Freitag, 26. September 2008
26 Stunden Krankenhaus und mehr
Der Dienstag, war eigentlich ein ganz normaler Medizintag, wir mussten also die Spritzen für die Babies vorbereiten. Anil und ich waren am Zug. Kaum hatten wir die Spritzen ins Bonita gebracht, musste Anil auch schon wieder los, mit Ibanathi nach Site B. So blieb ich alleine mit Bridget zurück, was aber auch nicht lange so anhielt. Sie kam aus dem Babyhouse und meinte, ich solle bitte mit Somila (5 Monate alter Junge) ins RXH fahren – er hatte in der Nacht Fieber, ständig Durchfall, hat ohne Ende gehustet und war jetzt dehydriert. Also bin ich mit dem kleinen Mann schnell ins RXH, von Jakob gedropped.
Die Fahrt zum Krankenhaus war für mich etwas erschreckend, und einmal hatte ich richtig Angst, als Somila gar nicht mehr reagiert und die Augen verdreht hat. Das war krass! Aber dann waren wir schon im RXH angekommen.
10:30 Dort ging dann auch alles ganz schnell. Erst bin ich in einen Raum gegangen, wo die Kinder angeguckt und gewogen werden und dann beurteilt wird, wie schnell es gehen muss. Die Nurse hat mich dann auch echt zügig weitergeschickt, ich sollte Somila nicht mal wieder ganz anziehen, sondern nur provisorisch. Ich bin einen Raum weiter gekommen, in den Medical Emergency. Dort hab ich den Kleinen auf ein Bett gelegt und die Schwester hat sich um ihn gekümmert – ihm was zur Beruhigung gegeben, Blut abgenommen und andere Proben (Urintest...) gemacht und an den Monitor angeschlossen. Der Puls ging echt rasend, zwischendurch 100 zu 190! Irgendwann musste ich dann auch noch zum X-Ray gehen, um Somila`s Brust zu röntgen. Ich glaube, in dem Emergencyraum war ich so etwa 1 Std.
Dort hatte ich aber noch ein anderes erschreckendes Erlebnis. Im selben Raum lag auf dem Bett neben Somila ein wohl erst ein paar Tage altes Baby und hat ums Überleben gekämpft. Für mich war es sehr schlimm das mit anzusehen. Die Eltern saßen auf einem Stuhl neben dran und die Mutter hat heftig geweint, während der Vater versucht hat stark zu sein und seine Frau getröstet hat. Das kleine Baby war an alle Geräte angeschlossen, die es gibt. Eigentlich hat es gar nicht mehr alleine leben können, sondern wurde mit Maschinen am Leben gehalten. Es ist schwer zu beschreiben, was ich dabei dachte. Auf der einen Seite war es sehr schlimm für mich, weil Somila zwar dehydriert, aber doch voll am Leben war/ist und die Eltern das natürlich auch mitbekommen haben. Es hat mir unheimlich leid getan. Auf der anderen Seite war ich auch einfach froh, das es Somila im Gegensatz zu dem Baby doch recht gut ging.
11:30 Nachdem sich Somila wieder beruhigt hatte und ich keine Angst um ihn haben musste, wurde ich weiter geschickt. Ich kam in die „short stay ward“. Hier bekam ich einem der Räume ein Bettchen zugewiesen und begann zu warten, warten und zu warten. Somila wurde an den Tropf angeschlossen, da er die ganze Zeit über Antibiotikum bekommen sollte. Und dann noch mal warten und warten. Immer wieder kam ein Arzt vorbei, der sich Somila angeschaut und nachgefragt hat, wie sein Zustand sein. Ich durfte in der Zwischenzeit immer wieder Windeln wechseln, Windeln wechseln, Windeln wechseln und habe auch versucht etwas Milch zu geben (natürlich aus der Flasche und nicht von der Brust ☺), aber der Kleine wollte nichts zu sich nehmen. Nach einer kurzen Weile hat mir dann eine der Schwestern gezeigt, wie ich das Zuckerwasser gegen Durchfall mixen muss und dann hab ich versucht, Somila wenigstens das zu geben, aber auch hiervon wollte er nichts. Irgendwann wurde ich dann um 3 Betten nach links (oder rechts, je nachdem von wo man guckt) verschoben. Hier habe ich mein endgültiges Lager aufgeschlagen. Es wurde Mittag, Nachmittag und dann Abend. Meine Beschäftigung während der ganzen Zeit? Windeln wechseln und den Kleinen beim Schlafen beobachten! Ab und zu kam dann noch eine Nurse vorbei und hat Medizin gebracht (glaube aber nur Paracetamol). Ansonsten gab es nichts spektakuläres.
20:00 Jakob und Anil haben mir etwas zu Essen gebracht, da ich schon so früh aus Baph los bin hatte ich bisher nur gefrühstückt. Ich hab frisches Obst, ein geschmiertes Brot, Joghurt und etwas zu Trinken bekommen. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie froh ich darüber war!
21:30 Da ich mittlerweile wusste, dass ich über Nacht bleiben muss, haben mir netterweise Freddie und Johanna etwas für die späten Stunden gebracht – Decke, Kissen, noch ein belegtes Brot, angemachter Salat und Reis mit Feta und Ketschup – worüber ich unendlich froh war. Außerdem hatte ich durch die Besuche kurzzeitig Unterhaltung, die im Krankenhaus sonst doch eher rar war.
23:30 Ich war wieder alleine mit meinem süßen Kleinen und hab mich auf die lange Nacht vorbereitet. Den Tag über war Somila richtig still gewesen, so gut wie gar nicht aktiv, sondern hat fast durchgehend geschlafen. Doch jetzt, wo Schlafenszeit war, wurde er immer munterer. Er wollte auch nicht im Bettchen liegen, sondern nur auf meinem Arm sein. Wenn er im Bett lag, dann hat er den Kopf immer zu mir gedreht und mich so süß angeguckt. Wenn ich dann nicht eh schon reagiert habe, dann hat er das Gesicht verzogen und fing an zu quengeln. Aber Fairerweise hat er nicht einfach rumgeschrieen, weil er nicht im Bett liegen wollte, sondern weil er wahnsinnig husten musste und ihm das sehr weh zutun schien. Der arme Somila!
Die Nacht war sehr lang für mich. Ich hab so gut wie gar nicht – insgesamt gerechnet vielleicht 1 Stunde – geschlafen, meist hat Somila gerade dann angefangen zu schreien, wenn ich mal die Augen zugemacht habe. Irgendwann bin ich dann ein paar Minuten auch mal eingeschlafen, während der kleine Mann bei mir im Arm geschlafen hat.
4:30 “Good morning Mamas, wake up, wash your Babies!” Mit diesem Ruf haben die Nurses alle geweckt. Aber ich war sowieso schon, bzw. noch auf. Also hab ich versucht Somila zu waschen (was etwas schwer war, weil er seinen Arm an einer Schiene hatte, wegen der Infusion, und aus dem Grund konnte ich auch nicht seinen Strampler ausziehen). Zum Frühstück hatte ich Joghurt, einen Apfel und noch ein bisschen Reis.
8:00 Die Doktoren kamen und haben ihre Visite gemacht. Ich habe mich an den Rat von meinem Nachtdoktor gehalten und gleich darauf aufmerksam gemacht, dass ich nicht die Mutter dieses lieben Kindes sei, nur ein armer Volunteer der wieder zurück zur Arbeit muss. Damit wollte ich bezwecken, dass für Somila ein anderes Bettchen gefunden wird, wo niemand neben dran sitzen muss um aufzupassen. Nach langer Suche wurde dann im Somerset Hospital ein Bettchen gefunden. Jetzt musste ich aber noch lange warten, bis auch der Transport (Krankenwagen) kam, um mich dorthin zu bringen.
11:30 Endlich war der Transport da und es konnte losgehen. Im Somerset Hospital wurde ich dann auf die richtige Etage gebracht, wo auch schon Jakob war, der mich dort abgeholt hat, um mich nach Hause zu bringen. Doch erst mussten wir noch kurz mit dem Doktor warten, bis er alle Informationen hatte, die er wollte. Dann ging es nach Hause!!!
13:00 Sweet home Khayelitsha!!!
Aber ich hab mich nicht schlafen gelegt, sondern war später noch mit Jakob, Lina und Marie im RXH um Kgomotso zu besuchen. Dann gabs irgendwann Abendessen und dann durfte ich noch den Abwasch machen, weil ich an der Reihe war.
Nach 42 Stunden wachsein bin ich dann umgefallen, ins Bett!
Von Donnerstag auf Freitag hab ich dann das selbe noch mal erlebt, nur diesmal mit Nikita – 4 Monate alter Junge. Er hat schon seit Tagen nicht mehr aufgehört zu husten, richtig schlimm. Außerdem ist auch er untergewichtig für sein Alter. Nach einigen Röntgenaufnahmen und Proben im Krankenhaus ist der Verdacht jetzt auf Syphilis gefallen. Der süße kleine Junge mit den tollen Hamsteraugen (darin kann man echt versinken) liegt jetzt auch in einem anderen Krankenhaus, mal sehn wie lange er bleiben muss. Ich wollte ihn gar nicht alleine lassen.
Jetzt muss ich mich erst mal wieder ein bisschen erholen.
Montag, 22. September 2008
was für eine Woche
Dann begann die neue Woche.
Eigentlich war am Anfang alles recht normal. Am Montag bin ich wie gewohnt in die Grade R gegangen und am Dienstag war Bridget, unsere Nurse wieder da und wir haben die Medizin gemacht und nebenbei noch ein paar Kinder angeguckt, die wir am Montag nicht mehr geschafft haben (Montags und Donnerstags kommen Bridget und Corinne, um sich die Kinder anzuschauen und am Dienstag kommt Bridget um mit uns die Medizin vorzubereiten und noch Kinder anzuschauen). Außer das es Lina nicht so gut ging und deshalb Johanna eingesprungen ist, war alles ganz o.k. Während dieser Zeit haben wir immer wieder im Babyhouse nachgeschaut, ob mit den Babies alles in Ordnung sei. Mit Kgomotso ging es immer auf und ab. Mal war sie wärmer, mal war sie wieder normal. Und Durchfall hatte sie auch mal und mal nicht. Doch am Mittwoch war das Fieber plötzlich wieder richtig hoch da, da haben wir dann nicht gezögert und sind mit ihr wieder ins Krankenhaus gefahren, lieber einmal zu viel als zu wenig! Doch wie sich herausstellen musste war es nicht einmal zu viel sondern gerade gut! Lina ist mit Kgomotso gegangen und ich habe sie gefahren. Kgomotso sah extrem schlecht aus, sehr fiebrig und heiß und auch abwesend und unaktiv, normalerweise ist die Kleine ein wirklich aktives und lustiges Persönchen. Im RXH hat Lina dann den Ärzten erklärt, dass Kgomotso schon eine längere Zeit erhöhte Temperatur und dann Fieber hatte und da sie HIV-positiv ist, ist es uns sehr bange um sie. Also haben sie sie noch mal untersucht und geröntgt und konnten eine Chestinfection ausschließen. Doch was war es dann? Nach weiteren Tests und Untersuchungen musste leider festgestellt werden das Kgomotso wohl Meningitis (Gehirnhautentzündung) hat! Oh mein Gott!!!! Die Arme! Sie wurde natürlich sofort stationär in ein Bettchen gelegt und uns wurde verkündet, dass sie wohl auf jeden Fall 5-7 Tage im Krankenhaus bleiben muss. Wir waren sehr froh, dass wir Kgomotso ins Krankenhaus gebracht hatten, dass könnt ihr mir glauben. Doch das ist nicht das Ende der Woche, es war ja erst Mittwoch.
Der Donnerstag kam und Bridget auch. Sie wollte auch Kagiso und Tania sehen, die wohl auch erhöhte Temperatur hatten. Es wurde entschieden auch die zwei zur Vorsichtsmassnahme ins Krankenhaus zu bringen , da wir nicht genau wusste, ob Kgomotso eine ansteckende Meningitis hatte oder nicht. Kagiso ist ihre Zwillingsschwester und daher am engsten mit ihr zusammen und Tania ist durch HIV schon sehr geschwächt. Kurz bevor Lina und Anil mit den zwei kleinen ins RXH losfahren konnten war ich mit Yeyam – ein 3 Monate alter süßer Junge – bei Bridget. Plötzlich wurde sie aufgeregt und meinte ich solle ganz schnell die zwei zurück rufen, weil auch Yeyam mit ins Krankenhaus müsse; sie hätte den Verdacht, dass er Bronchitis hat. Also rief ich erst Lina an, doch die zwei waren ja noch in Baph, dann rief ich Freddie an, weil noch jemand mit Yeyam mitgehen musste. Wie es sich herausstellte hatte Bridget da sehr schnell und gut gehandelt! Kagiso und Tania wurde angeschaut, waren aber soweit in Ordnung, nichts schlimmes. Doch bei Yeyam wurde ihr Verdacht bestätigt. Der kleine wurde sofort ans Beatmungsgerät angeschlossen. Uns wurde gesagt, dass er wohl in Baph gestorben wäre. Wir konnten zwar feststellen, das er manchmal schwer geatmet hat, aber ansonsten war er ein so stilles und unauffälliges Baby. Bridget und auch uns ist ein Stein vom Herzen gefallen!
Am Freitag war ich mit Jakob kurz im Krankenhaus und wir haben uns nach den zwei kleinen erkundigt. Erst mal war es ein Abenteuer für sich überhaupt die Betten zu finden, in denen sie liegen. Als erstes sind wir in die C-Etage gefahren, da Yeyam am Donnerstag im ICU ein Bett bekommen hatte. Doch da konnte niemand ihn auffinden. Ich habe an der Reception den Namen genannt und aufgeschrieben, aber der Computer konnte nichts finden. Nach einigen Minuten kam die nette Dame dann auf die Idee noch auf anderen Etagen zu suchen und am Ende stellte sich dann heraus, das der kleine wohl in B2 liegen muss. So sind Jakob und ich nach B2, doch auch dort schien niemand den Namen zu kennen. Wir wurden nach B1 geschickt, vielleicht läge er ja da. Doch auch dort war der Name nicht registriert. Ich habe der netten Ärztin am Computer dann erklärt, dass ich den Namen in ICU im Computer gesehen habe und das der Junge hier irgendwo liegen muss. Also hat auch sie noch mal das Archiv durchforstet und am Ende hat sie ihn wieder in B2 gefunden. Sie hat uns dann die Foldernummer aufgeschrieben und uns wieder zurückgeschickt. Da Kgomotso in B1 liegt, konnten wir uns dort kurz nach ihr erkundigen. Sie ist wohl noch sehr sehr krank, aber stabil! Das ist zumindest etwas, wenn’s auch nicht viel ist. In B2 und mit der Foldernummer haben wir dann auch Yeyam gefunden. Es war erschreckend so eine winzige Person an so viele Schläuche angeschlossen zu sehen. Die Nurse wusste nicht viel, da sie erst den Morgen gekommen war, doch konnte man uns sagen, dass mit dem Essengeben angefangen wurde, was schon mal ein gutes Zeichen ist, Yeyam aber noch sehr schwach sei. Ich hoffe so sehr, das die beiden das schaffen!!!!!
Dann war es Freitag Nachmittag und ich bin in mein Wochenende gegangen.
Was für eine Woche!!!!!
Mittwoch, 10. September 2008
Cape Town... the first time
Wie war mein erster Eindruck?
Es wirkt kaum anders wie die Städte, die ich schon kenne, abgesehen von den Palmen, die in Massen in der Stadt und überall an den Strassen zu erblicken sind. Daran kann man sehen, dass man nicht zu Hause, sondern auf einem anderen Erdteil ist. Ansonsten war der Teil, den ich nun zu sehen bekommen habe, sehr europäisch. Wir haben in einem Backpacker geschlafen, was hier so der übliche Platz zum Nächtigen ist. Dort haben wir uns als Erstes etwas zum Abendessen gemacht – es gibt in den Backpackers eine Gemeinschaftsküche, in der jeder sich selbst etwas zu essen machen kann - und dann gemütlich auf dem Balkon gesessen. Vor 23:00 Uhr braucht man eigentlich gar nicht auf die Straße zu gehen, denn erst um diese Uhrzeit fängt die Stadt ein bisschen an zu leben. Also haben wir uns auch erst so „spät“ auf den Weg gemacht. Aber wir hatten es nicht weit, da wir nur vor unsere Tür treten mussten und gleich im Geschehen waren – die meisten Backpacker sind auf der Long Street zu finden, der „Partymeile“.
Die erste Begegnung die ich auf der Straße hatte war ein männlicher Prostituierter :-), der sich uns "angeboten" hat. Wir sind die Long Street einmal hochgelaufen, dann wieder runter und in eine Cocktailbar, der Che Bar. Hier wurden uns verschiedene Cocktails gemixt, je nachdem welche Geschmacksrichtung wir bevorzugten. Es wurde geschüttelt, gedreht und gekippt, das war schon sehr gekonnt. Wir konnten gemütlich draußen auf dem Gehweg sitzen, so hat man nichts vom Leben verpasst. Nach dem Cocktail sind Marie und ich ein bisschen neben den Leuten hergelaufen (eigentlich nur um sie ein wenig zu veraeppeln) und haben dadurch ein nettes Mädchen kennen gelernt – vielleicht unsere nächste Übernachtungsmöglichkeit?! Dann sind wir weiter gezogen, erst in einen Club, der sich als Billardhalle mit minimaler Tanzfläche am Rand herausgestellt hat und dann in einen Club, der zwar sehr klein aber doch nett war. Hier ging die Post ab. Er bestand eigentlich nur aus einem länglichen Raum, in dem die Bar war, nach hinten ging es in einen winzigen Hof und im Innenraum konnte man ein paar Stufen hinauf auf eine Art Empore steigen, wo man – was wir auch später in Anspruch genommen haben – gemütlich Shisha rauchen konnte. Unten wurde gelacht, getanzt, gedreht, getrunken und vieles mehr.
Eine Borewors durfte natürlich auch nicht fehlen an solch einem Tag!
Irgendwann ging es dann wieder zurück in den Backpacker; wo wir auch noch ein Weilchen auf dem Balkon saßen, bevor wir uns in unsere Kammern schlichen, die wir mit unterschiedlich vielen Menschen geteilt haben.
Am nächsten Morgen haben wir uns auf den langen Marsch zu dem leckeren Frühstückslokal BUZZ gemacht – etwa 20 min. Fußmarsch die Long Street entlang und weiter. Vor 10:00 Uhr gibt es die normale Frühstückskarte zum halben Preis. Es war sehr lecker!!! Einen guten Smoothie und dazu ein Wrapper!
Jetzt haben wir uns ein bisschen Cape Town angeschaut. Ein bisschen in die Geschäfte reingeguckt, die auch Sonntags offen hatten, an einem Drehort vorbeigelaufen, und dann zur Waterfront. Hier wurden wir später auch wieder eingesammelt und nach Khayelitsha zurück gebracht.
Das war meine erste richtige Cape Town Erfahrung!
Endlich das Richtige... Cornroads
(das war mein Friseursalon)
So lange habe ich schon davon geträumt und es mir vorgestellt, aber nie wurde es wahr. Jetzt endlich, hier im entfernten Südafrika habe ich es geschafft und meinen Traum in die Tat umgesetzt, ich habe mir Cornroads machen lassen – die Haare nach hinten am Kopf geflochten. Es waren die schrecklichsten 2 Stunden die ich jemals bei einem Friseur gesessen habe!!!! Ein brutaler Schmerz ist es, wenn dir die Haare mit enormer Kraft dauerhaft nach hinten gezogen werden (zieht mal selber an euren Haaren, besonders vorne am Ansatz), da musste ich schon die Zähne zusammenbeißen und meine Oberschenkel mussten so einige Kniffe meiner selbst ertragen, weil ich einen Gegenschmerz erzeugen wollte. Nach 2 Stunden Geziehe und Gezerre war es dann vollbracht – ich hab auch ein bisschen Kunsthaar mit hinein bekommen, weil mein eigenes zu dünn war! Aber das ist o.k.! Die ersten Tage hat es noch sehr wehgetan! Schlafen konnte ich kaum, weil ich meinen Kopf nicht hinlegen konnte ohne Schmerzen. Jetzt ist aber alles super und ich finde meine Haare auch richtig gut (am Anfang war es schon Gewöhnungssache). Diese Aktion hat mich auf einen Kreativhaartrip gebracht, ihr könnt gespannt sein, und ich bin es auch, was ich noch so alles mit meinem Haar anstellen werde. Meint ihr es ist gelungen, mein erster Versuch?
Montag, 1. September 2008
Haarexperiment
Samstag, 30. August 2008
Trip to McGregor
Heute war wirklich der Wurm drin!!! Ein absolut verrücktes Abenteuer!!!!!
Marie, Anil, Lina und ich sind mit Simphiwe heute nach McGregor, eine Stadt in der Gemeinde Breede River/Winelands im Distrikt Kap Weinland in der Provinz Westkap gefahren (etwa 2 Stunden Autofahrt entfernt von Khayelitsha)
Der Hinweg war richtig schön, eine Traumlandschaft!!!! Ich konnte mich kaum satt sehen! Die Straße schlängelte sich einen Weg entlang an den sich Berge rechts und links anschlossen, die wie mit Samt überzogen schienen, und kleine Wasserfälle, die an ihnen hinunterschossen. Die steinigen Felsen wäre ich am liebsten hochgeklettert und wir hatten zwischenzeitlich das Verlangen einfach auszusteigen um zu laufen, statt zu fahren. In McGregor sind wir in die dortige Waldorfschule gegangen. Die Gegend ist absolut nicht mit unserem Township zu vergleichen! Es waren vielleicht keine Luxusvillen, aber richtig süße kleine schöne Häuschen. Auch ist die Gegend richtig still und ruhig gelegen, wieder im Gegensatz zu Khayelitsha, wo immer etwas los ist. Sim musste sich in der Schule mit irgendwelchen Leuten zur Besprechung treffen und so wurden wir anderen von zwei Jungs (Thando und Phillipe, beide 14 Jahre alt) über das Gelände führen. Erst dachten wir es wäre klein, doch am Schluss kamen wir aus dem Staunen nicht mehr raus! Ein riesiges Gelände!!! Es ist nicht nur eine Schule für Tags, sondern gleich ein ganzes Internat. Ein traumhaftes Grundstück, mit exotischen Pflanzen, Palmen und vieles mehr. Sogar einen eigenen Pool haben sie. Beim Fußball spielen kann man auf eine traumhafte Bergkette blicken. Thando konnte ein fantastisch gutes Englisch sprechen und war besonders süß, wie er uns alles gezeigt und genau erklärt hat. Nach der Besichtigung des Internats sind wir noch ein bisschen mit dem Auto durch die Gegend und dabei auch zu dem nahegelegenen Stausee gefahren, wo die Kinder manchmal angeln gehen. Doch heute wäre es unmöglich gewesen, denn es hat enorm gestürmt und wenn man einmal zum Spaß losgerannt war dann konnte man kaum noch stoppen, so stark war der Wind; einmal hätte er uns fast vom Weg gefegt. Dann haben wir Sim wieder eingesammelt und uns auf die abenteuerreiche Rückfahrt gemacht. Ich bin gefahren ;-) Es hat sehr stark gestürmt und war somit schwierig und auf Dauer anstrengend das Auto gerade zu halten, es schlingerte schnell hin und her.
Es ging ein bisschen den Berg hoch und der Stein lag plötzlich mitten auf der Straße. Ich konnte nicht mehr richtig ausweichen und bin mit dem Hinterreifen prompt darüber gefahren. Nach weiteren hundert Metern hat es angefangen zu rumpeln und es wurde komisch das Auto zu fahren.... wir hatten einen Platten! Mist!!!!! Wir waren zum Glück noch nicht vollkommen in der Pampa. 50 Meter weiter ging es in eine Einfahrt zu einer Weinplantage oder so. Dort trafen wir auf eine nette Schrankenwächterin und ein noch netteres Pärchen, das gerade mit dem Auto ankam. Der Mann wechselte uns den Reifen, denn keiner von uns hatte eine Ahnung, wie das funktioniert!!! Peinlich! So hatten wir Glück im Unglück Teil 1 überstanden und konnten weiterfahren.
Nach einer Weile hab ich auf die Tankanzeige geschaut und musste feststellen, dass sie sich dem Ende zu neigte. Ein Stück sind wir sogar mit blinkender Anzeige gefahren (à noch Benzin für 30 km) Die erste Tankstelle hatte keinen Strom und die zweite nicht das Benzin das wir brauchten. Bei der dritten Tankstelle hatten wir Glück im Unglück Teil 2.
Dann haben wir uns eine Pizza gegönnt, denn niemand hatte etwas zu Mittag gegessen und es war schon Nachmittag. Wir haben unser ganzes Geld dagelassen, für vier Pizzen für 5 Personen. Dann ging es weiter Richtung Heimat. Jetzt fuhr Anil. Uns war dummerweise entfallen, das wir nicht kostenlos über die Autobahn fahren können - der einzige Weg zurück - sondern Maut zu zahlen hatten.... ohne Geld! 12 Rand haben wir in unseren Taschen dann doch noch gefunden und zusammengekratzt, doch es fehlten immernoch 9 Rand! An der Mautstation ist Anil im strömenden Regen ausgestiegen, zum Auto hinter uns gelaufen und hat dort um Geld gebeten. Glück im Unglück Teil 3, der nette Herr hat den Rest gezahlt für uns.
Das letzte Stück der Fahrt haben wir zwar mit viel Geschlinger, Sturmböen, Regen und mehr, aber doch unbeschadet überstanden. Trip McGregor war vorbei und wir daheim im Trockenen.
Freitag, 29. August 2008
Grade R
Am Anfang war es etwas schwer für mich sich in die Gruppen einzufinden! Aber wir "wollen" alle einmal in die Grade R gehen und dann können wir vielleicht eine Art Programm einführen, damit wir nicht in einer Ecke stehen und zugucken, sondern uns auch mit einbringen können in das Geschehen. Die Kinder sind aufjedenfall sehr süß und, trotz Lautstärke, auch süß. Ich bin mal gespannt, wie es weiterlaufen und sich entwickeln wird!