Hier in Baphumelele gehoert es wohl zur geheimen Tradition der Freiwilligen, den Kindern ein Osterfest zu bieten, was dem Deutschen gleich kommt, was bedeutet, dass eine Menge Ostereier versteckt werden. Jedenfalls wurde uns das von den Kindern schon Tage vorher zu jeder nur denklichen Moeglichkeit ins Gedaechnis gerufen, dass wir es auch ja nicht vergessen!!!
Doch um solch ein grosses Versteckspiel (es sind ja um die 100 Kinder, die sich an der Suche beteiligen wuerden – das Babyhaus ausgeschlossen) muessen erstmal so viele Eier her....So haben wir Freiwilligen eine grosse Eieranmalaktion gestartet. Jeder von uns hat sich in eins der Clusterhaeuser gesetzt mit einer gewissen Menge an gekochte Eiern, Farben und Pinseln. Jedes Kind durfte zwei Eier selber gestalten. Erzaehlt haben wir ihnen, dass wir all diese Eier in der Community verteilen wollten als Ostergeschenk und haben vorgegaukelt, dass es keine Eiersuche geben wuerde, wir von dieser Tradition nichts wissen wuerde. Manch einer war traurig, enttaeuscht und andere richtig sauer darueber! Aber sie haben troztedem fleissig gemalt und gestaltet und es sind teilweise wirklich richtige schoene Eier entstanden. Damit die Kinder nicht von Cluster zu Cluster wechseln konnten, um mehr als 2 Eier bemalen zu koennen (wir hatten abgezaehlte Eier) hatte jeder von uns einen Markerstift und jedes Kind, dass mit seiner Bemalung fertig war, hat ein Kreuz auf die Hand bekommen, so dass die anderen Freiwilligen erkennen konnten, wer noch malen durfte und wer nicht.
In den spaeten Abendstunden wurde dann in der AVIVA-Flat eine Eiernestaktion von uns gestartet. Denn natuerlich wollten wir die von den Kindern bemalten Eier nicht der Community geben – was aber bestimmt auch schoen gewesen waere – sondern verstecken, aber wir wollten es als richtige Ueberraschung machen. Neben den bemalten Eiern hatten wir noch eine riesige Marshmallow-Eier Spende bekommen und dann sollte jedes Cluster, sowie Clemens und Babyhaus ein gruenes Ostereiernest mit richtigen Schockoeiern und Osterhasen bekommen. Die mussten noch schoen hergerichtet werden. Dann haben auch wir uns schlafen gelegt.
Am naechsten Morgen hiess es dann fuer uns frueh aufstehen, was 5 Uhr bedeutete. Die Kinder hatten zwar Ferien, doch auch da werden sie frueh geweckt und wir mussten vor ihnen fertig sein. Die Kinder muessen morgens alle gewaschen werden und dann ist es sehr wichtig, dass sie ihre Medizin immer puenktlich um 7am bekommen, besonders bei den HIV+ Kindern. So hat sich jeder von uns Eier geschnappt und in ganz Baphumelele versteckt – was hiess dass in jedes Eckchen eins gekommen ist, auf Fensterbretter, auf den Boden, ueberall wo es eine Ablage gab, denn es mussten genuegend Eier sein fuer 100 Kinder, so dass jeder was bekommen konnte – wobei die Marshmallows einfach ueberall hingeworfen und die bemalten Eier vorsichtig hingelegt wurden. Dann haben wir noch ein paar aufgeblasene Luftballons verteilt und vor jedes Haus ein Schild mit ‚Happy Easter’ gehaengt. Wir Freiwilligen haben und dann jeweils eins von den vorbereiteten Osternestern geschnappt und uns vor die Tuern der Haeuser gestellt, um die Kinder in Zaum und drinnen zu halten. Wir wollten alle gleichzeitig um 6.15am aus der Tuere lassen, so dass alle auch gleiche Chancen hatten. Manche Cluster haben es garnicht bemerkt, waehrend man bei anderen wiederum bemerken konnte, dass die Kinder immer aufgeregter wurden und ungeduldig. Dann war es soweit, jeder ist in sein Haus gegangen, hat frohe Ostern gewuenscht und der Sisi den Osterkorb uebergeben. Den sollte sie am Ende gerecht verteilen, fuer jeden etwas. Bei mir standen die meisten Kinder schon mit Schulrucksaecken (natuerlich leer) in den Startloechern. Ich konnte sie gerade noch zurueck halten, um ihnen zu verdeutlichen, dass jeder nur 10 Eier einsammeln durfte (was total illosorisch war, aber wenigstens hatte ich es versucht) und dann stuerzten sie schon los mit der Angst nichts mehr abzubekommen...
Es war ein unheimliches Chaos und doch hat es mir das Herz erwaermt, wenn ich die Kinder mit ihren strahlenden verschlafenen Gesichtern die Eier in der Hand halten gesehen habe. Manche von den Grossen haben den Kleinen geholfen, die einfach nicht so schnell sein konnten und ganz verstoert und traurig da standen, waehrend andere wirklich ihren Rucksack beladen haben und es schwer fuer uns war sie dazu zu bringen ihre Eier zu teilen. Das haben wir am Ende auch den Sisis ueberlassen.
So haben wir mit den Kindern Ostern gefeiert, ein tolles Erlebnis.
Wir sassen danach erstmal muede in der Flat und haben uns ueber das Erlebte unterhalten. Dann wurde uns bewusst, dass wir zwar den Kindern ein richtiges Osterfest geboten hatten, wir aber irgendwie dabei auf der Strecke geblieben waren. Marie und Johanna entschlossen dann ploetzlich einen Osterbrunch zu machen und sind nach Mitchells Plain (ein Coloured Township neben Khayelitsha) einkaufen gefahren und haben danach den Zutritt zur Flat verboten. Nach einer Weile durften wir dann aber eintreten und es hat uns den Atem verschlagen, so einen tollen Bruch hatte ich schon lange nicht mehr gesehen, mit allem was das Herz begehrte. Sogar Eier hatten sie versteckt und das artete dann zu einer stundenlangen Suche aus, wobei manche Eier aus Spass immer wieder versteckt wurde....
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4 Kommentare:
so mein schatz - ich hatte zu viele rechtschreibfehler...also nochmal neu:
auch wenn ich schon fast vergessen hatte, das es in diesem jahr mal ostern war, hab ich mich gefreut, über eure feier zu lesen. es ist immer sehr schön zu wissen, wie es bei euch ist!
xoxoxo
mummy
Hej my friend,
es ist schön, von euerm Osterfest zu lesen. Ich kann mir ein wenig vorstellen, wie es war und ich freu mich mit. Es ist tatsächlich lange her. Gott sei Dank vergißt man das Lachen in den Kinderaugen nie.
Big Hug
Tine
Hey,
wann kommt denn mal was neues? Wir haben jetzt schon Ende Juni. Du wirst uns untreu!!!
Dicker Kuss
Vicky
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