Samstag, 18. Oktober 2008

Abenteuer Township

Am Samstag waren Marie und ich im Township unterwegs; zu Fuß. Für mich das erste Mal. Vor nicht allzu langer Zeit war hier in Baphumelele ein Mädchen, Priscilla, als Praktikantin in einem der Cluster und die hatte uns nun dazu eingeladen, mit ihr in der Nähe ihrer Schule auf ein HipHop Event zu gehen. Eintritt: 10 Rand, also gar nichts!
Die Schule, worin es stattgefunden hat, war etwa 15 Minuten Fußmarsch von uns entfernt. Auf dem Hinweg hatte ich schon ein kleines bisschen ein mulmiges Gefühl, war mir etwas unsicher, ob das so sicher und vernünftig war, was wir da machten. Aber die Menschen, denen wir begegnet sind, haben uns nur alle lieb gegrüßt. Dann sind wir zur Schule gekommen und Priscilla hat ihre Freunde gesucht, um sie uns vorzustellen. Der eine hat das ganze moderiert. Alle waren total begeistert, dass wir da waren und wir haben uns super mit ihnen unterhalten. Wir haben draußen in der Sonne im Hof gesessen und uns alle blendend unterhalten. Nach einer Weile ging es dann los und wir sind in die Halle gegangen. Erst sind wir oben auf der Empore gewesen, aber da hat man sich schnell ausgeschlossen gefühlt, weil sich alles unten versammelt hat. Also sind auch wir runter und haben uns zu den anderen gestellt.
Es waren am Anfang so etwa 130 Menschen da und gegen Ende etwas über 200 oder so. In der Halle hat es aber etwas wenig gewirkt, weil sie sehr groß war. Das Konzert hat etwas über 4 Stunden gedauert, es hat sich irgendwann wahnsinnig in die Länge gezogen, aber wir haben dem standgehalten. Es sind wahnsinnig viele verschiedene HipHoper aufgetreten, alle aus den Reihen der Zuschauer. Einige waren nicht so dolle, aber andere wiederum waren richtig gut. Am besten fand ich die kleinsten. Die drei Jungs waren etwa 11 Jahre alt und sind abgegangen, das war richtig gut.
Nachdem das ganze vorbei war, am Ende ist wohl der Township bekannteste dran gewesen, aber ich konnte das nicht mehr so ganz genießen weil ich super müde war, wurden wir noch von einem interviewt. Er wollte wissen, wie der Unterschied der HipHop Szene von Südafrika zu Deutschland sein. Er, ich hab den Namen vergessen, versucht mit anderen, eine Kommunale Township Zeitung zu gestalten. Darin soll der Schwerpunkt auf der HipHop Szene liegen.
Wir hätten uns gerne noch länger unterhalten, wir saßen gemütlich draußen in der Sonne, aber dann kam auf Maries Handy ein Anruf, das irgendetwas mit Mama, eigentlicher Name Suzanna, los sei. Sie beklage sich über extreme Bauchschmerzen und da sie Sichelzellenanämie hat und wir nicht wussten, ob es damit zusammen hängt, sind wir losgespurtet und durch das Township zurück gerannt.
Am Anfang habe ich ja erwähnt, das ich mich noch etwas unsicher gefühlt habe, in Khayelistha herum zu laufen. Das Gefühl war während des Events verschwunden, wir haben uns echt dazu gehörig gefühlt, und jetzt auf dem Rückweg habe ich gar nicht mehr darüber nachgedacht.
Mit Suzanna sind wir dann letzten Endes ins Red Cross gefahren, weil wir unsicher waren und auch Corinne, unsere Ärztin, uns am Telefon nicht helfen konnte. Sie musste zwei Nächte bleiben, weil der Doktor sie dann erst sehen konnte, dann wurde sie aber entlassen. Jetzt geht es ihr wieder gut!
Das Abenteuer Township hat dadurch sehr abrupt geendet, war aber sehr schön und eine tolle Erfahrung. Mal sehn, wann wir die anderen von dem Event wieder sehen, jedenfalls haben wir uns super verstanden.

1 Kommentar:

Jonas hat gesagt…

ahh wär ich da gern dabei gewesen!!!