Montag, 29. Juni 2009

Mozambique, ein Land voller Potholes...

Ich möchte nicht unbedingt den verbrachten Urlaub in diesem Land ins Detail beschreiben, sondern eher auf die Eindrücke eingehen, die ich dort bekommen habe.

Als Erstes muss ich sagen, wenn man so nach Maputo, also in die Hauptstadt Mozambiques hineinkommt..... ich würde es nicht als den schönsten Urlaubsort bezeichnen, nein, definitiv nicht. Es ist dort unglaublich dreckig, es liegt wirklich überall Müll herum, der Hauptteil der Strassen haben Namen von Kommunisten wie : Mao Tse Tung, Vladimir Lenine, Karl Marx, Albert Luthuli, Eduardo Mondlane und so weiter... es stehen unglaublich viele Häuser im Kommunistenstil herum und so einiges ist heruntergekommen und zerfallen. Doch ich glaube auch man muss einfach etwas Zeit für diese Stadt haben, denn man kann auch einen gewissen Charme nicht verachten. Abends sitzen viele Leute noch draussen und trinken Kaffe, essen Kuchen, es ist so einiges los; aber auch hier darf man wohl die Kriminalität nicht verachten wurde uns gesagt.

Sobald man aber dann aus Maputo heraus ist und in richtung Norden fährt bieten sich einem tausende tolle Bilder.

Es wirkt alles sehr bunt und es wird viel Wert auf traditionelle Kleidung, vor allem bei den Frauen, gelegt. So laufen diese meist mit Tüchern um die Hüfte gebunden herum und tragen ihre Babies, nicht wie in Südafrika, wo sie sie auf dem Rücken haben, meistens auf der Hüfte wie in eine Tragetasche gesetzt in eins der bunten Tücher. Es gibt unheimlich viele interessante Menschen zu beobachten, es gibt im Grossen und Ganzen wirklich eine enorme Menge Menschen, die sich auf den Strassen bewegen. Das scheint ihre Hauptaufgabe zu sein, zu laufen. Wie wir so den Weg nach Tofo entlang gefahren sind - es gibt eigentlich nur eine einzige richtige Strasse durch Mozambique, welche nach oben hin immer schlimmer wird und kaum mehr befahrbar ist durch die Potholes (Löcher in den Strassen...); deshalb sieht man auch hauptsächlich Buckies, Trucks oder Jeeps/Landrover durch die Gegend fahren, da sie auch gut "offroad" fahren können und wohl eine gute Federung für die Löcher besitzen...- konnten wir kaum ein unbewohntes Fleckchen im Dickicht der Bäume entdecken und überall liefen die Menschen. Die meisten haben und brauchen hier kein eigenes Auto, also wird den ganzen Tag gelaufen gelaufen gelaufen, hin und zurück und wo einen die Füsse nur hintragen. Neben den ganzen umherwandernden Menschen gibt es auch eine grosse Menge an Ziegen, die sich durch das Gras fressen...

Mozambique ist ein Land, wo, wie ich den Eindruck hatte, die Menschen noch sehr mit ihren eigenen Händen und der Natur verwurzelt sind. Man fährt an kaum einem Kilometer vorbei ohne zwischcen den Bäumen ein kleines "Dorf", also vielleicht 2-5 Häuser (Grashütten, hier gibt es kaum so etwas wie unsere Shacks/Blechhütten aus Khayelitsha) zu entdecken. Meist gibt es in der Mitte der Ansammlung eine Feuerstelle und man sieht Frauen kochen oder Wäsche machen. Die Kinder wuseln überall herum. Und an der Strasse wird das verkauft, was man eben gemacht hat; ein grosser Teil besteht aus Holzverkauf, getrockneten Palmenblättern und Stöcken für die Grashütten und Dächer und selbstgebranten Ziegeln. Ja, man sieht tatsächlich eine grosse Anzahl an selbstgebauten Brennöfen und der Lehm wird noch mit der Hand bearbeitet und gebrannt, das ist unglaublich. Daneben wird jede Menge andere Dinge angeboten, wie irgendwelche geknackten Nüsse, Unmengen an Obst (was wirklich super lecker und frisch schmeckt und nicht alt und importiert...), man kann aber auch selbstgepresste Säfte, Piri-Piri oder ähnliches kaufen. Verhungern oder verdursten kann man jedenfalls nicht, denn alles ist zu einem Spottpreis zu erhalten.

Es ist unglaublich, was die Frauen für einen extrem beanspruchbaren starken Hals haben müssen, man sieht sie immer mit riesigen Lasten auf dem Kopf herumspatzieren.... (das will ich auch noch unbedingt lernen...wäre bestimmt ein komischer Anblick in Deutschland...).

Was die Autos angeht, neben den vielen Buckies und Trucks die von einem Ort zum anderen fahren, sieht man auch Minibusse - welche sowieso immer so kaputt sind, dass ihnen auch die Löcher im Boden nichts mehr anhaben können...- und vorallem kleinere Transportbusse, mit denen die Menschen von einem Ort zum anderen kommen. Aber neben dem gestopften Innenraum sind sie auch noch immer oben auf dem Dach gnadenlos überladen. Es ist unglaublich, wie sie so noch fahren können. Manchmal liegen sie in solch einer Schräglage, dass ich wirklich Angst bekam, sie würden im nächsten Moment einfach so umkippen. Matratzen, Behälter, Koffer, Verpflegung, ja sogar Menschen kann man auf dem Dach oder auch auf der Ladung überladener Laster entdecken. Das da nicht mal etwas herunterfällt...

Und an jeder Ecke sieht man eine Reifenpanne; was ja nun wirklich kein Wunder ist!

Selbst die Strassenschilder wirken irgendwie schief...

Mozambique ist ein super grünes Land, es gibt sehr viele Bäume und der Höhepunkt ist eindeutig eine bestimmt Region...die um Tofo. Denn dort findet man das Paradies unter Palmen. Überall, so weit das Auge reicht stehen und wachsen Palmen, und so findet man natürlich auch viel Kokosnussverkauf an den Strassen dort. In viele Palmenstämme wurden Kerben eingehauen, so dass die Menschen hinaufklettern können am Stamm um die Kokosnüsse herunter zu holen (das hätte ich auch einmal sehr gerne gemacht...).

So und neben all dem doch schönen im Land gibt es eine ganz bestimmte Sache, die doch sehr stört... die Polizei. Es fällt einem sofort auf, dass es ungemein viele Strassenkontrollen gibt. Und dort erwartet einen nicht einfach ein normaler Streifenwagen mit einem Polizisten in Uniform, nein, denn hier ist es Gang und Gebe seine Kalaschnikov herumzutragen und zur Schau zu stellen. Das sind wohl noch die Nachwirkungen vom Krieg, der ja erst vor nicht all zu langer Zeit sein Ende gefunden hat. Und auch das Verhalten der Polizei ist hier ganz anders (und lässt zu wünschen übrig), wie in den Ländern, in denen ich bisher war. Ich kann nur sagen: korrupt!

Und hierzu möchste ich dann zum Abschluss doch noch eine kleine Geschichte erzählen die uns auf der Reise passiert ist:

Schon auf dem Hinweg von Maputo nach Tofo wurden wir angehalten von einem Polizisten, der nach dem Führerschein noch unbedingt die Versicherungspapiere von dem Auto haben wollte. Es scheint wohl so zu sein, dass man an der Grenze so eine Versicherung abschliessen muss; doch unser Auto war ja geliehen von einer Autofirma und so über diese auch für das Ausland versichert. Doch er hat darauf beharrt und erst nach einigen langen Minuten aufgegeben, nachdem er gemerkt hat, dass wir ihm nichts anderes, als die Papiere die wir hatten, vorweisen konnten und auch sicher nichts zahlen würden.

Dann kam die Rückfahrt (wir sind von Maputo nach Tofo, nach Vilankulos und wieder über Tofo zurück nach Maputo). Es war wirklich etwa 10 km vor Maputo, da wurden wir wieder herausgewunken. Wir waren ja schon vor der Polizei gewarnt worden und viele bestechen diese meist auch gleich beim Führerscheinzeigen mit ein bisschen Geld, aber uns war das irgendwie unangenehm, die Polizei zu bestechen... Hier jedenfalls wollte der Polizist nach dem Führerschein noch die Lizenspapiere sehen. Auf der Scheibe vorne ist ja immer so ein runder Button und davon wollte er die Originalpapiere sehen, doch wir hatten natürlich nur die Kopie, da das Original bei der Verleihfirma lag. Doch das wollte er nicht durchgehen lassen. Er meinte in Südafrika oder wo auch immer hätten sie ja kleine Handcomputer, wo sie es prüfen könnten, aber in Mozambique würde alles noch per Hand gemacht und wir sollten doch bitte dann den Strafzettel zahlen, es wären 1000 Mtn (die in etwa 30 € wären und hier extrem viel ist). Aber woher wir denn überhaupt kämen? Ah aus Südafrika, bzw Deutschland...

"ALSO FÜR TOURISTEN GIBT ES DEN HALBEN PREIS!!!"

Hahahahaha... das ist doch wohl der Witz des Jahrhunderts! Davon abgesehen, dass ein Tourist mit Sicherheit mehr Geld besitzt, als einer der in Mozambique lebt, ist es doch eine absolut lächerliche Aussage, dass es "Touristenrabatt" gibt bei einem Strafzettel! Naja wir hatten aber eben keine 500 Mtn. Also wollte er der Führerschein behalten und warten, bis wir nach Maputo Geld holen gefahren sind... ich habe doch noch 300 Mtn zusammenkratzen können und das hat er dann irgendwie akzeptiert, den Führerschein zurück gegeben und uns zur Vorsicht geraten fürs nächste Mal... das Geld ist natürlich gleich in die eigene Tasche gewandert!

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