher Gewaltdelikte vor Ort, nicht wegen dem Weed.
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