Montag, 22. September 2008

was für eine Woche

Was war das nur für eine Woche?! Eigentlich fing alles schon das letzte Wochenende an. Denn da begann die Fieberwelle im Babyhouse in Baphumelele. Als erstes mussten wir am Samstag mit Ibanathi ins Krankenhaus, weil er Fieber hatte und abwesend wirkte, dann stellte sich aber heraus das er Zähne bekommt und deshalb so stark geweint hatte und etwas wärmer war! Dann ging Freddie am Sonntag mit Kgomotso (ein etwas über 1 Jahr altes Mädchen) ins RXH (Red Cross Hospital), weil auch sie hohes Fieber hatte, und das schon eine kleine Weile. Im Krankenhaus stuften sie den Fall als nicht sehr kritisch ein und entließen sie mit der Diagnose Chestinfection.
Dann begann die neue Woche.
Eigentlich war am Anfang alles recht normal. Am Montag bin ich wie gewohnt in die Grade R gegangen und am Dienstag war Bridget, unsere Nurse wieder da und wir haben die Medizin gemacht und nebenbei noch ein paar Kinder angeguckt, die wir am Montag nicht mehr geschafft haben (Montags und Donnerstags kommen Bridget und Corinne, um sich die Kinder anzuschauen und am Dienstag kommt Bridget um mit uns die Medizin vorzubereiten und noch Kinder anzuschauen). Außer das es Lina nicht so gut ging und deshalb Johanna eingesprungen ist, war alles ganz o.k. Während dieser Zeit haben wir immer wieder im Babyhouse nachgeschaut, ob mit den Babies alles in Ordnung sei. Mit Kgomotso ging es immer auf und ab. Mal war sie wärmer, mal war sie wieder normal. Und Durchfall hatte sie auch mal und mal nicht. Doch am Mittwoch war das Fieber plötzlich wieder richtig hoch da, da haben wir dann nicht gezögert und sind mit ihr wieder ins Krankenhaus gefahren, lieber einmal zu viel als zu wenig! Doch wie sich herausstellen musste war es nicht einmal zu viel sondern gerade gut! Lina ist mit Kgomotso gegangen und ich habe sie gefahren. Kgomotso sah extrem schlecht aus, sehr fiebrig und heiß und auch abwesend und unaktiv, normalerweise ist die Kleine ein wirklich aktives und lustiges Persönchen. Im RXH hat Lina dann den Ärzten erklärt, dass Kgomotso schon eine längere Zeit erhöhte Temperatur und dann Fieber hatte und da sie HIV-positiv ist, ist es uns sehr bange um sie. Also haben sie sie noch mal untersucht und geröntgt und konnten eine Chestinfection ausschließen. Doch was war es dann? Nach weiteren Tests und Untersuchungen musste leider festgestellt werden das Kgomotso wohl Meningitis (Gehirnhautentzündung) hat! Oh mein Gott!!!! Die Arme! Sie wurde natürlich sofort stationär in ein Bettchen gelegt und uns wurde verkündet, dass sie wohl auf jeden Fall 5-7 Tage im Krankenhaus bleiben muss. Wir waren sehr froh, dass wir Kgomotso ins Krankenhaus gebracht hatten, dass könnt ihr mir glauben. Doch das ist nicht das Ende der Woche, es war ja erst Mittwoch.
Der Donnerstag kam und Bridget auch. Sie wollte auch Kagiso und Tania sehen, die wohl auch erhöhte Temperatur hatten. Es wurde entschieden auch die zwei zur Vorsichtsmassnahme ins Krankenhaus zu bringen , da wir nicht genau wusste, ob Kgomotso eine ansteckende Meningitis hatte oder nicht. Kagiso ist ihre Zwillingsschwester und daher am engsten mit ihr zusammen und Tania ist durch HIV schon sehr geschwächt. Kurz bevor Lina und Anil mit den zwei kleinen ins RXH losfahren konnten war ich mit Yeyam – ein 3 Monate alter süßer Junge – bei Bridget. Plötzlich wurde sie aufgeregt und meinte ich solle ganz schnell die zwei zurück rufen, weil auch Yeyam mit ins Krankenhaus müsse; sie hätte den Verdacht, dass er Bronchitis hat. Also rief ich erst Lina an, doch die zwei waren ja noch in Baph, dann rief ich Freddie an, weil noch jemand mit Yeyam mitgehen musste. Wie es sich herausstellte hatte Bridget da sehr schnell und gut gehandelt! Kagiso und Tania wurde angeschaut, waren aber soweit in Ordnung, nichts schlimmes. Doch bei Yeyam wurde ihr Verdacht bestätigt. Der kleine wurde sofort ans Beatmungsgerät angeschlossen. Uns wurde gesagt, dass er wohl in Baph gestorben wäre. Wir konnten zwar feststellen, das er manchmal schwer geatmet hat, aber ansonsten war er ein so stilles und unauffälliges Baby. Bridget und auch uns ist ein Stein vom Herzen gefallen!
Am Freitag war ich mit Jakob kurz im Krankenhaus und wir haben uns nach den zwei kleinen erkundigt. Erst mal war es ein Abenteuer für sich überhaupt die Betten zu finden, in denen sie liegen. Als erstes sind wir in die C-Etage gefahren, da Yeyam am Donnerstag im ICU ein Bett bekommen hatte. Doch da konnte niemand ihn auffinden. Ich habe an der Reception den Namen genannt und aufgeschrieben, aber der Computer konnte nichts finden. Nach einigen Minuten kam die nette Dame dann auf die Idee noch auf anderen Etagen zu suchen und am Ende stellte sich dann heraus, das der kleine wohl in B2 liegen muss. So sind Jakob und ich nach B2, doch auch dort schien niemand den Namen zu kennen. Wir wurden nach B1 geschickt, vielleicht läge er ja da. Doch auch dort war der Name nicht registriert. Ich habe der netten Ärztin am Computer dann erklärt, dass ich den Namen in ICU im Computer gesehen habe und das der Junge hier irgendwo liegen muss. Also hat auch sie noch mal das Archiv durchforstet und am Ende hat sie ihn wieder in B2 gefunden. Sie hat uns dann die Foldernummer aufgeschrieben und uns wieder zurückgeschickt. Da Kgomotso in B1 liegt, konnten wir uns dort kurz nach ihr erkundigen. Sie ist wohl noch sehr sehr krank, aber stabil! Das ist zumindest etwas, wenn’s auch nicht viel ist. In B2 und mit der Foldernummer haben wir dann auch Yeyam gefunden. Es war erschreckend so eine winzige Person an so viele Schläuche angeschlossen zu sehen. Die Nurse wusste nicht viel, da sie erst den Morgen gekommen war, doch konnte man uns sagen, dass mit dem Essengeben angefangen wurde, was schon mal ein gutes Zeichen ist, Yeyam aber noch sehr schwach sei. Ich hoffe so sehr, das die beiden das schaffen!!!!!
Dann war es Freitag Nachmittag und ich bin in mein Wochenende gegangen.
Was für eine Woche!!!!!

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