Etwa Ende Januar haben wir uns auf ein kleines Abenteuer gemacht. Geplant war es schon eine Weile und nun war die Zeit gekommen, wo es endlich losgehen konnte. Morgens wurde noch schnell alles Nötige gepackt, Brote mussten noch geschmiert werden, Karotten geschält und Äpfel abgewaschen (irgendwie kam mir das alles bekannt vor von frühere Tagen als ich noch regelmäßig in Südtirol Bergsteigen war…) doch dann war auch alles fertig und im Auto. Los ging es Richtung Cape Point zu unserer Übernachtungsstätte 13 km entfernt. Wir waren ein bisschen spät gestartet und so am Eingang eine Stunde zu spät, aber das war nicht ganz so schlimm. Tickets geholt und unsere Rucksäcke abgegeben, die wir nicht brauchen konnten (die wurden mit einem Auto nachgebracht)… dann ging es los, und zwar zu Fuß, nicht wie jeder andere mit dem Auto. Wir haben unsere Autos am Eingang vom Natur Reservat in dem auch Cape Point und Cape of Good Hope ist gelassen und uns zu Fuß auf eine lange Wanderung gemacht. Gestartet sind wir gegen 10.30am. Mit von der Partie waren eigentlich alle (Anil, Jakob, Freddie, Lina, Marie, Allison, Phillip – ein Freund von Anil – und ich) außer Johanna, die leider krank im Bett zu Hause bleiben musste. Ein kleines Stück ging es die Straße entlang, doch sehr bald konnten wir diese verlassen und auf einen kleinen Pfad überlaufen. Dieser Weg führte uns über Stock und Stein, mal hoch und dann wieder runter, aber eigentlich die ganze Zeit direkt am Rand der Klippen über dem Meer entlang. Es war wunderschön, die Landschaft wirklich unglaublich. Wir sind an einem schönen Strand vorbei gekommen, wo wir kurz eine Rast gemacht haben, um zu verschnaufen. Dann sind wir weiter und vor uns sind ein paar richtig schöne Strauße über die Straße gerannt mit ihren hoch erhobenen stolzen Hälsen und Köpfen. Am Anfang hab ich noch gedacht ich könnte auch mit normalen Turnschuhen laufen, es ist ja was für Touristen gewesne, doch dann war ich froh meine Wanderschuhe angezogen gehabt zu haben. Denn es war schon recht holprig, uneben und anstrengend. Der Weg war für 6 Stunden ausgeschildert und wir haben noch großspurig gemeint, das wäre doch nur für die die einen gemütlichen Spanziergang machen, wir brauchen nur 3-4 stunden. Pustekuchen, am Ende waren wir wirklich gute 6 Stunden unterwegs.
Naja gewohnt haben wir in ein paar wunderschönen Hütten hoch oben über dem Meer, mit Blick auf beide Seiten. Plötzlich waren da dann die Affen…. Schnell alle Türen und Fenster zu….leider hatten wir eins vergessen und sie waren schon drinnen, haben Lina´s Rucksack stibitzt und draußen vor dem Fenster angefangen auseinander zu nehmen, doch haben wir sie schnell genug davon verscheucht und nichts war weg. Aber eine Gaudi war es auf jeden Fall. Dann konnten wir einen traumhaften Sonnenuntergang beobachten. Jonas und ich sind noch ein bisschen höher und auf ein paar Felsen geklettert, während die anderen an der Hütte geblieben sind. Es war alles so unglaublich still, wir waren alleine in der Natur, das war unglaublich. Man konnte den Wind rauschen hören und die Wellen weit unten auf die Felsen schlagen und wenn man die Augen schloss waren da so wunderbar viele Geräusche wie z.B. Grillengezirpe. Wenn man in Khayelitsha wohnt vergisst man manchmal, dass es auch so was noch gibt. Ein kühles Hunters (Cidre) und ein traumhafter Sonnenuntergang, was will man mehr?!
Denn Abend haben wir dann mit einem gemütlichen Braai verbracht – wir hatten Nudelsalat und Fleisch mitgebracht und der Grill war um die Hausecke. Dann noch ein gemütliches Feuerchen, Freddie mit der Gitarre und wir kräftig am Singen und später noch auf einer Matratze unter dem schönsten Sternenhimmel seit langem. Traumhaft!
Und ihr glaubt es kaum, aber ich habe es, trotz aller Anstrengung am Vortag und dem langen bis spät in die Nacht hinein gehenden Abend doch wirklich geschafft um 5am aufzustehen um auch noch den Sonnenaufgang zu genießen. Diesmal ging es zur anderen Aussichtsseite, aber wieder auf Felsen. Irgendwann kam Jonas total verschlafen angerannt, denn er wollte auch noch was mitbekommen… wieder mal eine unglaubliche Stimmung, und so ganz anders wie am Abend. Doch ist es nicht unglaublich wie viel auch das eigene Bewusstsein damit zu tun hat, denn ich weiß ja wann nun Sonnenauf- oder untergang ist und verbinde somit auch eine bestimmte Stimmung damit, mein Körper reagiert ganz anders. Aber es war richtig schön in der Stille dazusitzen und um sich herum alles erwachen zu spüren.
Dann wurde auch schon bald gefrühstückt. Um 9am kamen dann die Leute vom Eingang um unsere überschüssigen Sachen wieder mitzunehmen und wir haben uns zu Fuß auf den Weg gemacht zum Cape Point und von dort weiter zum Cape of Good Hope.
Danach ging es wieder nach Hause zurück mit den Autos. Jonas und Freddie waren schon vorgegangen und vom C-o-G-H zum Eingang getrampt, denn eigentlich stand noch auf dem Plan 20 km dorthin zu laufen, doch das hätte einfach nicht hingehauen, weder mit der Zeit noch mit unseren Kräften und Reserven. Zuhause hat auch schon wieder Arbeit in Form des sonntäglichen Pick Ups gerufen…
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