Samstag, 30. August 2008

Trip to McGregor

Heute war wirklich der Wurm drin!!! Ein absolut verrücktes Abenteuer!!!!!

Marie, Anil, Lina und ich sind mit Simphiwe heute nach McGregor, eine Stadt in der Gemeinde Breede River/Winelands im Distrikt Kap Weinland in der Provinz Westkap gefahren (etwa 2 Stunden Autofahrt entfernt von Khayelitsha)

Der Hinweg war richtig schön, eine Traumlandschaft!!!! Ich konnte mich kaum satt sehen! Die Straße schlängelte sich einen Weg entlang an den sich Berge rechts und links anschlossen, die wie mit Samt überzogen schienen, und kleine Wasserfälle, die an ihnen hinunterschossen. Die steinigen Felsen wäre ich am liebsten hochgeklettert und wir hatten zwischenzeitlich das Verlangen einfach auszusteigen um zu laufen, statt zu fahren. In McGregor sind wir in die dortige Waldorfschule gegangen. Die Gegend ist absolut nicht mit unserem Township zu vergleichen! Es waren vielleicht keine Luxusvillen, aber richtig süße kleine schöne Häuschen. Auch ist die Gegend richtig still und ruhig gelegen, wieder im Gegensatz zu Khayelitsha, wo immer etwas los ist. Sim musste sich in der Schule mit irgendwelchen Leuten zur Besprechung treffen und so wurden wir anderen von zwei Jungs (Thando und Phillipe, beide 14 Jahre alt) über das Gelände führen. Erst dachten wir es wäre klein, doch am Schluss kamen wir aus dem Staunen nicht mehr raus! Ein riesiges Gelände!!! Es ist nicht nur eine Schule für Tags, sondern gleich ein ganzes Internat. Ein traumhaftes Grundstück, mit exotischen Pflanzen, Palmen und vieles mehr. Sogar einen eigenen Pool haben sie. Beim Fußball spielen kann man auf eine traumhafte Bergkette blicken. Thando konnte ein fantastisch gutes Englisch sprechen und war besonders süß, wie er uns alles gezeigt und genau erklärt hat. Nach der Besichtigung des Internats sind wir noch ein bisschen mit dem Auto durch die Gegend und dabei auch zu dem nahegelegenen Stausee gefahren, wo die Kinder manchmal angeln gehen. Doch heute wäre es unmöglich gewesen, denn es hat enorm gestürmt und wenn man einmal zum Spaß losgerannt war dann konnte man kaum noch stoppen, so stark war der Wind; einmal hätte er uns fast vom Weg gefegt. Dann haben wir Sim wieder eingesammelt und uns auf die abenteuerreiche Rückfahrt gemacht. Ich bin gefahren ;-) Es hat sehr stark gestürmt und war somit schwierig und auf Dauer anstrengend das Auto gerade zu halten, es schlingerte schnell hin und her.

Es ging ein bisschen den Berg hoch und der Stein lag plötzlich mitten auf der Straße. Ich konnte nicht mehr richtig ausweichen und bin mit dem Hinterreifen prompt darüber gefahren. Nach weiteren hundert Metern hat es angefangen zu rumpeln und es wurde komisch das Auto zu fahren.... wir hatten einen Platten! Mist!!!!! Wir waren zum Glück noch nicht vollkommen in der Pampa. 50 Meter weiter ging es in eine Einfahrt zu einer Weinplantage oder so. Dort trafen wir auf eine nette Schrankenwächterin und ein noch netteres Pärchen, das gerade mit dem Auto ankam. Der Mann wechselte uns den Reifen, denn keiner von uns hatte eine Ahnung, wie das funktioniert!!! Peinlich! So hatten wir Glück im Unglück Teil 1 überstanden und konnten weiterfahren.

Nach einer Weile hab ich auf die Tankanzeige geschaut und musste feststellen, dass sie sich dem Ende zu neigte. Ein Stück sind wir sogar mit blinkender Anzeige gefahren (à noch Benzin für 30 km) Die erste Tankstelle hatte keinen Strom und die zweite nicht das Benzin das wir brauchten. Bei der dritten Tankstelle hatten wir Glück im Unglück Teil 2.

Dann haben wir uns eine Pizza gegönnt, denn niemand hatte etwas zu Mittag gegessen und es war schon Nachmittag. Wir haben unser ganzes Geld dagelassen, für vier Pizzen für 5 Personen. Dann ging es weiter Richtung Heimat. Jetzt fuhr Anil. Uns war dummerweise entfallen, das wir nicht kostenlos über die Autobahn fahren können - der einzige Weg zurück - sondern Maut zu zahlen hatten.... ohne Geld! 12 Rand haben wir in unseren Taschen dann doch noch gefunden und zusammengekratzt, doch es fehlten immernoch 9 Rand! An der Mautstation ist Anil im strömenden Regen ausgestiegen, zum Auto hinter uns gelaufen und hat dort um Geld gebeten. Glück im Unglück Teil 3, der nette Herr hat den Rest gezahlt für uns.

Das letzte Stück der Fahrt haben wir zwar mit viel Geschlinger, Sturmböen, Regen und mehr, aber doch unbeschadet überstanden. Trip McGregor war vorbei und wir daheim im Trockenen.

Freitag, 29. August 2008

Grade R

Die letzten 3 Tage war ich in der Grade R, unserer Vorschule. Es gibt dort zwei Klassen. Am ersten Tag war ich in der Klasse mit den etwas Jüngeren, an den anderen beiden Tagen war ich in der mit den etwas Älteren. Der erste Tag war sehr anstrengend, da die Lehrerin nicht da war und nur eine Praktikantin die Kinder betreut hat. Auf diese junge Frau haben die Kinder nicht wirklich gehört und da die Kids nicht richtig oder überhaupt kein Englisch können und ich noch kein Xhosa beherrsche war auch unsere Verständigung eher schwerer. Doch trotz alledem (Lautstärke, Chaos...) war der Tag interessant und schön. Am Anfang wurde viel gesungen und dann gab es eine Einteilung auf vier Tische. An einem wurde mit Wachsmalstiften gemalt, am anderen mit Scheren und Stiften gearbeitet, der nächste hatte Wasserfarben zur Verfügung und der letzte, der kreative Tisch hatte am ersten Tag Pappe, am zweiten Tag Sand und Gras und am dritten Tag Kronkorken zur Verfügung. Als erstes haben wir ein wildes Tier gemalt. Da bin ich vom einen zum anderen Tisch gewandert und hab überall geguckt und geholfen. Gestern haben wir mit einem Wald und Wiese Bild angefangen. Da saß ich am Tisch mit dem Sand und dem Gras (frisch von draußen gerupft). Wir haben alles dann mit Kleber auf dem Blatt Papier befestigt. Heute haben wir eine Schlange angefertigt. Ich saß wieder bei der kreativen Gruppe. Unsere Schlange hat sich aus Kronkorken geschlägelt. Wir haben mit einem Hammer oder Holzklotz ein Loch in jeden Korken gestanzt und dann alle nacheinander auf eine Schnur gezogen. Der Kopf bestand aus einem Weinkorken, der auf dem letzten, bzw ersten Kronkorken mit Kleber festgeklebt wurde. Nebenbei habe ich noch ein paar schöne Bilder geschossen.
Am Anfang war es etwas schwer für mich sich in die Gruppen einzufinden! Aber wir "wollen" alle einmal in die Grade R gehen und dann können wir vielleicht eine Art Programm einführen, damit wir nicht in einer Ecke stehen und zugucken, sondern uns auch mit einbringen können in das Geschehen. Die Kinder sind aufjedenfall sehr süß und, trotz Lautstärke, auch süß. Ich bin mal gespannt, wie es weiterlaufen und sich entwickeln wird!

Hospitals

Die Krankenhäuser hier in Südafrika sind schon ein eigenes Erlebnis! Man kommt und muss sich erstmal auf eine ewig lange Wartezeit einstellen, egal ob du einen Notfall hast und halb am verbluten bist....! Am ersten Tag war ich mit Lindokuhle im Red Cross Childrens Hospital (RXH). Dort lief alles ganz gut eigentlich. Nur eine Sache hat mir wieder deutlich gemacht, das die Kinder hier meistens sehr schlimme Erlebnisse hatten: So gab es im RXH einen Rastafari, der des öfteren an uns vorbeigelaufen ist. Jedesmal, wenn er in unser Blickfeld kam, hat sich Lindokuhle ängstlich hinter meinem Rücken verkrochen. Als ich ihn nach dem dritten Mal gefragt habe was los sei, da meinte er, das Rastafari Mörder seien und er das wüsste, weil er es gesehen hätte! Das hat mich doch schon erschreckt! Aber solche Schicksale sind nicht selten hier!
Das zweite Krankenhauserlebnis hatte ich am Mittwoch abend. Da war ich mit Freddie und Bulelwa in einem Hospital hier im Township Khayelitsha. Es war erstmal schon krass mit anzusehen, wie lange alles braucht, bzw auch, wie das Hospital aussah. Alles mit Gitterstäben zu...! Wir hatten zum Glück keinen wirklichen Notfall, Bulelwa hatte sich nur einen zu kleinen Ring angezogen, ihn nicht mehr abbekommen und der Finger war nun angeschwollen. Wir mussten uns erstmal anmelden und erklären warum wir da seien. Und dann eine Ewigkeit warten. Ein Doktor hat sich dann alle wartenden Fälle angeguckt, um ihnen einen Punkt (grün, gelb, orage, rot) für die Wichtigkeit zu geben. Danach hieß es wieder warten, warten, warten. Nach etwa 1 1/2 Stunden Wartezeit wurde ein etwa 10 jähriger Junge eingeliefert, brutalst zusammengeschlagen von einem Taxifahrer, ohne Grund! Er hat am ganzen Körper geblutet und konnte nicht mehr wirklich gehen. Er war auch dreckig am ganzen Körper und hatte nur eine kure Hose an. Sein Bruder hat ihn begleitet, der auch vielleicht nur 13 oder 14 Jahre alt war! Im Hospital wurde er einfach in einen Rollstuhl gesetzt und eine dünne Decke übergelegt; dann wurde er stehen gelassen. Er saß nach vorne auf seine Beine gelegt, zusammengekrümmt da und hat gezittert wie Espenlaub. Als wir nach weiteren 2 - 2 1/2 Stunden gehen konnten, saß der Junge immernoch so da und nichts war geschehen. Wir haben erfahren, dass er vielleicht sogar in ein anderes Hospital gefahren werden müsse, weil der Fall nichts für dieses wäre. Der Arme Junge! Das hat so richtig vor Augen geführt, wie brutal es hier in Khayelitsha doch zugeht, auch wenn wir uns in Baphumelele, unserer Einrichtung so sicher fühlen!

Sonntag, 24. August 2008

Eindrücke

Hey,
nun bin auch ich in Südafrika angekommen. Auch wenn ich erst seit ein paar Stunden hier bin sind schon wahnsinnig viele verschiedene Dinge auf mich zugerast. So waren wir vorhin am Meer und haben sogar...... Wale am Horizont springen gesehen!!!!
Die Kinder hier in Baphumelele stürmen nur so auf dich zu, umarmen dich und wollen auf dir herum klettern, total süß.
Ich kann noch garnich so fassen das ich jetzt wirklich für ein jahr hier angekommen bin und das mein Zuhause sein wird, deshalb fällt es mir auch ein wenig schwer meine Eindrücke und Gedanken in Worte zu formen.
Daher schreibe ich ein anderes Mal mehr, wenn ich auch innerlich hier angkommen bin.