Nach dem Basketball-Mittag sind wir (Anil, Lina, Freddie und Johanna) noch nach Kapstadt gefahren. Johanna und Freddie haben wir in der Longstreet abgesetzt und wir, der Rest, sind in die deutsche Schule gefahren. Der Weg dorthin war extrem voll und wir hatten Schwierigkeiten hinzu kommen; es war ja Bazar und der Andrang schien sehr hoch zu sein. Aber wir haben dann doch noch ein Parkplatz gefunden und uns ins Getummel gestürzt.
Das war erst mal ein großer Kulturschock. Warum? Fast 3 Monate Afrika habe ich nun erlebt und ich bin so langsam wirklich in dieses Land und in die Gewohnheiten hinein gewachsen.
Auf diesem Bazar war wirklich sehr viel los, eine Gedränge ohne Ende und viel zu viele Deutsch (aber es ist ja auch die deutsche Schule...). Also haben wir drei uns erst mal durch das Gedränge hindurch geschlängelt um zu Anil`s Freund Phillip zu gelangen, der hier für ein Jahr arbeitet. Da ist uns natürlich auch gleich der Brat- und Bockwurst Stand aufgefallen. Nachdem wir Phillip Hallo gesagt hatten, haben wir uns auch gleich in die Reihe dafür gestellt. Deutsche Bratwurst..... man muss schon gut suchen um hier wirklich leckeres Fleisch zu finden, oder man gibt wahnsinnig viel Geld aus. Naja das Fleisch im Pick ´n Pay ist nicht immer no ansprechend. Und für den Metzger reicht das Geld nicht. Die angebotenen Schafsköpfe am Straßenrand wirken auch nicht so sonderlich ansprechend. Das war also ein Genuss! Doch dann haben wir das Zelt gesehen. Es war wirklich wie in Deutschland - vielleicht sogar wie auf dem Oktoberfest - jedenfalls das Zelt wirkte so. Lina war zu geschockt um hinein zu gehen, doch ich hab mich gewagt. Ich denke, ich hab eine etwas komische Figur abgegeben, wie ich da so in der angetrunkenen und Bier trinkenden Menge stand, die sich einen abgegrölt und getanzt hat, während eine Band (auch deutsche) Lieder geträllert hat. Ich hatte meine Wasserflasche in der Hand und hab mit halb offenen Mund durch die Gegend gestarrt und gestaunt. Es war schon irgendwie komisch, zum einen Teil hab ich mich „heimisch“ gefühlt und zum anderen Teil vollkommen fremd. Heimisch nicht durch die grölende Menge, aber eben durch die vielen Deutschen und alles drum herum (nicht das ihr jetzt denkt ich wäre in Deutschland immer nur an solchen Orten gewesen ;-) ) Aber ich hab so was eben eine lange Zeit nicht mehr erlebt.
Leider war der wirkliche Bazar schon zu Ende, es gab nur noch etwas zu Essen und Trinken, denn wir waren zu spät in Khayelitsha aufgebrochen. Aber nur um das Erlebnis zu haben hatte es sich schon gelohnt. Wir haben dann noch kurz das Schulgebäude angeschaut – dort machen sie gerade eine faszinierende Stuhlauktion. Künstler, aber auch andere Menschen und Klassen habe einfache Stühle zu Kunstwerken gemacht. Es gab Stühle da wurde ein Schachbrett auf die Sitzfläche gemacht, Zeitungsartikel eingelassen, Kuhflecken draufgemalt, es gab einen Prinzessinnenstuhl, einen Waldkönigstuhl und auch einen der zur „Toilette“ umfunktioniert wurde. Es war richtig schön anzusehen, und diese Stühle werden in einer geheimen Auktion versteigert und das Geld gespendet.
Danach saßen wir noch eine Weile bei Phillip im Zimmer und dann ging es auch schon Johanna und Freddie einsammeln und zurück nach Khayelitsha.
Aber über dieses „deutsch“ – Erlebnis haben besonders Lina und ich noch eine Weile geredet.
Sonntag, 9. November 2008
Makhaza und das Open-Mic
Makahza ist ein Teil von Khayelitsha und mit dem Auto von uns etwa 10 Minuten entfernt. Lala, ein Junge, denn wir auf dem Khayelitsha Festival kennen gelernt hatten hat uns hier her eingeladen. Er hat uns erzählt er würde eine Open-Mic Session organisieren mit einem Basketball Tournier. Erst mal ist er ein unheimlich lieber Kerl gewesen und außerdem wollen wir ja so viel es geht hier herum kommen, also haben wir uns an diesem Samstag auf den Weg dorthin gemacht. Leider waren wir etwas zu spät und haben das open Mic verpasst. Doch das Basketball Tournier war am laufen und es war wirklich gut. Die meisten Spieler waren richtige Riesen und konnten den Ball gerade in den Korb heben. Wir konnten nicht mitspielen, da alle schon als Team gekommen waren. Doch wir konnten uns einen der Bälle schnappen und auf der anderen Seite ein paar Körbe werfen. Das war auch ganz lustig. Danach haben wir dann nur noch zugeschaut. Manche haben richtig fantastisch gespielt und es war eine Freude das mit anzusehen. Auch die Leute da waren wieder unheimlich nett. Einer der Jungs kam zu uns und hat sich einfach vorgestellt und dazu gesetzt und hat uns gesagt er wollt einfach nur zeigen das sie uns nicht ignorieren sondern sich freuen das wir auch da sind. Das war schön.
Am Ende hat Lala dann noch eine kurze Ansprache gehalten. Er hatte das Tournier und alles drum herum mitorganisiert, weil er und seine Jungs die Menschen etwas näher zusammen bringen wollen. Sie wollen, dass man sich untereinander neu oder besser kennen lernt, damit nicht mehr so viel Gewalt und Kriminalität herrscht. Es war für jung und alt. Und besonders denn jungen wollte er zeigen, dass es eine Möglichkeit gibt nicht nur herum zu hängen und da durch vielleicht auf die falsche Bahn zu geraten. Straßentourniere oder ähnliches bringt die Menschen zusammen. Doch hat er auch darauf aufmerksam gemacht, dass es sehr wichtig ist in die Schule zu gehen und zu lernen, damit man später etwas aus sich machen kann, das hat er auch besonders an die jüngeren gerichtet, die ihm auch sehr aufmerksam zugehört haben. Mich hat diese Ansprache unheimlich beeindruckt. Lala ist auch noch sehr jung, vielleicht 18/19 Jahre alt. Es ist beeindruckend, wie viele junge Menschen sich hier für die anderen und die Zukunft einsetzen und versuchen etwas zu verändern und den jüngeren ein Vorbild zu sein. Und ganz stark mit der HipHop Musik oder solchen Straßenevents versucht man die Kinder von der Straße zu holen. Es war ergreifend, wie ihm alle mit offenen Ohren und Augen gelauscht haben. Dann hat er sich noch bei allen bedankt, die gekommen waren, denn es waren auch welche aus anderen Townships da. Er hat sich sogar bei uns bedankt, dass wir gekommen sind. Ihm war das sehr wichtig, da er damit auch zeigen wollte, dass wir akzeptiert und aufgenommen werden.
Lala und seine Jungs wollen noch weitere dieser Tourniere und Events organisieren und ich hoffe sehr das er uns davon rechtzeitig erzählt, so das wir wieder daran teilhaben können, denn es hat sehr viel Spaß gemacht und war schön auch die Menschen aus Khayelitsha und Umgebung kennenzulernen.
Am Ende hat Lala dann noch eine kurze Ansprache gehalten. Er hatte das Tournier und alles drum herum mitorganisiert, weil er und seine Jungs die Menschen etwas näher zusammen bringen wollen. Sie wollen, dass man sich untereinander neu oder besser kennen lernt, damit nicht mehr so viel Gewalt und Kriminalität herrscht. Es war für jung und alt. Und besonders denn jungen wollte er zeigen, dass es eine Möglichkeit gibt nicht nur herum zu hängen und da durch vielleicht auf die falsche Bahn zu geraten. Straßentourniere oder ähnliches bringt die Menschen zusammen. Doch hat er auch darauf aufmerksam gemacht, dass es sehr wichtig ist in die Schule zu gehen und zu lernen, damit man später etwas aus sich machen kann, das hat er auch besonders an die jüngeren gerichtet, die ihm auch sehr aufmerksam zugehört haben. Mich hat diese Ansprache unheimlich beeindruckt. Lala ist auch noch sehr jung, vielleicht 18/19 Jahre alt. Es ist beeindruckend, wie viele junge Menschen sich hier für die anderen und die Zukunft einsetzen und versuchen etwas zu verändern und den jüngeren ein Vorbild zu sein. Und ganz stark mit der HipHop Musik oder solchen Straßenevents versucht man die Kinder von der Straße zu holen. Es war ergreifend, wie ihm alle mit offenen Ohren und Augen gelauscht haben. Dann hat er sich noch bei allen bedankt, die gekommen waren, denn es waren auch welche aus anderen Townships da. Er hat sich sogar bei uns bedankt, dass wir gekommen sind. Ihm war das sehr wichtig, da er damit auch zeigen wollte, dass wir akzeptiert und aufgenommen werden.
Lala und seine Jungs wollen noch weitere dieser Tourniere und Events organisieren und ich hoffe sehr das er uns davon rechtzeitig erzählt, so das wir wieder daran teilhaben können, denn es hat sehr viel Spaß gemacht und war schön auch die Menschen aus Khayelitsha und Umgebung kennenzulernen.
Zum ersten und hoffentlich nicht letzten Mal - das Khayelitshafestival
Das gab es dieses Jahr zum ersten Mal hier im Township.
Aufgebaut und stattgefunden hat es in einer großen Halle in Khayelitsha, etwa 5 Minuten entfernt von uns. Es hat gewirkt wie eine kleine Messe. Man ist hinein gekommen in die Halle – nachdem man 3 Mal das Ticket vorzeigen und es dann am Schluss auch noch abgeben musste – und hat einen kleinen Stand neben dem anderen gesehen. Das meiste waren Infostände, wo man aber auch etwas kaufen konnte. Es war alles auf zwei Ebenen aufgebaut, oben war quasi die Empore einmal außen herum und unten dann die eigentliche Halle mit etwa 6-8 Reihen Stände. Auch Baphumelele hatte dort einen Infostand, weshalb wir auch eine Menge Tickets auf Vorrat hatten und keinen Eintritt zahlen mussten.
Die Stände waren sehr unterschiedlich. Anziehsachen, Schütz die Umwelt/Rettet Öl, Segeln, Baphumelele, Kleidungsdruck, Nagel- und Haarstudio, Taschen, Musik, Schmuck, soziale Townshipprojekte... es gab wirklich alles.
Auf beiden Seiten der Halle gab es Ausgänge. Auf der einen Seite war draußen eine riesige Bühne aufgebaut, wie auf einem Konzert, und es sind verschiedene, teilweise hier sehr bekannte Künstler aufgetreten. Auf der anderen Seite gab es Essens- und Getränkestände und es war noch ein kleines Zelt aufgebaut. Dort drunter gab es noch ein paar wenige Stände und eine weitere, etwas kleinere Bühne, wo auch Künstler – unter anderem unser lieber Sim – aufgetreten ist. Es waren wirklich fantastische Vorstellungen!!! Soweit ich mitbekommen habe ist alles auch sehr gut bei den Menschen hier angekommen. Was sehr schön ist, denn solche Sachen können Zukunftsbringen sein für Townships wie Khayelitsha.
Aufgebaut und stattgefunden hat es in einer großen Halle in Khayelitsha, etwa 5 Minuten entfernt von uns. Es hat gewirkt wie eine kleine Messe. Man ist hinein gekommen in die Halle – nachdem man 3 Mal das Ticket vorzeigen und es dann am Schluss auch noch abgeben musste – und hat einen kleinen Stand neben dem anderen gesehen. Das meiste waren Infostände, wo man aber auch etwas kaufen konnte. Es war alles auf zwei Ebenen aufgebaut, oben war quasi die Empore einmal außen herum und unten dann die eigentliche Halle mit etwa 6-8 Reihen Stände. Auch Baphumelele hatte dort einen Infostand, weshalb wir auch eine Menge Tickets auf Vorrat hatten und keinen Eintritt zahlen mussten.
Die Stände waren sehr unterschiedlich. Anziehsachen, Schütz die Umwelt/Rettet Öl, Segeln, Baphumelele, Kleidungsdruck, Nagel- und Haarstudio, Taschen, Musik, Schmuck, soziale Townshipprojekte... es gab wirklich alles.
Auf beiden Seiten der Halle gab es Ausgänge. Auf der einen Seite war draußen eine riesige Bühne aufgebaut, wie auf einem Konzert, und es sind verschiedene, teilweise hier sehr bekannte Künstler aufgetreten. Auf der anderen Seite gab es Essens- und Getränkestände und es war noch ein kleines Zelt aufgebaut. Dort drunter gab es noch ein paar wenige Stände und eine weitere, etwas kleinere Bühne, wo auch Künstler – unter anderem unser lieber Sim – aufgetreten ist. Es waren wirklich fantastische Vorstellungen!!! Soweit ich mitbekommen habe ist alles auch sehr gut bei den Menschen hier angekommen. Was sehr schön ist, denn solche Sachen können Zukunftsbringen sein für Townships wie Khayelitsha.
Mittwoch, 29. Oktober 2008
Erlebnisse der letzten Zeit
Es ist schwer einen Anfang zu finden. In den letzten Wochen haben mich einige Sachen sehr beschäftigt und es sind auch so manche Dinge passiert. Deshalb fang ich jetzt einfach mal an und hoffe ich komm nicht durcheinander.
Shackbrand:
Um auf das aktuellste Ereignis sprechen zu kommen, am Montag haben auf dem Mew Way – der etwa 3 Ecken von uns entfernt ist – Shacks angefangen zu brennen. Es ist bald Anfang November und das ist hier die Zeit der Brände, das ist richtig schlimm und schrecklich. Aber das ist der erste Brand, den ich hier zu Gesicht bekommen habe und das war erschreckend. Erst sahen wir nur eine große Rauchwolkeaufsteigen und dann wurde der Himmel darüber rot und wir sahen die Flammen. Erst waren es nur einzelne, doch dann wurden es immer mehr und sie loderten immer höher und heftiger. Wir haben uns erst gewundert, warum man die Flammen nicht sofort löschte, doch dann ist uns etwas bewusst geworden; wenn man eine Straße wie den Mew Way entlang fährt, dann sieht man am Straßenrand wie eine lange Mauer aus Shack neben Shack, es wird einem aber nicht sofort bewusste, dass das nur der Anfang ist, denn hinter dieser Reihe Shacks verbergen sich weitere Hunderte. Zu diesen führen keine richtigen Wege sondern nur sehr schmale Pfade zwischen den Shacks hindurch. Um auf das Feuer zurück zu kommen, man kann somit nicht sofort eine Shack löschen, wenn sie sich hinter dieser äußersten Straßenreihe befindet, weil man keine Möglichkeit hat mit einem Löschwagen dorthin zu gelangen. Dann stehen diese Shacks auch noch sehr nahe beieinander, so dass das Feuer von Sekunde zu Sekunde von einer zur anderen übergreifen kann und tut. Eine Shack besteht aus Wellblech und Holz, ist also durch das viele Holz, dass alles zusammenhält extrem leicht entzündbar. Es war erschreckend die Flammen zu sehen und nichts machen zu können. Das Feuer wurde immer größer und immer mehr Shacks brannten, schätzungsweise vielleicht 10. das bedeutet 10 Familien haben ihre Bleibe verloren, die sowieso nur sehr sehr mager war. sicherlich kommen sie bei Bekannten unter, hier ist ja alles eine enge Community, trotzdem haben sie alles verloren. Dann haben wir erfahren, dass bei solchen Ereignissen auch wahnsinnig viel gestohlen wird, dass heißt während die Menschen wegen dem Feuer auf die Straße gehen machen sich andere daran, die leerstehenden Shacks auszurauben. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass kein Mensch verletzt wurde!
Robertson:
Nach dem Abenteuer Township waren wir alle auf einem ähnlichen Event, diesmal aber in einem Township bei Robertson. Hier hatte Sim, der Manager vom Bonita, ein kleines HipHop-Konzert organisiert unter dem Moto „for the Kids“. Robertson liegt etwa 2 Stunden mit dem Auto entfernt von Baph. Geplant war der beginn um 16 Uhr, also sind wir um etwa 14 Uhr losgefahren. Dort angekommen wurde uns gesagt, dass es wohl etwas später werden würde, weil die Halle, in der es stattfinden würde noch belegt sei und alles erst so gegen 17-17.30 beginnen würde. Also sind wir wieder nach Robertson reingefahren um etwas zu essen. Wir haben uns in ein kleines Restaurant gesetzt und geschmaust. Wir waren um 17.30 Uhr zurück im Township und sind zu der Halle gefahren. Dort stellten wir dann fest das alles erst im Aufbau war, also weitere Wartezeit. Wir sind dann mit ein paar der Leute durch das kleine Township spaziert – es war so anders zu Khayelitsha, alles so klein und ruhig und man konnte ohne Gefahr herum laufen. Als wir wieder zurück kamen war es 19.30 Uhr und immer noch kein beginn in Sicht. Letzten Endes hat das ganze dann mit mehr als 4 Stunden Verspätung angefangen, was aber hier in der Gegend sehr typisch ist, wenn 14 Uhr gesagt wird, dann muss man sich meist auf mindestens 1-2 Stunden Verspätung einstellen. Das Konzert war super, aber leider waren viel zu wenig Leute da, vielleicht 50, mehr nicht, das war super schade. Wir sind dann gegen 22 Uhr nach Khayelitsha zurück gefahren.
Nikita:
Um einmal auf die Kinder und Babies sprechen zu kommen. Natürlich soll man sich nicht mit Absicht spezielle Kinder heraus suchen, doch passiert so was automatisch, so auch bei mir. Mein absoluter Schatz heißt Nikita und ist ein 5 Monate alter Junge. Der kleine Mann ist leider viel zu klein und auch noch untergewichtig. Ich war ja mit ihm vor nun schon 6 Wochen im Krankenhaus und über Nacht und danach war er für etwa 1 Woche im Krankenhaus. Damals hatte er eine schlimme Bronchitis und tat sich schwer mit dem Atmen. Dieses Mal war es ähnlich, aber doch auch ganz anders. Angefangen hat es eigentlich damit, dass er sich immer noch schwer getan hat zu atmen und es für kurze Augenblicke sogar vergessen hat. Dann kam noch dazu, dass er kaum was trinken wollte, er kann kaum schlucken habe ich das Gefühl. Nach einem Milcscan am Montag vor 2 Wochen war dann klar, dass er eine typische Babykrankheit hat und die Milch manchmal wieder hochkommt. Das ist wohl auch der Grund, warum er sich manchmal schwer mit dem Trinken tut. Am Mittwoch darauf hat er dann plötzlich Fieber bekommen. Wir haben ihm Panado gegeben und dann habe ich ihn ½ Stunde gebadet, um ihn wieder runter zu kühlen. Danach war es auch schon wieder besser, ich fand das baden nur sehr erschrecken, weil ich da das erste Mal richtig festgestellt habe, dass an Nikita eigentlich kaum mehr als Knochen und Haut ist. Nikitas „Mama“ im Babyhaus hat die Nacht über Fieber gemessen, noch mal ein Bad gemacht und auf Nikita aufgepasst. Am Donnerstag hab ich ihn dann als ersten zu Bridget, unsrer Nurse, gebracht, es war ja wieder Medizintag. Sie hat ihn abgehört und angeschaut und da hat er für eine Sekunde plötzlich angefangen zu schielen. So einen Schock habe ich bisher noch nie erlebt, das dürft ihr mir glauben. Bridget meinte ich solle so bald wie möglich ins Krankenhaus und sie würde einen „Referletter“ schreiben. Also hab ich mich auf den Weg über die Straße ins Babyhaus zurück gemacht um Nikita fertig zu machen. Auf der Straße hat er dann ganz plötzlich Zuckungen bekommen und eine Art epileptischen Anfall. Mir ist das Herz stehen geblieben und ich wusste nicht was ich machen sollte, was mit ihm passiert. Also bin ich schnell ins Bonita zurück gerannt und hab es Bridget erzählt. Die hat mir erklärt, was er hätte und das ich nun so schnell wir nur möglich ins Krankenhaus müsse. Also bin ich ins Babyhaus zurück gerannt und dort hat mir Johanna geholfen das Zeug für Nikita zusammenzusuchen (frische Kleidung, Windeln, Milchflasche, Medizin, Road to Health Card...) . dann bin ich in unsere Gemeinschaftsflat gerannt und dort hat Jakob mir Brote geschmiert und eine Flasche Wasser abgefüllt. Ich bin in meine Flat gerannt um meinen Rucksack zu suchen und mir auch frische Kleidung zusammen zu klauben (ich wusste, dass ich über Nacht bleiben werde müssen – was sich dann auch als richtig heraus gestellt hat). Ich bin also mit allem zeug wieder in die andere Flat gerannt und dort hat mir Jonas den Rucksack gepackt – ich hatte Nikita die ganze Zeit an meine Brust gedrückt, konnte deshalb wenig tun. Danach hat mir Bridget den Brief gegeben und Jakob hat mich rasend schnell ins Krankenhaus gefahren, was auch mindestens20 Minuten Autofahrt entfernt ist. Ich hatte so große Angst um Nikita, hab sogar über Wiederbelebung nachgedacht. Ich war überglücklich als wir im Red Cross angekommen sind und ich bin auch sofort in den Emergency Raum gekommen, in dem ich etwa 2 Stunden lang geblieben bin. Nikita wurde an ein Beatmungsgerät angeschlossen und es wurden wahnsinnig viele Tests gemacht (Röntgenbild, Blut und auch Flüssigkeit aus dem Rückenmark wurde entnommen). Später kam ich dann in den Short Stay Ward und bin dort die Nacht über geblieben. Nikita hat sehr wenig geschlafen und wenn dann nur auf meiner Brust liegend. Dementsprechend hab ich etwa 1 Stunde geschlafen, aber nicht am Stück, sondern immer nur Häppchenweise. Am nächsten Morgen wurde Nikita dann nach B1 verlegt, wo ich nicht bleiben musste, sondern nach Hause gehen konnte. Die Diagnose lautet Lungenentzündung und Meningitis. Nach Kgomotso hatte ich natürlich nun große Angst wegen der Meningitis und wie sie verlaufen würde, aber es schien nicht so schlimm zu sein. Vermutlich ist es überhaupt erst soweit gekommen, weil Nikita das letzte mal zu früh entlassen wurde und die Bakterien immer noch im Blut waren. Deshalb ist er nun auch immer noch im Krankenhaus, weil die Ärzte sicher gehen wollen, dass das Blut wirklich rein ist. Aber ich war ihn besuchen und er sah viel besser aus, hat sogar wieder lachen können. Da ist mir das Herz aufgegangen und ich war unendlich glücklich!
Shackbrand:
Um auf das aktuellste Ereignis sprechen zu kommen, am Montag haben auf dem Mew Way – der etwa 3 Ecken von uns entfernt ist – Shacks angefangen zu brennen. Es ist bald Anfang November und das ist hier die Zeit der Brände, das ist richtig schlimm und schrecklich. Aber das ist der erste Brand, den ich hier zu Gesicht bekommen habe und das war erschreckend. Erst sahen wir nur eine große Rauchwolkeaufsteigen und dann wurde der Himmel darüber rot und wir sahen die Flammen. Erst waren es nur einzelne, doch dann wurden es immer mehr und sie loderten immer höher und heftiger. Wir haben uns erst gewundert, warum man die Flammen nicht sofort löschte, doch dann ist uns etwas bewusst geworden; wenn man eine Straße wie den Mew Way entlang fährt, dann sieht man am Straßenrand wie eine lange Mauer aus Shack neben Shack, es wird einem aber nicht sofort bewusste, dass das nur der Anfang ist, denn hinter dieser Reihe Shacks verbergen sich weitere Hunderte. Zu diesen führen keine richtigen Wege sondern nur sehr schmale Pfade zwischen den Shacks hindurch. Um auf das Feuer zurück zu kommen, man kann somit nicht sofort eine Shack löschen, wenn sie sich hinter dieser äußersten Straßenreihe befindet, weil man keine Möglichkeit hat mit einem Löschwagen dorthin zu gelangen. Dann stehen diese Shacks auch noch sehr nahe beieinander, so dass das Feuer von Sekunde zu Sekunde von einer zur anderen übergreifen kann und tut. Eine Shack besteht aus Wellblech und Holz, ist also durch das viele Holz, dass alles zusammenhält extrem leicht entzündbar. Es war erschreckend die Flammen zu sehen und nichts machen zu können. Das Feuer wurde immer größer und immer mehr Shacks brannten, schätzungsweise vielleicht 10. das bedeutet 10 Familien haben ihre Bleibe verloren, die sowieso nur sehr sehr mager war. sicherlich kommen sie bei Bekannten unter, hier ist ja alles eine enge Community, trotzdem haben sie alles verloren. Dann haben wir erfahren, dass bei solchen Ereignissen auch wahnsinnig viel gestohlen wird, dass heißt während die Menschen wegen dem Feuer auf die Straße gehen machen sich andere daran, die leerstehenden Shacks auszurauben. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass kein Mensch verletzt wurde!
Robertson:
Nach dem Abenteuer Township waren wir alle auf einem ähnlichen Event, diesmal aber in einem Township bei Robertson. Hier hatte Sim, der Manager vom Bonita, ein kleines HipHop-Konzert organisiert unter dem Moto „for the Kids“. Robertson liegt etwa 2 Stunden mit dem Auto entfernt von Baph. Geplant war der beginn um 16 Uhr, also sind wir um etwa 14 Uhr losgefahren. Dort angekommen wurde uns gesagt, dass es wohl etwas später werden würde, weil die Halle, in der es stattfinden würde noch belegt sei und alles erst so gegen 17-17.30 beginnen würde. Also sind wir wieder nach Robertson reingefahren um etwas zu essen. Wir haben uns in ein kleines Restaurant gesetzt und geschmaust. Wir waren um 17.30 Uhr zurück im Township und sind zu der Halle gefahren. Dort stellten wir dann fest das alles erst im Aufbau war, also weitere Wartezeit. Wir sind dann mit ein paar der Leute durch das kleine Township spaziert – es war so anders zu Khayelitsha, alles so klein und ruhig und man konnte ohne Gefahr herum laufen. Als wir wieder zurück kamen war es 19.30 Uhr und immer noch kein beginn in Sicht. Letzten Endes hat das ganze dann mit mehr als 4 Stunden Verspätung angefangen, was aber hier in der Gegend sehr typisch ist, wenn 14 Uhr gesagt wird, dann muss man sich meist auf mindestens 1-2 Stunden Verspätung einstellen. Das Konzert war super, aber leider waren viel zu wenig Leute da, vielleicht 50, mehr nicht, das war super schade. Wir sind dann gegen 22 Uhr nach Khayelitsha zurück gefahren.
Nikita:
Um einmal auf die Kinder und Babies sprechen zu kommen. Natürlich soll man sich nicht mit Absicht spezielle Kinder heraus suchen, doch passiert so was automatisch, so auch bei mir. Mein absoluter Schatz heißt Nikita und ist ein 5 Monate alter Junge. Der kleine Mann ist leider viel zu klein und auch noch untergewichtig. Ich war ja mit ihm vor nun schon 6 Wochen im Krankenhaus und über Nacht und danach war er für etwa 1 Woche im Krankenhaus. Damals hatte er eine schlimme Bronchitis und tat sich schwer mit dem Atmen. Dieses Mal war es ähnlich, aber doch auch ganz anders. Angefangen hat es eigentlich damit, dass er sich immer noch schwer getan hat zu atmen und es für kurze Augenblicke sogar vergessen hat. Dann kam noch dazu, dass er kaum was trinken wollte, er kann kaum schlucken habe ich das Gefühl. Nach einem Milcscan am Montag vor 2 Wochen war dann klar, dass er eine typische Babykrankheit hat und die Milch manchmal wieder hochkommt. Das ist wohl auch der Grund, warum er sich manchmal schwer mit dem Trinken tut. Am Mittwoch darauf hat er dann plötzlich Fieber bekommen. Wir haben ihm Panado gegeben und dann habe ich ihn ½ Stunde gebadet, um ihn wieder runter zu kühlen. Danach war es auch schon wieder besser, ich fand das baden nur sehr erschrecken, weil ich da das erste Mal richtig festgestellt habe, dass an Nikita eigentlich kaum mehr als Knochen und Haut ist. Nikitas „Mama“ im Babyhaus hat die Nacht über Fieber gemessen, noch mal ein Bad gemacht und auf Nikita aufgepasst. Am Donnerstag hab ich ihn dann als ersten zu Bridget, unsrer Nurse, gebracht, es war ja wieder Medizintag. Sie hat ihn abgehört und angeschaut und da hat er für eine Sekunde plötzlich angefangen zu schielen. So einen Schock habe ich bisher noch nie erlebt, das dürft ihr mir glauben. Bridget meinte ich solle so bald wie möglich ins Krankenhaus und sie würde einen „Referletter“ schreiben. Also hab ich mich auf den Weg über die Straße ins Babyhaus zurück gemacht um Nikita fertig zu machen. Auf der Straße hat er dann ganz plötzlich Zuckungen bekommen und eine Art epileptischen Anfall. Mir ist das Herz stehen geblieben und ich wusste nicht was ich machen sollte, was mit ihm passiert. Also bin ich schnell ins Bonita zurück gerannt und hab es Bridget erzählt. Die hat mir erklärt, was er hätte und das ich nun so schnell wir nur möglich ins Krankenhaus müsse. Also bin ich ins Babyhaus zurück gerannt und dort hat mir Johanna geholfen das Zeug für Nikita zusammenzusuchen (frische Kleidung, Windeln, Milchflasche, Medizin, Road to Health Card...) . dann bin ich in unsere Gemeinschaftsflat gerannt und dort hat Jakob mir Brote geschmiert und eine Flasche Wasser abgefüllt. Ich bin in meine Flat gerannt um meinen Rucksack zu suchen und mir auch frische Kleidung zusammen zu klauben (ich wusste, dass ich über Nacht bleiben werde müssen – was sich dann auch als richtig heraus gestellt hat). Ich bin also mit allem zeug wieder in die andere Flat gerannt und dort hat mir Jonas den Rucksack gepackt – ich hatte Nikita die ganze Zeit an meine Brust gedrückt, konnte deshalb wenig tun. Danach hat mir Bridget den Brief gegeben und Jakob hat mich rasend schnell ins Krankenhaus gefahren, was auch mindestens20 Minuten Autofahrt entfernt ist. Ich hatte so große Angst um Nikita, hab sogar über Wiederbelebung nachgedacht. Ich war überglücklich als wir im Red Cross angekommen sind und ich bin auch sofort in den Emergency Raum gekommen, in dem ich etwa 2 Stunden lang geblieben bin. Nikita wurde an ein Beatmungsgerät angeschlossen und es wurden wahnsinnig viele Tests gemacht (Röntgenbild, Blut und auch Flüssigkeit aus dem Rückenmark wurde entnommen). Später kam ich dann in den Short Stay Ward und bin dort die Nacht über geblieben. Nikita hat sehr wenig geschlafen und wenn dann nur auf meiner Brust liegend. Dementsprechend hab ich etwa 1 Stunde geschlafen, aber nicht am Stück, sondern immer nur Häppchenweise. Am nächsten Morgen wurde Nikita dann nach B1 verlegt, wo ich nicht bleiben musste, sondern nach Hause gehen konnte. Die Diagnose lautet Lungenentzündung und Meningitis. Nach Kgomotso hatte ich natürlich nun große Angst wegen der Meningitis und wie sie verlaufen würde, aber es schien nicht so schlimm zu sein. Vermutlich ist es überhaupt erst soweit gekommen, weil Nikita das letzte mal zu früh entlassen wurde und die Bakterien immer noch im Blut waren. Deshalb ist er nun auch immer noch im Krankenhaus, weil die Ärzte sicher gehen wollen, dass das Blut wirklich rein ist. Aber ich war ihn besuchen und er sah viel besser aus, hat sogar wieder lachen können. Da ist mir das Herz aufgegangen und ich war unendlich glücklich!
Samstag, 18. Oktober 2008
Notiz am Rande
Da ich das hier auch so ähnlich wie ein Tagebuch behandle, muss ich was erwähnen. Aber ich sage gleich im Voraus à keine Panik!!! Es ist alles in Ordnung.
Ich hatte einen kleinen Autounfall.
Passiert ist es am Mittwoch in aller Frühe. Am Dienstag hatte ich eine schlechte Nachricht per Mail bekommen, weswegen ich etwas traurig und nicht ganz beisammen war. Dann bin ich am Mittwoch um 5:45 Uhr aufgestanden, da ich Anil und Johanna mit Emeka und Hopolang ins Krankenhaus fahren musste.
Also fuhren wir um 6:00 Uhr los, alles war auch ganz normal. Es war mal wieder etwas voll auf der Autobahn, aber das ist auch nichts besonderes. Ganz plötzlich begann irgendwo weit vorne in der Autoschlange einer heftig zu bremsen und alle anderen hinter ihm mussten das natürlich auch, so auch ich. Hab sozusagen ne Vollbremsung gemacht. Der hinter mir konnte wohl nicht mehr so schnell reagieren oder war einfach zu schnell, jedenfalls ist er mit einer ganz schönen Wucht in uns rein gekracht. Das hat gebumst und hat uns im Auto einen ganz schönen Schrecken eingejagt. Unser Tazz hat einen großen Satz nach vorne gemacht, ich hab noch versucht auszuweichen, bin aber trotzdem an dem Auto vor mir entlanggeschliffen, zumindest ein bisschen. Die Autos hinter uns haben aber super angehalten und wir sind auf den Standstreifen gerollt und ich hab erst mal tief durchgeatmet. Dann sind wir ausgestiegen und der Fahrer aus dem Auto, dass ich getroffen hatte ist erst mal sauer auf uns los, wir müssten für den Schade aufkommen... ich war erst mal ganz perplex und wusste nicht was ich sagen sollte, und dann auch noch alles auf Englisch. Das Problem war, das Auto, das die eigentliche Schuld hatte und in mich gekracht war, das war verschwunden. Also was sollten wir tun? Der Mann hat dann erst mal die Polizei angerufen. Dann haben wir gewartet und uns die Schäden angeschaut. An dem Auto des Mannes war rechts hinten eine „kleine“ Schramme, da wo ich lang geschliffen bin, mehr aber nicht. Aber an dem Tazz von uns war hinten schon eine richtig ordentliche Delle und die hintere linke Türe war verzogen.
Die Polizei hat eine Weile auf sich warten lassen. Dann sahen wir, dass von weiter hinten auf dem Standstreifen ein Polizeiwagen und ein anderes Auto gefahren kamen. Was für ein Wunder und Glück, es war das Auto, das mich gerammt hatte! Nun war ich etwas beruhigt. Der Polizist hat unsere Daten alle aufgeschrieben und uns weiter zur Polizeistation in Manenberg geschickt. Dort haben wir dann unsere Aussage fürs Protokoll gemacht und die haben uns einen Zettel mit einer Nummer für die Versicherung drauf gegeben, den wir bei der Reparatur abgeben sollen.
Danach wollte ich nicht mehr fahren, war ein bisschen durch den Wind. Anil ist die Strecke zum Red Cross gefahren und ich habe dort im Auto auf Jakob und Freddie gewartet. Die sind mit dem anderen Auto gekommen und Jakob hat dann den Tazz zurück gebracht.
Ich hoffe, das da keine Kosten auf mich zu kommen. Ich hab zwar keine Schuld an dem Unfall, aber ich weiß auch nicht wie die Versicherungen hier in Südafrika sind. Aber Mama Rosie war einfach nur froh, dass uns nichts passiert war und meinte auch, dass ich da nichts zahlen muss, das würde die Versicherung übernehmen.
Das war meine „kleine Notiz am Rande“.
Ich hatte einen kleinen Autounfall.
Passiert ist es am Mittwoch in aller Frühe. Am Dienstag hatte ich eine schlechte Nachricht per Mail bekommen, weswegen ich etwas traurig und nicht ganz beisammen war. Dann bin ich am Mittwoch um 5:45 Uhr aufgestanden, da ich Anil und Johanna mit Emeka und Hopolang ins Krankenhaus fahren musste.
Also fuhren wir um 6:00 Uhr los, alles war auch ganz normal. Es war mal wieder etwas voll auf der Autobahn, aber das ist auch nichts besonderes. Ganz plötzlich begann irgendwo weit vorne in der Autoschlange einer heftig zu bremsen und alle anderen hinter ihm mussten das natürlich auch, so auch ich. Hab sozusagen ne Vollbremsung gemacht. Der hinter mir konnte wohl nicht mehr so schnell reagieren oder war einfach zu schnell, jedenfalls ist er mit einer ganz schönen Wucht in uns rein gekracht. Das hat gebumst und hat uns im Auto einen ganz schönen Schrecken eingejagt. Unser Tazz hat einen großen Satz nach vorne gemacht, ich hab noch versucht auszuweichen, bin aber trotzdem an dem Auto vor mir entlanggeschliffen, zumindest ein bisschen. Die Autos hinter uns haben aber super angehalten und wir sind auf den Standstreifen gerollt und ich hab erst mal tief durchgeatmet. Dann sind wir ausgestiegen und der Fahrer aus dem Auto, dass ich getroffen hatte ist erst mal sauer auf uns los, wir müssten für den Schade aufkommen... ich war erst mal ganz perplex und wusste nicht was ich sagen sollte, und dann auch noch alles auf Englisch. Das Problem war, das Auto, das die eigentliche Schuld hatte und in mich gekracht war, das war verschwunden. Also was sollten wir tun? Der Mann hat dann erst mal die Polizei angerufen. Dann haben wir gewartet und uns die Schäden angeschaut. An dem Auto des Mannes war rechts hinten eine „kleine“ Schramme, da wo ich lang geschliffen bin, mehr aber nicht. Aber an dem Tazz von uns war hinten schon eine richtig ordentliche Delle und die hintere linke Türe war verzogen.
Die Polizei hat eine Weile auf sich warten lassen. Dann sahen wir, dass von weiter hinten auf dem Standstreifen ein Polizeiwagen und ein anderes Auto gefahren kamen. Was für ein Wunder und Glück, es war das Auto, das mich gerammt hatte! Nun war ich etwas beruhigt. Der Polizist hat unsere Daten alle aufgeschrieben und uns weiter zur Polizeistation in Manenberg geschickt. Dort haben wir dann unsere Aussage fürs Protokoll gemacht und die haben uns einen Zettel mit einer Nummer für die Versicherung drauf gegeben, den wir bei der Reparatur abgeben sollen.
Danach wollte ich nicht mehr fahren, war ein bisschen durch den Wind. Anil ist die Strecke zum Red Cross gefahren und ich habe dort im Auto auf Jakob und Freddie gewartet. Die sind mit dem anderen Auto gekommen und Jakob hat dann den Tazz zurück gebracht.
Ich hoffe, das da keine Kosten auf mich zu kommen. Ich hab zwar keine Schuld an dem Unfall, aber ich weiß auch nicht wie die Versicherungen hier in Südafrika sind. Aber Mama Rosie war einfach nur froh, dass uns nichts passiert war und meinte auch, dass ich da nichts zahlen muss, das würde die Versicherung übernehmen.
Das war meine „kleine Notiz am Rande“.
Abenteuer Township
Am Samstag waren Marie und ich im Township unterwegs; zu Fuß. Für mich das erste Mal. Vor nicht allzu langer Zeit war hier in Baphumelele ein Mädchen, Priscilla, als Praktikantin in einem der Cluster und die hatte uns nun dazu eingeladen, mit ihr in der Nähe ihrer Schule auf ein HipHop Event zu gehen. Eintritt: 10 Rand, also gar nichts!
Die Schule, worin es stattgefunden hat, war etwa 15 Minuten Fußmarsch von uns entfernt. Auf dem Hinweg hatte ich schon ein kleines bisschen ein mulmiges Gefühl, war mir etwas unsicher, ob das so sicher und vernünftig war, was wir da machten. Aber die Menschen, denen wir begegnet sind, haben uns nur alle lieb gegrüßt. Dann sind wir zur Schule gekommen und Priscilla hat ihre Freunde gesucht, um sie uns vorzustellen. Der eine hat das ganze moderiert. Alle waren total begeistert, dass wir da waren und wir haben uns super mit ihnen unterhalten. Wir haben draußen in der Sonne im Hof gesessen und uns alle blendend unterhalten. Nach einer Weile ging es dann los und wir sind in die Halle gegangen. Erst sind wir oben auf der Empore gewesen, aber da hat man sich schnell ausgeschlossen gefühlt, weil sich alles unten versammelt hat. Also sind auch wir runter und haben uns zu den anderen gestellt.
Es waren am Anfang so etwa 130 Menschen da und gegen Ende etwas über 200 oder so. In der Halle hat es aber etwas wenig gewirkt, weil sie sehr groß war. Das Konzert hat etwas über 4 Stunden gedauert, es hat sich irgendwann wahnsinnig in die Länge gezogen, aber wir haben dem standgehalten. Es sind wahnsinnig viele verschiedene HipHoper aufgetreten, alle aus den Reihen der Zuschauer. Einige waren nicht so dolle, aber andere wiederum waren richtig gut. Am besten fand ich die kleinsten. Die drei Jungs waren etwa 11 Jahre alt und sind abgegangen, das war richtig gut.
Nachdem das ganze vorbei war, am Ende ist wohl der Township bekannteste dran gewesen, aber ich konnte das nicht mehr so ganz genießen weil ich super müde war, wurden wir noch von einem interviewt. Er wollte wissen, wie der Unterschied der HipHop Szene von Südafrika zu Deutschland sein. Er, ich hab den Namen vergessen, versucht mit anderen, eine Kommunale Township Zeitung zu gestalten. Darin soll der Schwerpunkt auf der HipHop Szene liegen.
Wir hätten uns gerne noch länger unterhalten, wir saßen gemütlich draußen in der Sonne, aber dann kam auf Maries Handy ein Anruf, das irgendetwas mit Mama, eigentlicher Name Suzanna, los sei. Sie beklage sich über extreme Bauchschmerzen und da sie Sichelzellenanämie hat und wir nicht wussten, ob es damit zusammen hängt, sind wir losgespurtet und durch das Township zurück gerannt.
Am Anfang habe ich ja erwähnt, das ich mich noch etwas unsicher gefühlt habe, in Khayelistha herum zu laufen. Das Gefühl war während des Events verschwunden, wir haben uns echt dazu gehörig gefühlt, und jetzt auf dem Rückweg habe ich gar nicht mehr darüber nachgedacht.
Mit Suzanna sind wir dann letzten Endes ins Red Cross gefahren, weil wir unsicher waren und auch Corinne, unsere Ärztin, uns am Telefon nicht helfen konnte. Sie musste zwei Nächte bleiben, weil der Doktor sie dann erst sehen konnte, dann wurde sie aber entlassen. Jetzt geht es ihr wieder gut!
Das Abenteuer Township hat dadurch sehr abrupt geendet, war aber sehr schön und eine tolle Erfahrung. Mal sehn, wann wir die anderen von dem Event wieder sehen, jedenfalls haben wir uns super verstanden.
Die Schule, worin es stattgefunden hat, war etwa 15 Minuten Fußmarsch von uns entfernt. Auf dem Hinweg hatte ich schon ein kleines bisschen ein mulmiges Gefühl, war mir etwas unsicher, ob das so sicher und vernünftig war, was wir da machten. Aber die Menschen, denen wir begegnet sind, haben uns nur alle lieb gegrüßt. Dann sind wir zur Schule gekommen und Priscilla hat ihre Freunde gesucht, um sie uns vorzustellen. Der eine hat das ganze moderiert. Alle waren total begeistert, dass wir da waren und wir haben uns super mit ihnen unterhalten. Wir haben draußen in der Sonne im Hof gesessen und uns alle blendend unterhalten. Nach einer Weile ging es dann los und wir sind in die Halle gegangen. Erst sind wir oben auf der Empore gewesen, aber da hat man sich schnell ausgeschlossen gefühlt, weil sich alles unten versammelt hat. Also sind auch wir runter und haben uns zu den anderen gestellt.
Es waren am Anfang so etwa 130 Menschen da und gegen Ende etwas über 200 oder so. In der Halle hat es aber etwas wenig gewirkt, weil sie sehr groß war. Das Konzert hat etwas über 4 Stunden gedauert, es hat sich irgendwann wahnsinnig in die Länge gezogen, aber wir haben dem standgehalten. Es sind wahnsinnig viele verschiedene HipHoper aufgetreten, alle aus den Reihen der Zuschauer. Einige waren nicht so dolle, aber andere wiederum waren richtig gut. Am besten fand ich die kleinsten. Die drei Jungs waren etwa 11 Jahre alt und sind abgegangen, das war richtig gut.
Nachdem das ganze vorbei war, am Ende ist wohl der Township bekannteste dran gewesen, aber ich konnte das nicht mehr so ganz genießen weil ich super müde war, wurden wir noch von einem interviewt. Er wollte wissen, wie der Unterschied der HipHop Szene von Südafrika zu Deutschland sein. Er, ich hab den Namen vergessen, versucht mit anderen, eine Kommunale Township Zeitung zu gestalten. Darin soll der Schwerpunkt auf der HipHop Szene liegen.
Wir hätten uns gerne noch länger unterhalten, wir saßen gemütlich draußen in der Sonne, aber dann kam auf Maries Handy ein Anruf, das irgendetwas mit Mama, eigentlicher Name Suzanna, los sei. Sie beklage sich über extreme Bauchschmerzen und da sie Sichelzellenanämie hat und wir nicht wussten, ob es damit zusammen hängt, sind wir losgespurtet und durch das Township zurück gerannt.
Am Anfang habe ich ja erwähnt, das ich mich noch etwas unsicher gefühlt habe, in Khayelistha herum zu laufen. Das Gefühl war während des Events verschwunden, wir haben uns echt dazu gehörig gefühlt, und jetzt auf dem Rückweg habe ich gar nicht mehr darüber nachgedacht.
Mit Suzanna sind wir dann letzten Endes ins Red Cross gefahren, weil wir unsicher waren und auch Corinne, unsere Ärztin, uns am Telefon nicht helfen konnte. Sie musste zwei Nächte bleiben, weil der Doktor sie dann erst sehen konnte, dann wurde sie aber entlassen. Jetzt geht es ihr wieder gut!
Das Abenteuer Township hat dadurch sehr abrupt geendet, war aber sehr schön und eine tolle Erfahrung. Mal sehn, wann wir die anderen von dem Event wieder sehen, jedenfalls haben wir uns super verstanden.
Samstag, 11. Oktober 2008
Das Kuhmagenexperiment
Wieso Kuhmagen? Und wieso Experiment? Ich will etwas weiter vorne anfangen.
Vom 29.09 – 05.10 hatten unsere Kinder aus Baphumelele Ferien; das bedeutet, dass alle daheim blieben und auch unsere McGregor Jungs sind für die Zeit nach Hause gekommen. Wir hatten natürlich keine Ferien und mussten unsere täglichen Pflichten nachgehen, doch wollten wir den Kindern trotzdem etwas besonderes bieten und sie nicht den ganzen Tag nur herum hängen lassen. Also haben wir versucht uns eine Art Programm auszudenken. Um dann alles in die Tat umzusetzen haben wir auch unsere McGregor Jungs miteinbezogen und sie um Hilfe gebeten. Mit kleinen aufgeweckten und zappeligen Kindern etwas zu spielen, wenn diese nur die Hälfte vom Erklärten verstehen ist etwas schwierig, deshalb haben die Jungs uns übersetzt ins Xhosa und auch bei der Ausführung aller Dinge geholfen. Es war super schön mit anzusehen, wie viel Spaß sie dabei hatten uns zu helfen und mit den Kindern was zu spielen oder zu basteln. Eben wie eine große Familie.
Aber jetzt zu unserem Programm. Wir haben versucht einen gemeinsamen Beginn zu gestalten und haben hierbei das Spiel Funky Chicken gespielt und das Lied Jenny Mama gesungen. Wer nicht weiß was das Funky Chicken ist: erst stampfen alle gleichmäßig mit den Füßen und sagen left left left right left...... dann sagt einer oder eben in dem Fall wir Freiwillige: let me see your funky chicken und die Kinder: what did you say. Und das wiederholt sich dann noch mal. Danach wird eben das funky chicken nachgeahmt. Und es werden immer andere Tiere an die Stelle des Chicken gesetzt z.B. Tiger, Crocodile, Monkey, Elephant..... es ist wahnsinnig lustig, wenn da alle Kinder herumhüpfen und begeistert von dem Spiel sind. Es ist schon zu einer festen Baphumelele-aktion geworden und oft rufen die Kinder irgendwelche Zeilen des Spiels einem zu, wenn man grad an ihnen vorbeiläuft. Jenny Mama haben wir auf unserem Vorbereitungsseminar gelernt, das ist ein ganz einfaches Lied, dass man auch im Kanon singen kann. Nach diesem kleinen WarmUp (Wup) hat dann immer das eigentliche Programm begonnen. Es wurde Eierlauf gespielt (aber statt der Eier haben wir Steine genommen, das andere wäre doch etwas zu kostbar und kostspielig geworden), dann haben wir getanzt – es ist der Wahnsinn, die afrikanischen Kinder tanzen zu sehen, die haben ein so super Rhythmusgefühl und bewegen sich unglaublich. Eine wahre Freude es mit anzusehen und man wird richtig neidisch -, es wurde gemalt, gebastelt, geschnippelt und geklebt und wir haben einen Sporttag gemacht, bei dem aber nur Kinder über 8 mit konnten, weil wir das nicht in Baph selbst, sondern auf dem nahegelegenen Stadium gemacht haben. Mit den kleineren Kindern haben wir dann Muffins gebacken, was auch sehr lustig und laut war. Das war also unser Programm für die Woche. Doch wer mitgezählt hat wird feststellen das noch ein Wochentag frei ist, natürlich der Freitag. Hier haben wir Freiwilligen selber das Vergnügen gehabt ein Programm geboten zu bekommen. Es wurde der Heritage-Day nachgefeiert und hierfür hat halb Baphumelele was einstudiert. Am Anfang wurde eine Art Gebet ausgesprochen und begrüßt, dann konnte es beginnen. Es wurde sehr viel getanzt und gesungen, immer wieder zwischendurch. Dann wurden zwei Theaterstücke aufgeführt. Ich muss gestehen, dass ich nichts verstanden habe, da alles in Xhosa gesprochen wurde, aber wir haben trotzdem gelacht, weil die Kinder es einfach super gespielt haben. Am Ende haben sie dann Schilder gegen Vergewaltigung, HIV/AIDS und Kriminalität hoch gezeigt und einer der Männer hat uns dann den Inhalt des Spiels kurz auf Englisch erklärt. Darauf hin haben drei (zwei Jungs – Masipulele&Yamkele – und ein Mädchen – Carmen) jeweils ein Gedicht vorgetragen, über Dinge die sie erlebt haben oder ihre Vergangenheit. Als letztes wurde von hauptsächlich Mädchen ein Tanz aufgeführt. Hier hat dann der Haupt – und offizielle Teil aufgehört.
Und nun möchte ich zum Kuhmagenexperiment kommen. Es wurde nämlich traditionell gekocht und gegessen. Als wir ins Clemens – eines unserer Häuser – kamen, war schon ein großer Tisch vorbereitet, an den wir Freiwilligen uns hinsetzten sollten (uns blieb keine andere Wahl als der Bitte Folge zu leisten, alles andere wäre unhöflich gewesen). Dann bekamen wir alle einen großen angerichteten Teller mit: Kuhmagen. Natürlich nicht nur mit dem Magen, sondern auch mit einem Karottenpüree und einer Art Mais oder Porridge, aber das innere des Magens einer Kuh wurde am meisten von uns beachtet. Der Gedanke, was wir da auf dem Teller hatten war nicht sehr ansprechend, aber irgendwie auch spannend. Ausgesehen hat es, das ist schwer zu beschreiben, es waren kleine Knütteln oder so, aber näher möchte ich mich auch nicht ausführen. Es hat leider auch nicht sonderlich gut gerochen. Doch wir haben alle die Zähne zusammen gebissen. Es war spannend zu sehen, wie sich jeder von uns angestrengt hat, nicht das Gesicht zu verziehen und standhaft zu bleiben. Aber am Ende war dann doch so gut wie jeder Teller leer. Wir wollten nicht unhöflich sein. Aber für manche war es schon sehr sehr schwer!
Doch eine gute Sache hat es: jetzt können wir uns brüsten Kuhmagen gegessen zu haben und das kann nicht jeder!
Vom 29.09 – 05.10 hatten unsere Kinder aus Baphumelele Ferien; das bedeutet, dass alle daheim blieben und auch unsere McGregor Jungs sind für die Zeit nach Hause gekommen. Wir hatten natürlich keine Ferien und mussten unsere täglichen Pflichten nachgehen, doch wollten wir den Kindern trotzdem etwas besonderes bieten und sie nicht den ganzen Tag nur herum hängen lassen. Also haben wir versucht uns eine Art Programm auszudenken. Um dann alles in die Tat umzusetzen haben wir auch unsere McGregor Jungs miteinbezogen und sie um Hilfe gebeten. Mit kleinen aufgeweckten und zappeligen Kindern etwas zu spielen, wenn diese nur die Hälfte vom Erklärten verstehen ist etwas schwierig, deshalb haben die Jungs uns übersetzt ins Xhosa und auch bei der Ausführung aller Dinge geholfen. Es war super schön mit anzusehen, wie viel Spaß sie dabei hatten uns zu helfen und mit den Kindern was zu spielen oder zu basteln. Eben wie eine große Familie.
Aber jetzt zu unserem Programm. Wir haben versucht einen gemeinsamen Beginn zu gestalten und haben hierbei das Spiel Funky Chicken gespielt und das Lied Jenny Mama gesungen. Wer nicht weiß was das Funky Chicken ist: erst stampfen alle gleichmäßig mit den Füßen und sagen left left left right left...... dann sagt einer oder eben in dem Fall wir Freiwillige: let me see your funky chicken und die Kinder: what did you say. Und das wiederholt sich dann noch mal. Danach wird eben das funky chicken nachgeahmt. Und es werden immer andere Tiere an die Stelle des Chicken gesetzt z.B. Tiger, Crocodile, Monkey, Elephant..... es ist wahnsinnig lustig, wenn da alle Kinder herumhüpfen und begeistert von dem Spiel sind. Es ist schon zu einer festen Baphumelele-aktion geworden und oft rufen die Kinder irgendwelche Zeilen des Spiels einem zu, wenn man grad an ihnen vorbeiläuft. Jenny Mama haben wir auf unserem Vorbereitungsseminar gelernt, das ist ein ganz einfaches Lied, dass man auch im Kanon singen kann. Nach diesem kleinen WarmUp (Wup) hat dann immer das eigentliche Programm begonnen. Es wurde Eierlauf gespielt (aber statt der Eier haben wir Steine genommen, das andere wäre doch etwas zu kostbar und kostspielig geworden), dann haben wir getanzt – es ist der Wahnsinn, die afrikanischen Kinder tanzen zu sehen, die haben ein so super Rhythmusgefühl und bewegen sich unglaublich. Eine wahre Freude es mit anzusehen und man wird richtig neidisch -, es wurde gemalt, gebastelt, geschnippelt und geklebt und wir haben einen Sporttag gemacht, bei dem aber nur Kinder über 8 mit konnten, weil wir das nicht in Baph selbst, sondern auf dem nahegelegenen Stadium gemacht haben. Mit den kleineren Kindern haben wir dann Muffins gebacken, was auch sehr lustig und laut war. Das war also unser Programm für die Woche. Doch wer mitgezählt hat wird feststellen das noch ein Wochentag frei ist, natürlich der Freitag. Hier haben wir Freiwilligen selber das Vergnügen gehabt ein Programm geboten zu bekommen. Es wurde der Heritage-Day nachgefeiert und hierfür hat halb Baphumelele was einstudiert. Am Anfang wurde eine Art Gebet ausgesprochen und begrüßt, dann konnte es beginnen. Es wurde sehr viel getanzt und gesungen, immer wieder zwischendurch. Dann wurden zwei Theaterstücke aufgeführt. Ich muss gestehen, dass ich nichts verstanden habe, da alles in Xhosa gesprochen wurde, aber wir haben trotzdem gelacht, weil die Kinder es einfach super gespielt haben. Am Ende haben sie dann Schilder gegen Vergewaltigung, HIV/AIDS und Kriminalität hoch gezeigt und einer der Männer hat uns dann den Inhalt des Spiels kurz auf Englisch erklärt. Darauf hin haben drei (zwei Jungs – Masipulele&Yamkele – und ein Mädchen – Carmen) jeweils ein Gedicht vorgetragen, über Dinge die sie erlebt haben oder ihre Vergangenheit. Als letztes wurde von hauptsächlich Mädchen ein Tanz aufgeführt. Hier hat dann der Haupt – und offizielle Teil aufgehört.
Und nun möchte ich zum Kuhmagenexperiment kommen. Es wurde nämlich traditionell gekocht und gegessen. Als wir ins Clemens – eines unserer Häuser – kamen, war schon ein großer Tisch vorbereitet, an den wir Freiwilligen uns hinsetzten sollten (uns blieb keine andere Wahl als der Bitte Folge zu leisten, alles andere wäre unhöflich gewesen). Dann bekamen wir alle einen großen angerichteten Teller mit: Kuhmagen. Natürlich nicht nur mit dem Magen, sondern auch mit einem Karottenpüree und einer Art Mais oder Porridge, aber das innere des Magens einer Kuh wurde am meisten von uns beachtet. Der Gedanke, was wir da auf dem Teller hatten war nicht sehr ansprechend, aber irgendwie auch spannend. Ausgesehen hat es, das ist schwer zu beschreiben, es waren kleine Knütteln oder so, aber näher möchte ich mich auch nicht ausführen. Es hat leider auch nicht sonderlich gut gerochen. Doch wir haben alle die Zähne zusammen gebissen. Es war spannend zu sehen, wie sich jeder von uns angestrengt hat, nicht das Gesicht zu verziehen und standhaft zu bleiben. Aber am Ende war dann doch so gut wie jeder Teller leer. Wir wollten nicht unhöflich sein. Aber für manche war es schon sehr sehr schwer!
Doch eine gute Sache hat es: jetzt können wir uns brüsten Kuhmagen gegessen zu haben und das kann nicht jeder!
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