Donnerstag, 29. Januar 2009
Kleiner Zwischenfall hinter den Mauern von Baph
Ich will daraus eigentlich kein grosses Ding machen aber ich denke das ich es trotztdem erwaehnen moechte. Um auf den Punkt zu kommen (einige warden es auch schon durch meinen Rundbrief erfahren haben) bei uns wurde eingebrochen waehrend wir volunteers in Cape Town waren und mir wurden so gut wie alle wichtigen und wertvollen Dinge geklaut (Laptop, Digicam, Schmuck, Geld, Bankkarten, MP3-Player und und und). Es ist manchmal noch schwer das zu begreifen, den besonders mein Laptop war mir sehr am Herzen, dad a wirklich alles drauf war – Bilder, Dokumente, Musik, Filme… – und ich natuerlich, so bloed wie ich bin, bisher gutglaeubig noch keine Sicherheitskopie gemacht hatte. Den Rest kann man theoretisch ersetzten, auch wenn es Geld kostet, aber das nicht. Abe rich muss es auch von einer anderen Seite sehen, den ich bin hier nicht in Deutschland – wo das natuerlich ohne Frag auch passieren kann – sondern in Suedafrika, genauer gesagt in Khayelitsha, was zu dem zweit gefaehrlichsten Ort auf der Welt gehoert. Da ist sowas doch an der Tagesordung und keine Besonderheit, eher eine Lapalie. Und ausserdem, so grotesk das auch klingen mag, es ist doch auch spannend, zu erleben wie das bei sowas dann hier ablaeuft. Wir sind um 2.15 Uhr in der NAcht zurueck gekommen und haben den Einbruch entdeckt und nartuerlich gleich die Polizei gerufen. Die is gekommen und hat sioch allen angeguckt udn gesagt wir sollen nichts anfassen fuer die Spurensicherung. Dan noch ein paar Fragen und die Versicherung von mir am naechsten morgen auf dei Polizeistaion zu kommen um einen File aufzumachen. Gesgat getan, ich hab in der andern Flat auf dem Sofa geschlafen und am naechsten Morgen sind Anil, Freddie und ich zur Ploizei. Dort musste ich einige Fragen beantworten und angeben was mir gestohlen wurde (den es wurde eiegntlich nur mir etwas geklaut und den anderen nichts, da mussten die Skolis – welche wir unter Verdacht haben – wohl schnell fliehen, den so sah es aus). Dann bin ich nach Hause. Spaeter kam dann wirklich der Mensch von der Spurensicherung und hat Fingerabdruecke genommen. Ich denke zwar nicht, das etwas zurueck kommen wird, aber es muss ja trotzdem alles nach Vorschrift verlaufen. Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden, wenn es acuh noch manchmal schwer faellt. Nur hier in Baph hat sich so einiges danach geaendert. Den nun haben wir ueberall Gitter an den Fenstern und es werden mehr Sicherheitsmassnahmen vorgenommen. Wie es weiter laeuft? Keine Ahnung! Als Abschluss kann ich noch sagen: ich bin froh das es nru miene SAchen waren und nicht uins selber etwas passiert ist! Wir sind noch alle heil und sicher und munter und das ist auch gut so! Also macht euch keine Sorgen!
Donnerstag, 22. Januar 2009
ein kleiner Jahresrückblick
Ein bisschen verspätet so Mitte Januar, aber ein ganzes Jahr Revue passieren zu lassen, vor allem ein Jahr in dem so viel geschehen ist, das braucht so seine Zeit.
Um diese Zeit vor einem Jahr stand ich noch mitten im Schulleben und es ging auf den Endspurt zu. Alle Gedanken kreisten um das Abitur, das so kurz vor der Türe stand und doch blieb ein bisschen Platz auch noch für das, was danach kommen sollte, Südafrika.
Den Gedanken weg zu gehen habe ich ja schon seit einigen Jahren mit mir herum getragen, aber nun musste auch etwas getan werden und das habe ich dann letzten Endes auch (sonst wäre ich ja nicht hier), wenn auch etwas überstürzt. Kurzfristig zu einem Orientierungsseminar nach Karlsruhe und die Entscheidung für Südafrika, obwohl es schien, dass keine Stelle mehr frei wäre. Dann an einem Dienstag die Bewerbung abgeschickt und am Donnerstag die Antwort bekommen, ob ich am Samstag nach Ulm zum kennen lernen für das Projekt Baphumelele kommen könnte. Keine Frage, ich fuhr hin, und bekam am Ende eine Zusage, die ich nur unterschreiben musste. Diese Unterschrift war schon ein großer Schritt, aber das war auch bald getan, denn lange konnte ich mich mit den Gedanken damit nicht befassen, die mussten in der Schule und im Unterricht sein, wo gegen Ende immer mehr nicht klappen wollte. Die Anspannung stieg von Tag zu Tag enorm und kurz vor dem schriftlichen bin ich dann noch mit einer guten Freundin nach Taizé gefahren, um wieder zu mir selbst zu finden und in Ruhe zu lernen, ohne den Stress von außen. Wer Taizé nicht kennt, es ist ein Kloster in Frankreich und einer der schönsten Orte, die ich kenne. Nach Taizé hatte ich das Gefühl so gut wie es ging nur vorbereitet zu sein und es ging in die Prüfung. Wie ich Mathe überstanden habe, habe ich bis heute keine Ahnung, aber dann war der erste Teil geschafft. Und nun in die zweite Runde. Dazwischen habe ich noch ein bisschen meine Tour durch Deutschland geplant, denn ich wollte noch mal alle sehen, bevor es dann soweit weg ging.
Mündliches. Deutsch, eine Enttäuschung, über die ich aber mittlerweile hinweg bin, Französisch, ich war froh es hinter mir zu haben, denn davor hatte ich immer am meisten Angst. Es lief jedenfalls nicht in den Keller. Dann kam der letzte Tag, Bio. Die Prüfung habe ich mit ach und krach hinter mich gebracht, nachdem ich sie fast verschlafen hatte. Und dann: ABI!!! Die Anspannung verschwand so langsam und ich konnte es noch nicht wirklich fassen. Dann ging es auch schon weiter. Denn meine Deutschlandtour musste starten. Es ging nach Hamburg, Berlin, Aachen, Füssen, München und Stuttgart. Und es war richtig schön.
Dann: packen und erledigen was noch zu erledigen war!
Was packt man denn so für ein Jahr in Südafrika im Township? Die besten Sachen blieben natürlich zu Hause. Eher etwas, was danach nicht mehr gebraucht wird, was also nicht das Wichtigste war. Letzten Endes hatte ich eine riesige Tasche voll und noch meinen Rucksack. Und dann kam der Tag der Abreise. Verabschiedung nach Verabschiedung und eine kleine Träne soäter ich saß mit der Mama im Zug nach Frankfurt. Ich denke das Tschüss sagen fiel ihr wesentlich schwerer als mir, denn sie musste da bleiben. während ich einem neuen Lebensabschnitt, einem neuen Abenteuer entgegen flog.
Der Flug fühlte sich an wie eine Sekunde, es war alles noch so unreal. Am Flughafen wurde ich dann abgeholt und es ging erst mal zum Einkaufen nach Mitchels Plain, das ist ein Coloured Township neben Khayelitsha. Dann sind wir später noch alle an unseren Khayabeach gefahren und auf dem Weg dahin habe ich dann auch gleich meine erste Leiche am Straßenrand gesehen, guter Einstieg!
Dann fing die Woche an. Erst mal alles und alle kennenlernen, sich zurechtfinden, die anderen Freiwilligen, das kleine Zimmer, andere Sprache... Gleich ein krasser Krankenhausbesuch in Khayelitsha mit einem unserer Mädchen und Freddie, wo wir mit übelsten Verhältnissen konfrontiert wurde. Bald darauf folgte ein Over-night-stay im Red Cross Hospital (RXH). Und dann die Verteilung der Arbeiten hier in Baphumelele. Das war alles nicht so einfach und doch gleichzeitig unheimlich spannend und schön.
Ich bin hier ja in ein total anderes Umfeld gekommen, andere Hautfarbe, andere Sprache, andere Ansichten und Sitten, anderes Verhalten, anders anders anders.
Nicht nur in Baphumelele selbst, natürlich auch das Verhalten der Mensch generell hier. Es wird immer ja gesagt, denn keiner will einen beleidigen oder ähnliches, aber es sollte (was wir schnell gemerkt haben) mindestens noch 3 Mal nachgefragt werden, denn meist kommt heraus, das der andere doch das Gegenteil will. Man ist immer freundlich zueinander und sagt Molo, Unjani? Philile, enkosi..... was so viel heißt wie hallo, wie geht’s dir, gut danke...
Und man sagt eigentlich immer, dass es einem gut geht!
Ich wurde hier mit offenen Armen aufgenommen, was unglaublich schön war. Man muss sich nicht ausgeschlossen fühlen. Mit der Sprache Xhosa? Na ja, ich versuche sie immer noch zu lernen, aber Johanna, Marie, Anil.... können es mit Abstand besser. Aber Englisch verstehen hier sehr viele, auch die Kleineren, und sonst verständigt man sich eben mit Händen und Füßen.
Es gibt hier so viele Eindrücke, die kann ich gar nicht so einfach beschrieben.
Am Anfang war alles noch ungewohnt und ich musste mich einleben doch jetzt, nach gut 5 Monaten hier in Khayelitsha, Südafrika, überlege ich mir sogar hier zu bleiben, also hier zu studieren. Denn das Land und die Menschen haben es mir eindeutig angetan. Ich habe mich verliebt in das alles hier.
Die Kinder einfach nur zu beobachten ist manchmal wie ein Wunder. Egal wie krank sie auch sein mögen, sie lachen und spielen und rennen herum. Natürlich merkt man bei ihnen manchmal oder auch öfter die Krankheiten und das schwache Immunsystem, einige sind sozusagen dauerkrank und ständig im Krankenhaus, was mich unheimlich nachdenklich und traurig macht.
In den letzten 5 Monaten war ich nun ca. 7 Mal über Nacht im Krankenhaus mit einem Baby und ich kann mich darüber nicht beschweren. Es ist immer eine unglaublich anstrengende Nacht, denn an Schlaf ist meistens nicht zu denken, aber ich kann kaum in Worte fassen was dabei geschieht. Man baut dabei eine unglaubliche Bindung zu dem Kind auf, ganz besonders weil ich sowohl mit Nikita, Somila und Imange jeweils 2 Mal über Nacht war. Man ist ganz alleine mit dem Kind (abgesehen von den Nurses und den anderen Müttern mit Kind). Füttert, wechselt Windeln, in den Schlaf wiegen, spielen...Es ist toll! Nach diesem Jahr werde ich zumindest für einem Teil wissen was es heißt Mama zu sein.
Wir haben hier noch andere Freiwillige von einer andern Organisation, AVIVA´s nennen sie sich. Die sind immer nur zwischen 1-3 Monate hier und dann gehen sie wieder. Jedes Mal wenn ich sehe, das wieder welche gehen fühle ich mich unglaublich glücklich, dass nicht ich diejenige bin, die Abschied nehmen muss. Ich schaue meinen restlichen Monaten mit Freude und Spannung entgegen und hoffe das ich noch einiges lernen und erfahren darf.
Um diese Zeit vor einem Jahr stand ich noch mitten im Schulleben und es ging auf den Endspurt zu. Alle Gedanken kreisten um das Abitur, das so kurz vor der Türe stand und doch blieb ein bisschen Platz auch noch für das, was danach kommen sollte, Südafrika.
Den Gedanken weg zu gehen habe ich ja schon seit einigen Jahren mit mir herum getragen, aber nun musste auch etwas getan werden und das habe ich dann letzten Endes auch (sonst wäre ich ja nicht hier), wenn auch etwas überstürzt. Kurzfristig zu einem Orientierungsseminar nach Karlsruhe und die Entscheidung für Südafrika, obwohl es schien, dass keine Stelle mehr frei wäre. Dann an einem Dienstag die Bewerbung abgeschickt und am Donnerstag die Antwort bekommen, ob ich am Samstag nach Ulm zum kennen lernen für das Projekt Baphumelele kommen könnte. Keine Frage, ich fuhr hin, und bekam am Ende eine Zusage, die ich nur unterschreiben musste. Diese Unterschrift war schon ein großer Schritt, aber das war auch bald getan, denn lange konnte ich mich mit den Gedanken damit nicht befassen, die mussten in der Schule und im Unterricht sein, wo gegen Ende immer mehr nicht klappen wollte. Die Anspannung stieg von Tag zu Tag enorm und kurz vor dem schriftlichen bin ich dann noch mit einer guten Freundin nach Taizé gefahren, um wieder zu mir selbst zu finden und in Ruhe zu lernen, ohne den Stress von außen. Wer Taizé nicht kennt, es ist ein Kloster in Frankreich und einer der schönsten Orte, die ich kenne. Nach Taizé hatte ich das Gefühl so gut wie es ging nur vorbereitet zu sein und es ging in die Prüfung. Wie ich Mathe überstanden habe, habe ich bis heute keine Ahnung, aber dann war der erste Teil geschafft. Und nun in die zweite Runde. Dazwischen habe ich noch ein bisschen meine Tour durch Deutschland geplant, denn ich wollte noch mal alle sehen, bevor es dann soweit weg ging.
Mündliches. Deutsch, eine Enttäuschung, über die ich aber mittlerweile hinweg bin, Französisch, ich war froh es hinter mir zu haben, denn davor hatte ich immer am meisten Angst. Es lief jedenfalls nicht in den Keller. Dann kam der letzte Tag, Bio. Die Prüfung habe ich mit ach und krach hinter mich gebracht, nachdem ich sie fast verschlafen hatte. Und dann: ABI!!! Die Anspannung verschwand so langsam und ich konnte es noch nicht wirklich fassen. Dann ging es auch schon weiter. Denn meine Deutschlandtour musste starten. Es ging nach Hamburg, Berlin, Aachen, Füssen, München und Stuttgart. Und es war richtig schön.
Dann: packen und erledigen was noch zu erledigen war!
Was packt man denn so für ein Jahr in Südafrika im Township? Die besten Sachen blieben natürlich zu Hause. Eher etwas, was danach nicht mehr gebraucht wird, was also nicht das Wichtigste war. Letzten Endes hatte ich eine riesige Tasche voll und noch meinen Rucksack. Und dann kam der Tag der Abreise. Verabschiedung nach Verabschiedung und eine kleine Träne soäter ich saß mit der Mama im Zug nach Frankfurt. Ich denke das Tschüss sagen fiel ihr wesentlich schwerer als mir, denn sie musste da bleiben. während ich einem neuen Lebensabschnitt, einem neuen Abenteuer entgegen flog.
Der Flug fühlte sich an wie eine Sekunde, es war alles noch so unreal. Am Flughafen wurde ich dann abgeholt und es ging erst mal zum Einkaufen nach Mitchels Plain, das ist ein Coloured Township neben Khayelitsha. Dann sind wir später noch alle an unseren Khayabeach gefahren und auf dem Weg dahin habe ich dann auch gleich meine erste Leiche am Straßenrand gesehen, guter Einstieg!
Dann fing die Woche an. Erst mal alles und alle kennenlernen, sich zurechtfinden, die anderen Freiwilligen, das kleine Zimmer, andere Sprache... Gleich ein krasser Krankenhausbesuch in Khayelitsha mit einem unserer Mädchen und Freddie, wo wir mit übelsten Verhältnissen konfrontiert wurde. Bald darauf folgte ein Over-night-stay im Red Cross Hospital (RXH). Und dann die Verteilung der Arbeiten hier in Baphumelele. Das war alles nicht so einfach und doch gleichzeitig unheimlich spannend und schön.
Ich bin hier ja in ein total anderes Umfeld gekommen, andere Hautfarbe, andere Sprache, andere Ansichten und Sitten, anderes Verhalten, anders anders anders.
Nicht nur in Baphumelele selbst, natürlich auch das Verhalten der Mensch generell hier. Es wird immer ja gesagt, denn keiner will einen beleidigen oder ähnliches, aber es sollte (was wir schnell gemerkt haben) mindestens noch 3 Mal nachgefragt werden, denn meist kommt heraus, das der andere doch das Gegenteil will. Man ist immer freundlich zueinander und sagt Molo, Unjani? Philile, enkosi..... was so viel heißt wie hallo, wie geht’s dir, gut danke...
Und man sagt eigentlich immer, dass es einem gut geht!
Ich wurde hier mit offenen Armen aufgenommen, was unglaublich schön war. Man muss sich nicht ausgeschlossen fühlen. Mit der Sprache Xhosa? Na ja, ich versuche sie immer noch zu lernen, aber Johanna, Marie, Anil.... können es mit Abstand besser. Aber Englisch verstehen hier sehr viele, auch die Kleineren, und sonst verständigt man sich eben mit Händen und Füßen.
Es gibt hier so viele Eindrücke, die kann ich gar nicht so einfach beschrieben.
Am Anfang war alles noch ungewohnt und ich musste mich einleben doch jetzt, nach gut 5 Monaten hier in Khayelitsha, Südafrika, überlege ich mir sogar hier zu bleiben, also hier zu studieren. Denn das Land und die Menschen haben es mir eindeutig angetan. Ich habe mich verliebt in das alles hier.
Die Kinder einfach nur zu beobachten ist manchmal wie ein Wunder. Egal wie krank sie auch sein mögen, sie lachen und spielen und rennen herum. Natürlich merkt man bei ihnen manchmal oder auch öfter die Krankheiten und das schwache Immunsystem, einige sind sozusagen dauerkrank und ständig im Krankenhaus, was mich unheimlich nachdenklich und traurig macht.
In den letzten 5 Monaten war ich nun ca. 7 Mal über Nacht im Krankenhaus mit einem Baby und ich kann mich darüber nicht beschweren. Es ist immer eine unglaublich anstrengende Nacht, denn an Schlaf ist meistens nicht zu denken, aber ich kann kaum in Worte fassen was dabei geschieht. Man baut dabei eine unglaubliche Bindung zu dem Kind auf, ganz besonders weil ich sowohl mit Nikita, Somila und Imange jeweils 2 Mal über Nacht war. Man ist ganz alleine mit dem Kind (abgesehen von den Nurses und den anderen Müttern mit Kind). Füttert, wechselt Windeln, in den Schlaf wiegen, spielen...Es ist toll! Nach diesem Jahr werde ich zumindest für einem Teil wissen was es heißt Mama zu sein.
Wir haben hier noch andere Freiwillige von einer andern Organisation, AVIVA´s nennen sie sich. Die sind immer nur zwischen 1-3 Monate hier und dann gehen sie wieder. Jedes Mal wenn ich sehe, das wieder welche gehen fühle ich mich unglaublich glücklich, dass nicht ich diejenige bin, die Abschied nehmen muss. Ich schaue meinen restlichen Monaten mit Freude und Spannung entgegen und hoffe das ich noch einiges lernen und erfahren darf.
Samstag, 27. Dezember 2008
Weihnachten in Baph
Sommer, Sonne, Wärme....Hitze..... und das an Weihnachten, da kommen wirklich so gar keine Weihnachtsgefühle auf. Die Kinder haben schon seit Anfang Dezember Weihnachtsgeschenke regelrecht hinterher geschmissen bekommen, von irgendwelchen Firmen, Schulen, Privatmenschen etc. gespendet. Jeder will den Kindern von Baphumelele etwas gutes tun. Das ist sehr schön, aber dadurch habe ich das Gefühl, lernen die Kinder gar nicht so richtig Weihnachten schätzen. Es gibt eben Geschenke über Geschenke!
Bei mir ist jegliches weihnachtliche Gefühl ausgeblieben, ansatzweise ist es aufgetaucht beim vielen Karten und Briefe schreiben.
Angefangen hat dann alles am 24.12., wo doch eigentlich für uns der große und besondere Tag sein sollte. Doch Pustekuchen, hier ist alles anders. Wie in anderen Teilen der Welt wird erst am 25.12. gefeiert. Doch auch heute hätte der traditionshalber etwas stattfinden sollen. Die Kinder hätten, alle weiß angezogen, durch die Community ziehen sollen um Geschenke zu verteilen und danach hätte Mama Rosie eine Weihnachtsgeschichte erzählt, wie jedes Jahr. Das ist dann aber flach gefallen, weil diejenige, die es hätte organisieren sollen, nichts dergleichen getan hatte. Sehr schade für uns, weil es immer super spannend und interessant ist etwas von den Traditionen hier mitzubekommen. So hieß es für uns am 24.12. nur bastelt, basteln, basteln und danach die Crèche (Kindergarten) zu schmücken, denn dort sollte alles am nächsten Tag stattfinden. Am Abend haben wir uns dann mit den AVIVA´s (das sind andere Freiwillige hier in Baph) zusammen getan und mit ihnen einen schönen aber etwas chaotischen Abend gehabt. Wir wollten Kartoffelschnitze im Ofen machen, aber das hat Stunden gedauert und jeder hat Hunger bekommen, so wurde der Dipp schon mit Toast und Karotten gegessen. Es blieb aber auch noch etwas für die Schnitze übrig. Während ich ein bisschen Weihnachtsweh bekommen habe, weil bei mir zu Hause doch sehr groß gefeiert wird, haben die anderen stundenlang Twister gespielt und der Abend war trotz allem noch sehr lustig.
Am 25.12. hieß es dann gegen 6:00 in der Clemenskitchen bereit stehen. Wir mussten das Frühstück mit helfen vorzubereiten. Aus ca. 300 Eiern wurde in zwei riesigen Töpfen Rührei gemacht, dazu gab es Bacon, Brötchen, Wurst und komischerweise auch noch Fischstäbchen. Wie alles war auch das hier etwas unorganisiert und so bekamen nur ersten Kinder wirklich von allem etwas. Statt einfach anfangs durchzuzählen und zur Not alles noch mal in Hälften zu teilen wurde bei den ersten Tellern alles doppelt und dreifach draufgeklatscht und am Ende war kein Bacon und keine Wurst, ja sogar keine Fischstäbchen mehr da. Aber letzten Endes wurden dann doch alle satt und waren glücklich.
Nach einer etwa 5 Minutenpause ging es dann schon weiter. Marie und Freddie haben das Braai (Grill-) fleisch von Mama Rosie´s Haus, das nur einmal um die Ecke liegt, nach Baph geholt. Das war dieses Jahr etwas besonderes, denn das gibt es normalerweise nicht, doch das Fleisch war eine Spende... Während Freddie schon mal den Grill angeschmissne hat haben wir in der Clemenskitchen geholfen das Fleisch auszupacken, zu waschen, zu schneiden und zu würzen. Danach ging es dann hinter den Woodworkshop zum grillen. Denn Hauptteil dort haben die Jungs (Freddie und Jakob) übernommen, aber auch Johanna und ich haben geholfen. Ca. 5 Stunden und 50 Kilo Fleisch später war alles fertig. Grillen für 100 Kinder und 20 Sisis, das ist unglaublich.
Unterdessen waren aber auch die anderen nicht untätig, sie mussten in der Crèche Geschenke einpacken und den Kindern zuweisen. Doch das war ziemlich schwierig, weil die meisten Sachen schon eingepackt von den Schulen, Firmen oder Privatpersonen hier angekommen waren, wir aber nicht wussten, was darin war. also hieß es bei den meisten Päckchen auspacken, schauen was drin ist, einem Kind zuweisen und wieder einpacken, Namen drauf und das nächste Geschenk. Eine ebenfalls Stunden dauernde Arbeit!
Doch irgendwann ist auch die längste Arbeit zu Ende und so konnte es weiter gehen. Die Kinder saßen alle an hergerichteten Tischen in der Crèche und haben ihre Wurst im Brötchen mit noch einem Stück Hühnchen, Rotkraut und irgendwas mit Bohnen bekommen und gegessen. Danach gab es dann ein Geschenk für jeden, welche wir Freiwilligen mit Nodipa aus dem Office ausgeteilt haben.
Dann war der Tag eigentlich auch schon so gut wie um, doch wo blieb unsere eigene Bescherung...?
Irgendwann wurde uns verboten in die Flat zu gehen, denn da waren Jonas und Allison im Gange. Wir hatten uns einen kleinen Plastikweihnachtsbaum aus dem Office „ausgeborgt“. Dann haben wir uns alle auf der Treppe die zur Flat hoch geht getroffen und ein bisschen Weihnachtslieder gesungen und geträllert. Irgendwann durften wir dann auch durch die Türe. Es war so toll! Jonas und Allison hatten den Baum auf unseren kleinen Tisch gestellt, darum die Geschenke verteilt und zwischendrin alles mit ein paar Teelichtern verziert. Wir haben uns alle um den Baum gesessen und ein Weihnachtslied (Holy Night) gesungen. Danach haben wir immer gegenseitig die Geschenke ausgepackt, einer nach dem anderen. Es war unglaublich, aber es ist ein bisschen eine Art Weihnachtsgefühl entstanden, endlich!
Der Abend war noch sehr schön, wir haben zusammen gesessen, gelacht, der Musik gelauscht – das war auch noch eine Überraschung, denn Allison und Jonas hatten eine wunderbare Anlage für unsere Flat gekauft, nachdem wir Monate lang ohne Musik auskommen mussten - und geredet.
Das war Weihnachten 2008, anders aber trotzdem schön.
Bei mir ist jegliches weihnachtliche Gefühl ausgeblieben, ansatzweise ist es aufgetaucht beim vielen Karten und Briefe schreiben.
Angefangen hat dann alles am 24.12., wo doch eigentlich für uns der große und besondere Tag sein sollte. Doch Pustekuchen, hier ist alles anders. Wie in anderen Teilen der Welt wird erst am 25.12. gefeiert. Doch auch heute hätte der traditionshalber etwas stattfinden sollen. Die Kinder hätten, alle weiß angezogen, durch die Community ziehen sollen um Geschenke zu verteilen und danach hätte Mama Rosie eine Weihnachtsgeschichte erzählt, wie jedes Jahr. Das ist dann aber flach gefallen, weil diejenige, die es hätte organisieren sollen, nichts dergleichen getan hatte. Sehr schade für uns, weil es immer super spannend und interessant ist etwas von den Traditionen hier mitzubekommen. So hieß es für uns am 24.12. nur bastelt, basteln, basteln und danach die Crèche (Kindergarten) zu schmücken, denn dort sollte alles am nächsten Tag stattfinden. Am Abend haben wir uns dann mit den AVIVA´s (das sind andere Freiwillige hier in Baph) zusammen getan und mit ihnen einen schönen aber etwas chaotischen Abend gehabt. Wir wollten Kartoffelschnitze im Ofen machen, aber das hat Stunden gedauert und jeder hat Hunger bekommen, so wurde der Dipp schon mit Toast und Karotten gegessen. Es blieb aber auch noch etwas für die Schnitze übrig. Während ich ein bisschen Weihnachtsweh bekommen habe, weil bei mir zu Hause doch sehr groß gefeiert wird, haben die anderen stundenlang Twister gespielt und der Abend war trotz allem noch sehr lustig.
Am 25.12. hieß es dann gegen 6:00 in der Clemenskitchen bereit stehen. Wir mussten das Frühstück mit helfen vorzubereiten. Aus ca. 300 Eiern wurde in zwei riesigen Töpfen Rührei gemacht, dazu gab es Bacon, Brötchen, Wurst und komischerweise auch noch Fischstäbchen. Wie alles war auch das hier etwas unorganisiert und so bekamen nur ersten Kinder wirklich von allem etwas. Statt einfach anfangs durchzuzählen und zur Not alles noch mal in Hälften zu teilen wurde bei den ersten Tellern alles doppelt und dreifach draufgeklatscht und am Ende war kein Bacon und keine Wurst, ja sogar keine Fischstäbchen mehr da. Aber letzten Endes wurden dann doch alle satt und waren glücklich.
Nach einer etwa 5 Minutenpause ging es dann schon weiter. Marie und Freddie haben das Braai (Grill-) fleisch von Mama Rosie´s Haus, das nur einmal um die Ecke liegt, nach Baph geholt. Das war dieses Jahr etwas besonderes, denn das gibt es normalerweise nicht, doch das Fleisch war eine Spende... Während Freddie schon mal den Grill angeschmissne hat haben wir in der Clemenskitchen geholfen das Fleisch auszupacken, zu waschen, zu schneiden und zu würzen. Danach ging es dann hinter den Woodworkshop zum grillen. Denn Hauptteil dort haben die Jungs (Freddie und Jakob) übernommen, aber auch Johanna und ich haben geholfen. Ca. 5 Stunden und 50 Kilo Fleisch später war alles fertig. Grillen für 100 Kinder und 20 Sisis, das ist unglaublich.
Unterdessen waren aber auch die anderen nicht untätig, sie mussten in der Crèche Geschenke einpacken und den Kindern zuweisen. Doch das war ziemlich schwierig, weil die meisten Sachen schon eingepackt von den Schulen, Firmen oder Privatpersonen hier angekommen waren, wir aber nicht wussten, was darin war. also hieß es bei den meisten Päckchen auspacken, schauen was drin ist, einem Kind zuweisen und wieder einpacken, Namen drauf und das nächste Geschenk. Eine ebenfalls Stunden dauernde Arbeit!
Doch irgendwann ist auch die längste Arbeit zu Ende und so konnte es weiter gehen. Die Kinder saßen alle an hergerichteten Tischen in der Crèche und haben ihre Wurst im Brötchen mit noch einem Stück Hühnchen, Rotkraut und irgendwas mit Bohnen bekommen und gegessen. Danach gab es dann ein Geschenk für jeden, welche wir Freiwilligen mit Nodipa aus dem Office ausgeteilt haben.
Dann war der Tag eigentlich auch schon so gut wie um, doch wo blieb unsere eigene Bescherung...?
Irgendwann wurde uns verboten in die Flat zu gehen, denn da waren Jonas und Allison im Gange. Wir hatten uns einen kleinen Plastikweihnachtsbaum aus dem Office „ausgeborgt“. Dann haben wir uns alle auf der Treppe die zur Flat hoch geht getroffen und ein bisschen Weihnachtslieder gesungen und geträllert. Irgendwann durften wir dann auch durch die Türe. Es war so toll! Jonas und Allison hatten den Baum auf unseren kleinen Tisch gestellt, darum die Geschenke verteilt und zwischendrin alles mit ein paar Teelichtern verziert. Wir haben uns alle um den Baum gesessen und ein Weihnachtslied (Holy Night) gesungen. Danach haben wir immer gegenseitig die Geschenke ausgepackt, einer nach dem anderen. Es war unglaublich, aber es ist ein bisschen eine Art Weihnachtsgefühl entstanden, endlich!
Der Abend war noch sehr schön, wir haben zusammen gesessen, gelacht, der Musik gelauscht – das war auch noch eine Überraschung, denn Allison und Jonas hatten eine wunderbare Anlage für unsere Flat gekauft, nachdem wir Monate lang ohne Musik auskommen mussten - und geredet.
Das war Weihnachten 2008, anders aber trotzdem schön.
Mittwoch, 3. Dezember 2008
Zimmer...oder eher Loch?
Nun will ich euch da draußen mal einen kurzen Einblick in meine Wohn- Schlafstätte geben. Nur um einen kleinen Eindruck zu verschaffen wie ich lebe.
Mein Zimmer, das ich mit Lina teile, ist etwa 2 auf 3 Meter groß. Wenn man die Türe öffnet, dann sieht man links ein Stockwerkbett, in dem ich oben schlafe. An der Wand neben dem Bett hängen jeweils Fotos von unseren Liebsten! (Also wer auch gerne noch dort hängen will darf mir gerne einen Brief mit Foto schicken ;-)).

Neben dem Bett ist gerade genug Platz um zu laufen und sich umzuziehen. Hinter dem Bett steht ein großer schwerer Schreibtisch, dessen sechs Schubladen nicht mehr alle funktionstüchtig sind. Mehr hatten wir nicht, als wir in das Zimmer kamen. Wohin also mit unseren Anziehsachen? Denn aus dem Koffer will keiner ein ganzes Jahr leben, wenn es anders geht. Also haben wir versucht kreativ zu sein und uns ein provisorisches „Regal“ gebaut. Das Regal besteht aus Backsteinen und Brettern die aufeinandergestapelt und aufeinandergelegt sind.

Es ist jedenfalls kuschelig und leider verstaubt und verdreckt es extrem schnell. Aber ich bin ja hier in einem Township und brauche keinen Luxus!
Mein Zimmer, das ich mit Lina teile, ist etwa 2 auf 3 Meter groß. Wenn man die Türe öffnet, dann sieht man links ein Stockwerkbett, in dem ich oben schlafe. An der Wand neben dem Bett hängen jeweils Fotos von unseren Liebsten! (Also wer auch gerne noch dort hängen will darf mir gerne einen Brief mit Foto schicken ;-)).
Neben dem Bett ist gerade genug Platz um zu laufen und sich umzuziehen. Hinter dem Bett steht ein großer schwerer Schreibtisch, dessen sechs Schubladen nicht mehr alle funktionstüchtig sind. Mehr hatten wir nicht, als wir in das Zimmer kamen. Wohin also mit unseren Anziehsachen? Denn aus dem Koffer will keiner ein ganzes Jahr leben, wenn es anders geht. Also haben wir versucht kreativ zu sein und uns ein provisorisches „Regal“ gebaut. Das Regal besteht aus Backsteinen und Brettern die aufeinandergestapelt und aufeinandergelegt sind.
Es ist jedenfalls kuschelig und leider verstaubt und verdreckt es extrem schnell. Aber ich bin ja hier in einem Township und brauche keinen Luxus!
Dienstag, 2. Dezember 2008
World-Aids-Day
1.12.:
Heute war der World Aids Day und natürlich wurde dieser Tag hier in Baphumelele groß gefeiert. Gewalt, Brutalität, Leid und Elend musste vor der Türe bleiben, während in den Räumen der Crèche die fröhliche Feier stattfand.

AIDS:
HIV/Aids ist eine Krankheit, die viel zu viele Menschen dahinraffen lässt. Sie ist scheinbar nicht aufzuhalten.
Doch gibt es auch sehr viele Bewegungen gegen Aids, so kann man auch hier vielerorts die Aids-Schleife sehen, überall gibt es Kondome for free, Magazine, und besonders ich erlebe in Baphumelele durch meine Tätigkeit mit der Medizin, wie viel Tabletten und Sirups es gibt, um diese Krankheit aufzuhalten, sie zu verzögern.
Leider erlebt man viel zu oft, das die Menschen Angst haben sich zu der Krankheit zu bekennen, oder sich einfach nur darauf testen zu lassen.
World Aids Day:
Der World Aids Day – am 1.12. jeden Jahres – wurde von der WHO ins Leben gerufen, um auf diese Krankheit aufmerksam zu machen und um sich dieser bewusst zu werden.
Schon Tage vorher wurde geplant und gemacht, denn nicht nur wir von Baph, auch von einer anderen Einrichtungen, die mit HIV in Berührung kommt, wollte eine Gruppen kommen. Wir Volunteere wurden gefragt, ob wir auch etwas vortragen könnten/würden und eigentlich wollten wir das auch; doch leider hatten wir durch verschiedene Gegebenheiten nicht mehr die Möglichkeit etwas einzustudieren.
Am Montag wurde dann den ganzen Morgen und Vormittag gekocht und vorbereitet, dass um 14:00 dann auch alles bereit sein konnte.
Angefangen hat es mit einem Prayer. Das war richtig schön und sehr emotional. Verstanden haben wir zwar nichts, aber man konnte es innerlich und äußerlich fühlen. Dann wurde gesungen und die Kinder von Baph haben Tänze vorgeführt. Danach kam dann die Gruppe von außerhalb dran. Es ist ein wahnsinns Gefühl was bei solchen afrikanischen Tänzen für Emotionen entstehen. Daraufhin haben beide Gruppen ein kleines Theaterstück aufgeführt, das von HIV gehandelt hat. Danach wurde noch viel gesprochen, gesungen und alle haben getanzt. Unglaublich war wieder mal das Körper- und Rhythmusgefühl der selbst noch sehr jungen Kinder zu erblicken, da wird man richtig neidisch. Wie die sich bewegen, so voller Freude, Überzeugung, innerlichem Gleichgewicht, egal, was draußen oder in ihrem Leben passiert. Heute durften wir Freiwilligen so richtig in die afrikanischen Wurzeln blicken.

Heute war der World Aids Day und natürlich wurde dieser Tag hier in Baphumelele groß gefeiert. Gewalt, Brutalität, Leid und Elend musste vor der Türe bleiben, während in den Räumen der Crèche die fröhliche Feier stattfand.
AIDS:
HIV/Aids ist eine Krankheit, die viel zu viele Menschen dahinraffen lässt. Sie ist scheinbar nicht aufzuhalten.
Doch gibt es auch sehr viele Bewegungen gegen Aids, so kann man auch hier vielerorts die Aids-Schleife sehen, überall gibt es Kondome for free, Magazine, und besonders ich erlebe in Baphumelele durch meine Tätigkeit mit der Medizin, wie viel Tabletten und Sirups es gibt, um diese Krankheit aufzuhalten, sie zu verzögern.
Leider erlebt man viel zu oft, das die Menschen Angst haben sich zu der Krankheit zu bekennen, oder sich einfach nur darauf testen zu lassen.
World Aids Day:
Der World Aids Day – am 1.12. jeden Jahres – wurde von der WHO ins Leben gerufen, um auf diese Krankheit aufmerksam zu machen und um sich dieser bewusst zu werden.
Schon Tage vorher wurde geplant und gemacht, denn nicht nur wir von Baph, auch von einer anderen Einrichtungen, die mit HIV in Berührung kommt, wollte eine Gruppen kommen. Wir Volunteere wurden gefragt, ob wir auch etwas vortragen könnten/würden und eigentlich wollten wir das auch; doch leider hatten wir durch verschiedene Gegebenheiten nicht mehr die Möglichkeit etwas einzustudieren.
Am Montag wurde dann den ganzen Morgen und Vormittag gekocht und vorbereitet, dass um 14:00 dann auch alles bereit sein konnte.
Angefangen hat es mit einem Prayer. Das war richtig schön und sehr emotional. Verstanden haben wir zwar nichts, aber man konnte es innerlich und äußerlich fühlen. Dann wurde gesungen und die Kinder von Baph haben Tänze vorgeführt. Danach kam dann die Gruppe von außerhalb dran. Es ist ein wahnsinns Gefühl was bei solchen afrikanischen Tänzen für Emotionen entstehen. Daraufhin haben beide Gruppen ein kleines Theaterstück aufgeführt, das von HIV gehandelt hat. Danach wurde noch viel gesprochen, gesungen und alle haben getanzt. Unglaublich war wieder mal das Körper- und Rhythmusgefühl der selbst noch sehr jungen Kinder zu erblicken, da wird man richtig neidisch. Wie die sich bewegen, so voller Freude, Überzeugung, innerlichem Gleichgewicht, egal, was draußen oder in ihrem Leben passiert. Heute durften wir Freiwilligen so richtig in die afrikanischen Wurzeln blicken.
Rastafari-World
Also, ich habe ja schon vieles gesehen, gehört und erlebt, aber was ich am 30.11. zu Augen bekommen habe, das war unglaublich.
Lala, unser lustiger Freund vom Khayelitsha Festival - der uns auch bei unserem Ferienprogramm für die Kids mit einem Basketballtag unterstützt – hat uns zu diesem Sunsplash-Reggae-Festival am Macassar Beach eingeladen und Marie, Lina und ich haben uns von Anil nichts ahnend dort aussetzten lassen. Es sah schon richtig toll aus von weitem. So viele Rastafari habe ich noch nie auf einem Haufen gesehen. Von ganz jung bis ganz alt, es war wirklich alles dabei. Teilweise gab es schon fantastische Bilder von Menschen zu sehen mit den unglaublichsten Dreads auf dem Kopf. Manche hatten ganz ganz dünne, kleine, lange oder auch einen einzigen großen langen Dread. Ein paar hatten sich ihre Dreads auch zu einem Turban auf dem Kopf zusammen geschwungen und geknotet. Super anzusehen!!! Aber auch die ganz jungen Kinder hatten schon die tollsten Dreadkreationen auf dem Kopf.
Wir haben uns erst mal vor die Tore gesetzt, da wir auf Lala warten mussten, und haben gestaunt und beobachtet. Da Lala dann aber sehr lange auf sich warten ließ haben wir beschlossen schon mal rein zu gehen und uns in das Getümmel zu stürzten. Schon vor der Tür wurde man zugeraucht, nein, nicht von Zigarettenrauch, sondern von Joints. Und angeboten wurde auch schon etwas. Doch dann waren wir drinnen. Ein riesen, meist grünes Gelände direkt an einem tollen Strand. Überall verstreut standen Zelte und es gab Stände.... voll von Weed, Gras..... alles was das Herz begehrte. Aber es wurde aber nicht nur in kleinen Mengen, sondern in riesigen Bergen angeboten. Ungelogen! Es waren wirklich ganze Berge und schwarze große Plastiktüten voll mit schon vorverpackten Päckchen.
Und so billig war alles... man bekam 1 Gramm für teilweise weniger als 1 Euro!!! Ein Paradies für alle Kiffer.
Und Bilder wurden einem geboten...das „Schönste“ aber auch Erschreckenste, was ich zu Gesicht bekommen habe war eine dicke Afrikamama, die auf dem Boden saß, mit der einen entblößten Brust ihr kleines Baby gestillt hat und in der anderen Hand einen dicken Joint hatte und gemütlich geraucht hat. Jeder hat etwas geraucht auf die unterschiedlichste Art und Weise. Und die Polizei stand neben dran und hat nichts gesagt geschweigedenn gemacht.
Lala kam dann später auch noch mit ein paar Freunden und seinen Geschwistern und hat uns aufgeklärt. Nur an diesem Tag im Jahr und nur auf diesem Festivalgelände ist es erlaubt und „legal“ zu kaufen, zu rauchen und zu verkaufen! Die Polizei ist nur wegen möglicher Gewaltdelikte vor Ort, nicht wegen dem Weed.
Sonntag, 9. November 2008
Kulturschock - die deutsche Schule und ihr Bazar
Nach dem Basketball-Mittag sind wir (Anil, Lina, Freddie und Johanna) noch nach Kapstadt gefahren. Johanna und Freddie haben wir in der Longstreet abgesetzt und wir, der Rest, sind in die deutsche Schule gefahren. Der Weg dorthin war extrem voll und wir hatten Schwierigkeiten hinzu kommen; es war ja Bazar und der Andrang schien sehr hoch zu sein. Aber wir haben dann doch noch ein Parkplatz gefunden und uns ins Getummel gestürzt.
Das war erst mal ein großer Kulturschock. Warum? Fast 3 Monate Afrika habe ich nun erlebt und ich bin so langsam wirklich in dieses Land und in die Gewohnheiten hinein gewachsen.
Auf diesem Bazar war wirklich sehr viel los, eine Gedränge ohne Ende und viel zu viele Deutsch (aber es ist ja auch die deutsche Schule...). Also haben wir drei uns erst mal durch das Gedränge hindurch geschlängelt um zu Anil`s Freund Phillip zu gelangen, der hier für ein Jahr arbeitet. Da ist uns natürlich auch gleich der Brat- und Bockwurst Stand aufgefallen. Nachdem wir Phillip Hallo gesagt hatten, haben wir uns auch gleich in die Reihe dafür gestellt. Deutsche Bratwurst..... man muss schon gut suchen um hier wirklich leckeres Fleisch zu finden, oder man gibt wahnsinnig viel Geld aus. Naja das Fleisch im Pick ´n Pay ist nicht immer no ansprechend. Und für den Metzger reicht das Geld nicht. Die angebotenen Schafsköpfe am Straßenrand wirken auch nicht so sonderlich ansprechend. Das war also ein Genuss! Doch dann haben wir das Zelt gesehen. Es war wirklich wie in Deutschland - vielleicht sogar wie auf dem Oktoberfest - jedenfalls das Zelt wirkte so. Lina war zu geschockt um hinein zu gehen, doch ich hab mich gewagt. Ich denke, ich hab eine etwas komische Figur abgegeben, wie ich da so in der angetrunkenen und Bier trinkenden Menge stand, die sich einen abgegrölt und getanzt hat, während eine Band (auch deutsche) Lieder geträllert hat. Ich hatte meine Wasserflasche in der Hand und hab mit halb offenen Mund durch die Gegend gestarrt und gestaunt. Es war schon irgendwie komisch, zum einen Teil hab ich mich „heimisch“ gefühlt und zum anderen Teil vollkommen fremd. Heimisch nicht durch die grölende Menge, aber eben durch die vielen Deutschen und alles drum herum (nicht das ihr jetzt denkt ich wäre in Deutschland immer nur an solchen Orten gewesen ;-) ) Aber ich hab so was eben eine lange Zeit nicht mehr erlebt.
Leider war der wirkliche Bazar schon zu Ende, es gab nur noch etwas zu Essen und Trinken, denn wir waren zu spät in Khayelitsha aufgebrochen. Aber nur um das Erlebnis zu haben hatte es sich schon gelohnt. Wir haben dann noch kurz das Schulgebäude angeschaut – dort machen sie gerade eine faszinierende Stuhlauktion. Künstler, aber auch andere Menschen und Klassen habe einfache Stühle zu Kunstwerken gemacht. Es gab Stühle da wurde ein Schachbrett auf die Sitzfläche gemacht, Zeitungsartikel eingelassen, Kuhflecken draufgemalt, es gab einen Prinzessinnenstuhl, einen Waldkönigstuhl und auch einen der zur „Toilette“ umfunktioniert wurde. Es war richtig schön anzusehen, und diese Stühle werden in einer geheimen Auktion versteigert und das Geld gespendet.
Danach saßen wir noch eine Weile bei Phillip im Zimmer und dann ging es auch schon Johanna und Freddie einsammeln und zurück nach Khayelitsha.
Aber über dieses „deutsch“ – Erlebnis haben besonders Lina und ich noch eine Weile geredet.
Das war erst mal ein großer Kulturschock. Warum? Fast 3 Monate Afrika habe ich nun erlebt und ich bin so langsam wirklich in dieses Land und in die Gewohnheiten hinein gewachsen.
Auf diesem Bazar war wirklich sehr viel los, eine Gedränge ohne Ende und viel zu viele Deutsch (aber es ist ja auch die deutsche Schule...). Also haben wir drei uns erst mal durch das Gedränge hindurch geschlängelt um zu Anil`s Freund Phillip zu gelangen, der hier für ein Jahr arbeitet. Da ist uns natürlich auch gleich der Brat- und Bockwurst Stand aufgefallen. Nachdem wir Phillip Hallo gesagt hatten, haben wir uns auch gleich in die Reihe dafür gestellt. Deutsche Bratwurst..... man muss schon gut suchen um hier wirklich leckeres Fleisch zu finden, oder man gibt wahnsinnig viel Geld aus. Naja das Fleisch im Pick ´n Pay ist nicht immer no ansprechend. Und für den Metzger reicht das Geld nicht. Die angebotenen Schafsköpfe am Straßenrand wirken auch nicht so sonderlich ansprechend. Das war also ein Genuss! Doch dann haben wir das Zelt gesehen. Es war wirklich wie in Deutschland - vielleicht sogar wie auf dem Oktoberfest - jedenfalls das Zelt wirkte so. Lina war zu geschockt um hinein zu gehen, doch ich hab mich gewagt. Ich denke, ich hab eine etwas komische Figur abgegeben, wie ich da so in der angetrunkenen und Bier trinkenden Menge stand, die sich einen abgegrölt und getanzt hat, während eine Band (auch deutsche) Lieder geträllert hat. Ich hatte meine Wasserflasche in der Hand und hab mit halb offenen Mund durch die Gegend gestarrt und gestaunt. Es war schon irgendwie komisch, zum einen Teil hab ich mich „heimisch“ gefühlt und zum anderen Teil vollkommen fremd. Heimisch nicht durch die grölende Menge, aber eben durch die vielen Deutschen und alles drum herum (nicht das ihr jetzt denkt ich wäre in Deutschland immer nur an solchen Orten gewesen ;-) ) Aber ich hab so was eben eine lange Zeit nicht mehr erlebt.
Leider war der wirkliche Bazar schon zu Ende, es gab nur noch etwas zu Essen und Trinken, denn wir waren zu spät in Khayelitsha aufgebrochen. Aber nur um das Erlebnis zu haben hatte es sich schon gelohnt. Wir haben dann noch kurz das Schulgebäude angeschaut – dort machen sie gerade eine faszinierende Stuhlauktion. Künstler, aber auch andere Menschen und Klassen habe einfache Stühle zu Kunstwerken gemacht. Es gab Stühle da wurde ein Schachbrett auf die Sitzfläche gemacht, Zeitungsartikel eingelassen, Kuhflecken draufgemalt, es gab einen Prinzessinnenstuhl, einen Waldkönigstuhl und auch einen der zur „Toilette“ umfunktioniert wurde. Es war richtig schön anzusehen, und diese Stühle werden in einer geheimen Auktion versteigert und das Geld gespendet.
Danach saßen wir noch eine Weile bei Phillip im Zimmer und dann ging es auch schon Johanna und Freddie einsammeln und zurück nach Khayelitsha.
Aber über dieses „deutsch“ – Erlebnis haben besonders Lina und ich noch eine Weile geredet.
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