Samstag, 27. Dezember 2008

Weihnachten in Baph

Sommer, Sonne, Wärme....Hitze..... und das an Weihnachten, da kommen wirklich so gar keine Weihnachtsgefühle auf. Die Kinder haben schon seit Anfang Dezember Weihnachtsgeschenke regelrecht hinterher geschmissen bekommen, von irgendwelchen Firmen, Schulen, Privatmenschen etc. gespendet. Jeder will den Kindern von Baphumelele etwas gutes tun. Das ist sehr schön, aber dadurch habe ich das Gefühl, lernen die Kinder gar nicht so richtig Weihnachten schätzen. Es gibt eben Geschenke über Geschenke!
Bei mir ist jegliches weihnachtliche Gefühl ausgeblieben, ansatzweise ist es aufgetaucht beim vielen Karten und Briefe schreiben.
Angefangen hat dann alles am 24.12., wo doch eigentlich für uns der große und besondere Tag sein sollte. Doch Pustekuchen, hier ist alles anders. Wie in anderen Teilen der Welt wird erst am 25.12. gefeiert. Doch auch heute hätte der traditionshalber etwas stattfinden sollen. Die Kinder hätten, alle weiß angezogen, durch die Community ziehen sollen um Geschenke zu verteilen und danach hätte Mama Rosie eine Weihnachtsgeschichte erzählt, wie jedes Jahr. Das ist dann aber flach gefallen, weil diejenige, die es hätte organisieren sollen, nichts dergleichen getan hatte. Sehr schade für uns, weil es immer super spannend und interessant ist etwas von den Traditionen hier mitzubekommen. So hieß es für uns am 24.12. nur bastelt, basteln, basteln und danach die Crèche (Kindergarten) zu schmücken, denn dort sollte alles am nächsten Tag stattfinden. Am Abend haben wir uns dann mit den AVIVA´s (das sind andere Freiwillige hier in Baph) zusammen getan und mit ihnen einen schönen aber etwas chaotischen Abend gehabt. Wir wollten Kartoffelschnitze im Ofen machen, aber das hat Stunden gedauert und jeder hat Hunger bekommen, so wurde der Dipp schon mit Toast und Karotten gegessen. Es blieb aber auch noch etwas für die Schnitze übrig. Während ich ein bisschen Weihnachtsweh bekommen habe, weil bei mir zu Hause doch sehr groß gefeiert wird, haben die anderen stundenlang Twister gespielt und der Abend war trotz allem noch sehr lustig.
Am 25.12. hieß es dann gegen 6:00 in der Clemenskitchen bereit stehen. Wir mussten das Frühstück mit helfen vorzubereiten. Aus ca. 300 Eiern wurde in zwei riesigen Töpfen Rührei gemacht, dazu gab es Bacon, Brötchen, Wurst und komischerweise auch noch Fischstäbchen. Wie alles war auch das hier etwas unorganisiert und so bekamen nur ersten Kinder wirklich von allem etwas. Statt einfach anfangs durchzuzählen und zur Not alles noch mal in Hälften zu teilen wurde bei den ersten Tellern alles doppelt und dreifach draufgeklatscht und am Ende war kein Bacon und keine Wurst, ja sogar keine Fischstäbchen mehr da. Aber letzten Endes wurden dann doch alle satt und waren glücklich.
Nach einer etwa 5 Minutenpause ging es dann schon weiter. Marie und Freddie haben das Braai (Grill-) fleisch von Mama Rosie´s Haus, das nur einmal um die Ecke liegt, nach Baph geholt. Das war dieses Jahr etwas besonderes, denn das gibt es normalerweise nicht, doch das Fleisch war eine Spende... Während Freddie schon mal den Grill angeschmissne hat haben wir in der Clemenskitchen geholfen das Fleisch auszupacken, zu waschen, zu schneiden und zu würzen. Danach ging es dann hinter den Woodworkshop zum grillen. Denn Hauptteil dort haben die Jungs (Freddie und Jakob) übernommen, aber auch Johanna und ich haben geholfen. Ca. 5 Stunden und 50 Kilo Fleisch später war alles fertig. Grillen für 100 Kinder und 20 Sisis, das ist unglaublich.
Unterdessen waren aber auch die anderen nicht untätig, sie mussten in der Crèche Geschenke einpacken und den Kindern zuweisen. Doch das war ziemlich schwierig, weil die meisten Sachen schon eingepackt von den Schulen, Firmen oder Privatpersonen hier angekommen waren, wir aber nicht wussten, was darin war. also hieß es bei den meisten Päckchen auspacken, schauen was drin ist, einem Kind zuweisen und wieder einpacken, Namen drauf und das nächste Geschenk. Eine ebenfalls Stunden dauernde Arbeit!
Doch irgendwann ist auch die längste Arbeit zu Ende und so konnte es weiter gehen. Die Kinder saßen alle an hergerichteten Tischen in der Crèche und haben ihre Wurst im Brötchen mit noch einem Stück Hühnchen, Rotkraut und irgendwas mit Bohnen bekommen und gegessen. Danach gab es dann ein Geschenk für jeden, welche wir Freiwilligen mit Nodipa aus dem Office ausgeteilt haben.
Dann war der Tag eigentlich auch schon so gut wie um, doch wo blieb unsere eigene Bescherung...?
Irgendwann wurde uns verboten in die Flat zu gehen, denn da waren Jonas und Allison im Gange. Wir hatten uns einen kleinen Plastikweihnachtsbaum aus dem Office „ausgeborgt“. Dann haben wir uns alle auf der Treppe die zur Flat hoch geht getroffen und ein bisschen Weihnachtslieder gesungen und geträllert. Irgendwann durften wir dann auch durch die Türe. Es war so toll! Jonas und Allison hatten den Baum auf unseren kleinen Tisch gestellt, darum die Geschenke verteilt und zwischendrin alles mit ein paar Teelichtern verziert. Wir haben uns alle um den Baum gesessen und ein Weihnachtslied (Holy Night) gesungen. Danach haben wir immer gegenseitig die Geschenke ausgepackt, einer nach dem anderen. Es war unglaublich, aber es ist ein bisschen eine Art Weihnachtsgefühl entstanden, endlich!
Der Abend war noch sehr schön, wir haben zusammen gesessen, gelacht, der Musik gelauscht – das war auch noch eine Überraschung, denn Allison und Jonas hatten eine wunderbare Anlage für unsere Flat gekauft, nachdem wir Monate lang ohne Musik auskommen mussten - und geredet.
Das war Weihnachten 2008, anders aber trotzdem schön.

1 Kommentar:

ulrike hat gesagt…

Nun habe ich Dein Weihnachstblog endlich gelesen.... Es war aber ebenso auch traurig-schön ohne Dich hier bei uns!!!!Knuddelknuddel von deiner Mama