Samstag, 30. Mai 2009

besser spaet als nie, Nachtrag ueber Ostern...

Hier in Baphumelele gehoert es wohl zur geheimen Tradition der Freiwilligen, den Kindern ein Osterfest zu bieten, was dem Deutschen gleich kommt, was bedeutet, dass eine Menge Ostereier versteckt werden. Jedenfalls wurde uns das von den Kindern schon Tage vorher zu jeder nur denklichen Moeglichkeit ins Gedaechnis gerufen, dass wir es auch ja nicht vergessen!!!
Doch um solch ein grosses Versteckspiel (es sind ja um die 100 Kinder, die sich an der Suche beteiligen wuerden – das Babyhaus ausgeschlossen) muessen erstmal so viele Eier her....So haben wir Freiwilligen eine grosse Eieranmalaktion gestartet. Jeder von uns hat sich in eins der Clusterhaeuser gesetzt mit einer gewissen Menge an gekochte Eiern, Farben und Pinseln. Jedes Kind durfte zwei Eier selber gestalten. Erzaehlt haben wir ihnen, dass wir all diese Eier in der Community verteilen wollten als Ostergeschenk und haben vorgegaukelt, dass es keine Eiersuche geben wuerde, wir von dieser Tradition nichts wissen wuerde. Manch einer war traurig, enttaeuscht und andere richtig sauer darueber! Aber sie haben troztedem fleissig gemalt und gestaltet und es sind teilweise wirklich richtige schoene Eier entstanden. Damit die Kinder nicht von Cluster zu Cluster wechseln konnten, um mehr als 2 Eier bemalen zu koennen (wir hatten abgezaehlte Eier) hatte jeder von uns einen Markerstift und jedes Kind, dass mit seiner Bemalung fertig war, hat ein Kreuz auf die Hand bekommen, so dass die anderen Freiwilligen erkennen konnten, wer noch malen durfte und wer nicht.
In den spaeten Abendstunden wurde dann in der AVIVA-Flat eine Eiernestaktion von uns gestartet. Denn natuerlich wollten wir die von den Kindern bemalten Eier nicht der Community geben – was aber bestimmt auch schoen gewesen waere – sondern verstecken, aber wir wollten es als richtige Ueberraschung machen. Neben den bemalten Eiern hatten wir noch eine riesige Marshmallow-Eier Spende bekommen und dann sollte jedes Cluster, sowie Clemens und Babyhaus ein gruenes Ostereiernest mit richtigen Schockoeiern und Osterhasen bekommen. Die mussten noch schoen hergerichtet werden. Dann haben auch wir uns schlafen gelegt.
Am naechsten Morgen hiess es dann fuer uns frueh aufstehen, was 5 Uhr bedeutete. Die Kinder hatten zwar Ferien, doch auch da werden sie frueh geweckt und wir mussten vor ihnen fertig sein. Die Kinder muessen morgens alle gewaschen werden und dann ist es sehr wichtig, dass sie ihre Medizin immer puenktlich um 7am bekommen, besonders bei den HIV+ Kindern. So hat sich jeder von uns Eier geschnappt und in ganz Baphumelele versteckt – was hiess dass in jedes Eckchen eins gekommen ist, auf Fensterbretter, auf den Boden, ueberall wo es eine Ablage gab, denn es mussten genuegend Eier sein fuer 100 Kinder, so dass jeder was bekommen konnte – wobei die Marshmallows einfach ueberall hingeworfen und die bemalten Eier vorsichtig hingelegt wurden. Dann haben wir noch ein paar aufgeblasene Luftballons verteilt und vor jedes Haus ein Schild mit ‚Happy Easter’ gehaengt. Wir Freiwilligen haben und dann jeweils eins von den vorbereiteten Osternestern geschnappt und uns vor die Tuern der Haeuser gestellt, um die Kinder in Zaum und drinnen zu halten. Wir wollten alle gleichzeitig um 6.15am aus der Tuere lassen, so dass alle auch gleiche Chancen hatten. Manche Cluster haben es garnicht bemerkt, waehrend man bei anderen wiederum bemerken konnte, dass die Kinder immer aufgeregter wurden und ungeduldig. Dann war es soweit, jeder ist in sein Haus gegangen, hat frohe Ostern gewuenscht und der Sisi den Osterkorb uebergeben. Den sollte sie am Ende gerecht verteilen, fuer jeden etwas. Bei mir standen die meisten Kinder schon mit Schulrucksaecken (natuerlich leer) in den Startloechern. Ich konnte sie gerade noch zurueck halten, um ihnen zu verdeutlichen, dass jeder nur 10 Eier einsammeln durfte (was total illosorisch war, aber wenigstens hatte ich es versucht) und dann stuerzten sie schon los mit der Angst nichts mehr abzubekommen...
Es war ein unheimliches Chaos und doch hat es mir das Herz erwaermt, wenn ich die Kinder mit ihren strahlenden verschlafenen Gesichtern die Eier in der Hand halten gesehen habe. Manche von den Grossen haben den Kleinen geholfen, die einfach nicht so schnell sein konnten und ganz verstoert und traurig da standen, waehrend andere wirklich ihren Rucksack beladen haben und es schwer fuer uns war sie dazu zu bringen ihre Eier zu teilen. Das haben wir am Ende auch den Sisis ueberlassen.
So haben wir mit den Kindern Ostern gefeiert, ein tolles Erlebnis.
Wir sassen danach erstmal muede in der Flat und haben uns ueber das Erlebte unterhalten. Dann wurde uns bewusst, dass wir zwar den Kindern ein richtiges Osterfest geboten hatten, wir aber irgendwie dabei auf der Strecke geblieben waren. Marie und Johanna entschlossen dann ploetzlich einen Osterbrunch zu machen und sind nach Mitchells Plain (ein Coloured Township neben Khayelitsha) einkaufen gefahren und haben danach den Zutritt zur Flat verboten. Nach einer Weile durften wir dann aber eintreten und es hat uns den Atem verschlagen, so einen tollen Bruch hatte ich schon lange nicht mehr gesehen, mit allem was das Herz begehrte. Sogar Eier hatten sie versteckt und das artete dann zu einer stundenlangen Suche aus, wobei manche Eier aus Spass immer wieder versteckt wurde....

Mittwoch, 20. Mai 2009

Ein neues Badezimmer...

Das Babyhaus des Baphumelele Children’s Home in Khayelitsha beherbergt derzeit ca. 50 Kleinkinder im Alter von 5 Wochen bis zu 3 Jahren. Das Haus ist in 4 Schlafraeume, je nach Altersstufen, aufgeteilt, hat einen grossen Aufenthaltsraum an den die Kueche anschliesst und ein Badezimmer.
Das ca. 10 quadratmeter grosse Badezimmer besteht aus einer Duschecke, einem Bad, einer Toilette, zwei Waschbecken und Schraenken fuer die Kleidung der Babys- alles in Erwachsenengroessen, was nicht sehr praktisch ist fuer die kleinen Babys und das Waschen von so vielen Kindern Tag fuer Tag erschwert. Die Decke faengt an zu schimmeln, da es keinen Abzug und nur ein Fenster gibt, der Geruch, nach dem Windelwechseln von 30 Kindern, bleibt im Raum stehen und zur so genannten „washingtime“ finden sich 20 Kinder in einer Badewanne und 10 in der Duschecke uebereinander in einem absoluten Chaos, indem die Betreuerinnen mit lauter Stimme versuchen Ordnung zu schaffen. Die Windeln der Kinder werden auf dem Badezimmerboden gewechselt und der allgemeine hygienische Zustand fuehrt zu immer wiederkehrenden Krankheiten wie Durchfall.
Eine Rundumrenovierung soll nun das Badezimmer mit 4 Kinderduschen, 3 Kindertoiletten, einem Wickeltisch mit Waschbecken, einem Abzug und einer schmalen Fensterreihe ueber den Duschen austatten, um somit sowohl den hygienischen Anforderungen eines Badezimmers fuer so viele Kinder gerecht zu werden, als auch den Betreuern die Arbeit zu erleichtern.
Da wir diese Renovierung so gruendlich wie moeglich machen wollen und ein Badezimmer schaffen moechten, welches nicht so schnell wieder erneuert werden muss, benoetigen wir die Hilfe professioneller Rohre- und Fliessenverleger. Die Vorbereitungen sind bereits getroffen, ein erster Kostenvoranschlag liegt vor und unser geplanter Renovierungsbeginn ist der 1.Juni.
Alles in allem wird das Projekt knapp 3000.00 Euro kosten, wovon bereits 800.00 Euro durch die Spendenaktion „be the change that you want to see in the world“ zusammengekommen sind.
Wir wissen, dass die Summe nach unheimlich viel Geld klingt, doch wir sind der festen Ueberzeugung, dass wir mit dieser Erneuerung des Babyhausbadezimmers einen noetigen, permanenten Wandel in den hygienischen Bedingungen unserer Kleinkinder bringen werden.
Wir erwarten keine Wunder oder hohe Spenden, aber wir bitten um eine kleine Unterstuetzung, wenn ihr verstehen koennt, was wir mit diesem Projekt erreichen moechten.
Wie oft hoert man, dass man die Welt nicht alleine veraendern kann, aber wenn nur jeder, der sich durch diese Aktion angesprochen fuehlt, einen kleinen Betrag beisteuern koennte, veraendert sich die Welt fuer unsere Babys...


Bitte bei einer Ueberweisung umbedingt den Verwendungszweck „Badezimmer“ angeben.

Spendenkonto:


Kontoinhaber: Veronika Zwipf
Kontonummer: 77949433
Bankleitzahl: 36010043
Verwendungszweck: „Badezimmer“
Deutsche Postbank




P.S.: Es wuerde uns ebenfalls unterstuetzen, wenn ihr diesen Aufruf an Freunde und Bekannte weitersenden koenntet.




Sonntag, 26. April 2009

Namibia, an endless story...

Die Ueberschrift sagt gewiss schon genau das aus, was einen in Namibia erwartet; ein nicht enden wollendes Land mit einer Weite und Leere, wie ich sie noch nie erlebt habe. Genau das hat uns hinter der Grenze erwartet. Sofort aenderte sich die Landschaft und man faehrt einige Stunden, ohne auch nur einer einzigen Menschenseele zu begegnen. Es ist erschreckend, da man es doch so anders gewohnt ist, aber auch beeindruckend. Die Seele kommt zur Ruhe, so wie es auch das Land ist!
Unser erster Stop war der Fish River Canyon. Es ist atemberaubend, wenn man dort am Rand steht und sich auf das, was vor einem liegt, einlaesst. Der 2. groesste Canyon der Welt; wir haben uns erstmal an der Rand gesetzt, um alles auch wirklich auf uns einwirken lassen zu koennen, dass kann man nicht in einer Minute abhaken. Es ist , als wenn die Natur laut aufschreit und doch so leise ist, dass man eine Stecknadel auf den Boden fallen hoert, traumhaft, wunderschoen, unglaublich...es fehlen mir tatsaechlich die Worte.
Ein bisschen ausserhalb von Aus, auf unserem Campingplatz Klein-Aus-Vista, konnten wir dann erleben, was eine Heuschreckenplage bedeutet. Der Weg war schwarz und als wir ihn mit dem Auo entlangfahren wollten huepften und flogen vor uns ploetzlich hunderte, ja unzaehlbare Heuschrecken durch die Luft, das war ein Schauspiel. Am Abend im Sonnenuntergang konnten wir dann ein Stueck weiter Wildpferde zur kuenstlichen Traenke wandern sehen. Wunderschoene Tiere, die voller Energie, Staerke und Eleganz strahlten.
Auf unserem naechsten weiten Weg nach Sesriem kamen wir zwar an Schildern „Vorsicht Zebras/Giraffen“ vorbei, begegnet sind wir hier aber leider keinen. Dafuer bot sich uns ein unglaublicher Anblick, als die Erde, bzw der Sand sich langsam rot verfaerbte, wir naeherten uns der Duenen von Sossusvlei. Darauf hatten sich unsere Herzen wohl am meisten gefreut. Wer traeumt nicht als Kind einmal auf einer Duene in der Wueste zu sitzten? Ich tat es und nun kam ich dem Traum naeher. Und zum Sonnenunetrgang sassen wir doch tatsaechlich auf einer roten Duene. Der Aufstieg ist wahrlich nicht zu unterschaetzen, es wirkt alles viel naeher, als es letztendlich ist. Muehsam setzt man einen Schritt nach dem anderen, und wenn man dann wieder mal einsinkt in den Sand und ein Stueck zurueck rutsch kann man schon verzweifeln. Doch am Ende schafft man es doch und was einen oben erwartet ist unbeschreiblich. Wie die roten Duenen in dem Sonnenlicht glitzern und in ihrer Weichheit, Reinheit und Schoenheit erstrahlen, man fuehlt sich wie die Koenigin der Welt dort oben. Wir haben sowohl am Abend im Sonnenuntergang die Duenen sich zum Schlaf legen, wie auch am Morgen zum Sonnenaufgang sie wieder erwachen sehen. Ein wunderschoenes Schauspiel, das man selbst erlebt haben muss um das Gefuehl zu verstehen, das in einem waechst.
Weiter ging es durch die Zebra-Pan, wo wir wieder diese wunderschoenen Tiere bestaunen durften - wie sie uns scheu den Ruecken zuwanten - zu den Staedten Walvis Bay und Swakopmund. In Walvis Bay konnten wir am Morgen Pelikane und Flamingos beobachten, wie sie im seichten Wasser umher stolzierten. In Swakopmund bleibt einem die Kolonialisierung trotz lang verstrichener Zeit wohl nicht verborgen, wie z.B. durch eine Baeckerei, in der man deutsch angesprochen wird in der Erwartung, dass das jeder hier sprechen kann und einem deutschen Metzger, bei dem wir uns eine richtig knackige Landjaeger goennen konnten und an die Heimat erinnert wurden. Bei einem leckeren Fisch im Restaurant am Hafen haben wir dann den Abend ausklingen lassen.
Mit der Spitzkoppe hat uns ein kleines Paradies auf Erden erwartet. Eingebettet zwischen der kleinen und grossen Spitzkoppe liegt ein Campingplatz, der einem solchen aber in keinster Weise aehnelt. Jeder Platz ist versteckt und einsam, man fuehlt sich verloren in der Natur und doch wohl und gebrogen, wie als einziger Mensch auf Erden. Man leht sich zureuck, laesst alles auf sich einwirken und fuehlt ein Gluecksgefuehl in sich aufkommen. Es ist alles eins, friedlich und freundlich. Von einem hohen Felsen, den ich erklimme, kann ich ueber das endlos erscheinende Gebiet der Damara schauen.
Nur unserem Auto scheint es nicht zu gefallen, denn das bleibt bei der Weiterfahrt in einem lange ausgetrocknetem Flussbett stecken und will weder vor noch zurueck. Einheimische Maenner und Frauen kommen uns zur Hilfe geeilt und nach langem Sand schaufeln und anschieben ist das Auto wieder befreit, die Schutzverkleidung aus Plastik, die eigentlich unter der Motorhaube sein sollte, liegt nun aber vor uns abgerissen im Sand. Das Schieben und Druecken war wohl etwas zu viel gewesen. Durch die nette Hilfe von einem Landrover schaffen wir es dann an einem Abschleppseil durch das Sandbecken und auch durch das Naechste und werden noch bis zur Teerstrasse begleitet. Ueber die Kosten, die uns nun erwarten, wollen wir uns aber keine Gedanken machen, erstmal heisst es den Urlaub zu geniessen. Also geht es weiter nach Omaruru, wo wir bei einem netten deutschen Ehepaar, das sich vor knapp 1 ½ Jahren, wie so viele dazu entschloss ihr Glueck im Ausland zu suchen und in Namibia gelandet war, unterkommen und unser Zelt zwischen hohen Kakteen im Hinterhof aufbauen duerfen. Am Abend werdern wir noch mit Braaifleisch versorgt und am Morgen bekamen wir einen hergerichteten Fruehstueckstelle zur Staerkung fuer die Weiterfahrt. Ueber Otjawarongo kommen wir dann in der Hauptstadt Windhoek an. Hier ist alles, wie im ganzen Land, unglaublich ruhig, nicht wie man es sonst von einer Haupstadt gewohnt ist. Wir koennen die Waldorfschule besuchen, in der andere Freiwillige unserer Organisation arbeiten und an eine Hauptunterricht teilnehmen, der Kindheitserinnerungen in einem aufwachen laesst. Wahrend unserer 5 Tage Aufendhalt lassen wir auch unser Auto auswechseln bei einer Zweigstelle unserer Verleihfirma, denn so haetten wir nicht mehr weiter fahren koennen und auch nicht mehr wollen.
Um die Stadt zu erkunden braucht man nicht lange; wir gehen Kaffee trinken, erleben einen afrikanischen Abend und eine ueberwaltigende, gefuehlsreiche Poetry-Nacht im Warehouse, gehen spazieren mit Jeff, einem Reisefuehrer, den wir schon in Aus kennengelernt haben, und erkunden zu Fuss einen etwas ausserhalb liegenden verwilderten Park, in dem uns Springboecke und Kudus ueber den Weg laufen und riesige Spinnennetze mit wunderschoenen bunten Spinnen uns das weitergehen erschweren. Auch erlebe ich ein paar tolle Stunden auf einer Farm die in der Natur ausserhalb Windhoeks liegt. Hier begegnen sich Mensch und Tier mit vollem Verstaendnis zueinander, es ist alles Eins. Auf der Fahrt zurueck in die Stadt sehe ich eine Schlange sich ploetzlich am Strassenrand aufrichten, eine Wildschweinfamilie am Rand entlangspazieren und zwei Kudus vor uns ueber die Strasse springen.
Dass man in einer Haupstadt ist, ist schwer zu glauben, anders wie in Kapstadt, wo alles rennt und rege ist, geht hier jeder langsam seinem Tagesgeschaeft nach ohne sich Sorgen um Zeit oder anderes zu machen. Wie eine Wiederspiegelung des ganzen Landes Namibia.
Wieder richtung Sueden unterwegs bestaunen wir malerische Koecherbaeume, duerfen Cheetah streicheln und wandern durch den Giants Playground, ein Ort voller grosser Steine, die in Gebilden aufeinandergestapelt sind, so dass man kaum glauben will, dass das die Natur selber geschaffen haben soll.
Wieder in Suedafrika schlafen wir bei den Augrabisfaellen. Auch hier fehlen einem die Worte, um das Tosen des Wassers zu beschreiben, wie es sich zwischen den Felsen hindurch schlaengelt und den Abgrund herunter stuerzt. Ganz in der Fruehe koennen wir noch eine kleine Safari machen und erleben endlich Giraffen, wie sie mit ihrem langen Hals die Blaetter von den Baeumen holen waehrend die Kleinen herum huschen und sich mit den Bueschen zufrieden geben muessen.
Es geht fuer uns zu unserer letzten Station, noch einal in die Zitronen- und Orangenbaeume nach Cidrusdale. Hier erleben wir zwei Tage der Ruhe und lassen das Gesehene und Erlebte nochmal auf uns einwirken. Dann geht es auch schon wieder nach Hause, nach Khayelistha.
Hier erwarten uns aufgeregte Kinder, die am Tor stehen und uns um den Hals fallen, weil sie einfach gluecklich sind uns wieder zu haben. Da kommt ein Gefuehl auf wieder wirklich Zuhause zu sein. Dann muss ich hoeren das ein kleines Baby, Tamara, Ende Maerz, waehrend meiner Abwesenheit, im Krankenhaus gestorben ist und Trauer legt sich ueber mein Herz. Tamara war ein kleines, so zerbrechliches Maedchen, mit dem ich noch zwei Naechte im Red Cross Children's Hospital verbracht hatte, bevor sie in ein anderes Krankenhaus auf eine richtige Station verlegt wurde. Ich kann mich noch daran erinnern wie grosse Angst ich um sie hatte, als der kleine Wurm da auf meiner Brust lag. Ich werde sie immer im Herzen tragen.
Ein Urlaub der besonderen Art geht hier nun zu Ende und gelandet sind wir wieder in der Realitaet.

Dienstag, 10. März 2009

Struggle 4 life/survive

Ja, wie soll ich diese Geschichte anfangen... Wie soll man erzählen, dass einem ein Baby fast gestorben ist und immer noch total unklar ist, ob es überlebt und wenn, wie?! Eigentlich fehlen mir etwas die Worte, doch möchte ich diese Geschichte gerne erzählen.
Montag ca.7.45am:
ich bin ein bisschen zu spät aufgestanden, eigentlich hätte ich schon um 7am meine Runde machen sollen. Als ich am Office vorbei kam stand Bukhosi in der Tür und sagte ganz aufgeregt, ich solle sofort ins Babyhaus gehen, da wäre ein sehr sehr krankes Baby. Also bin ich als Erstes dorthin gegangen.
Wer? Owam! Owam ist ein kleines 3 Monate altes Mädchen (obwohl ich ja finde der Name würde besser zu einem Jungen passen...), dass bisher eigentlich immer gesund war.
Ich bin nach hinten zu den kleinen Babies. Als ich sie in ihrem Bettchen liegen sah war ich total geschockt und die Entscheidung Krankenhaus war für mich sofort gefallen. Das habe ich erst den Sisis gesagt, damit sie sie fertig machen konnten und dann Jakob, denn der ist mit Owam dann gegangen. Owam sah für mich aus, als ob sie gleich sterben würde - was ja auch von der Realität nicht weit enfernt lag. Ihre Augen waren weit aufgerissen und total nach innen gesunken. Der Atem ging extrem schnell aber komisch unregelmäßig. Sie wirkte blaß - soweit man als schwarzes Baby eben blaß aussehen kann. Dehydriert war sie auch extrem.
Jakob hat sich fix fertig gemacht, die Sisis das Baby hergerichtet fürs Krankenhaus und ich habe versucht alles Nötige wie die Road to Health card (Klinikkarte) zusammen zu suchen. Aber es gab nichts, keine Karte, keine Geburtsurkunde, nur die Form 4 für das Baby, das uns nicht weiter geholfen hat. Also bin ich zurück ins Babyhaus, um die Bücher der Sisis zu checken, was denn mit Owam passiert sei. Jakob brauchte Informationen für das Krankenhaus. Was ich in den Büchern lesen und erfahren musste war unglaublich und hat mich fast vom Hocker geschmissen...
Owams Vorgeschichte:
Was ich nicht wusste, da Johanna und ich am Donnerstag, Doktortag, früher gehen mussten und Bridget, unsere Nurse, mit den Kids alleine ließen: Owam hatte am Donnerstag ein Antibiotic verschrieben bekommen - gegen eine leichte Chestinfection - welches wir aber nicht vorbereitet hatten übers Wochenende, da wir es nicht wussten und einfach nicht mehr im Bonita nachgeschaut hatten...ein richtig dummes Kommunikationsproblem zwischen Bridget und uns... Corinne, unsere Ärztin, hat später aber dann gemeint, dass so wie sich Owams Gesundheitszustand übers Wochenende verändert hatte, hätte das Antibiotic wohl auch nichts mehr geholfen oder etwas aufhalten können. Trotzdem sehr blöd gelaufen.
Und das stand im Buch der Sisi von Owam im Babyhaus:
- seit dem 03.03.09 hat sie diarrhoea (Durchfall)
- am Freitag hatte sie 40°C Fieber
- das Wochenende über hat sie angefangen zu spucken
- am Sonntag war Blut in ihrere Spucke
- sie war total dehydriert und wollte nicht mehr richtig essen oder trinken
- seit ein paar Tagen hat sie nun auch schon gehustet.
Dazu kommt, dass beide Elternteile wohl sehr krank sind, ob TB oder HIV+ weiß ich nicht so genau, aber die Wahrscheinlichkeit, dass Owam davon etwas mitbekommen hat ist sehr groß!
Das alles, mit dem vollen Namen Owam Thingathinge und dem Geburtsdatum (11.12.08) habe ich Jakob auf ein Blatt Papier geschrieben.
Mittlerweile waren im Babyhaus um Owam herum auch noch Nandipha, Simphiwe, Tabisa, Bukhosi (alle aus dem Office und Sim aus Bonita) und alle Sisis. Alle waren aufgeregt und teilweise aufgebracht.
Jakob war fertig, ich auch, und Freddie war schon vom Appointment aus dem Red Cross Hospital (RXH) zurück. Also konnte er Jakob fahren, worüber ich sehr froh war.
Alle haben uns zum Auto begleitet und mir gesagt, sie sollen nach Site C/Nolungile fahren, Das ist ein Dayhospital und eben bei uns in Khayelitsha und um die Ecke. Sie hatten Angst und waren besorgt, dass die Fahrt zum RXH zu lange dauern könnte, wegen dem Berufsverkehr - denn da steht man dann immer extrem lang im Stau. Ich war hin und her gerissen, wusste aber, dass Nolungile uns sowieso nur ins RXH transferen würde. Ich habe auf Freddie´s Fahrkünste und -tricks vertraut und sie ins RXH geschickt - womit alle anderen nicht wirklich einverstanden waren
Dann waren Jakob, Freddie und Owam weg.
Da ging es dann los hier in Baphumelele. Ich habe versucht Bridget anzurufen, um zu fragen, wann sie kommt und Tabisa hat mich angeschnauzt und mir Vorwürfe gemacht ich würde alles falsch machen, wir hätten Owam schon am Wochenende ins Krankenhaus schicken müssen und und und... ich habe ihr dann klar gemacht, dass ich bis vor heute morgen überhaupt nichts gewusst habe über Owams Erkranken, dass ich am Wochenende zwar auch mal im Babyhaus war, mir aber nie jemand etwas gesagt hätte. Natürlich mache ich mir Gedanken und Vorwürfe. Hätte ich doch besser kontrolliert, ALLE Kinder angeschaut und beobachtet... aber es ist eben etwas schwer bei über 40 Kindern allein nur im Babyhaus!
Dann kam Bridget, Freddie kam auch wieder und wir riefen Jakob an, wass denn nun im RXH passiert wäre.
- ...es war nicht mehr so schlimm, aber trotzdem noch Traffic gewesen auf dem Weg ins RXH. Freddie hat einfach die Busspur mit benutzt - was unter der Woche zwischen 5.30-9am verboten ist - oder hat eine "neue" Spur auf dem Seitenstreifen oder irgendwo aufgemacht... Ich bin froh, dass Freddie gefahren ist, denn ich hätte das nicht so gemacht und dann wäre es zu spät gewesen für Owam.
Wenn man wegen einem Notfall ins Krankenhaus geht, muss man erst in den Weighing-Room, wo die Kinder von einer Nurse angeschaut werden und die dann beurteilen, wie dringend der Fall ist. Man bekommt einen grünen, orangenen oder roten Punkt, wobei der Rote ein richtiger emergency ist und sofort vom Doktor gesehen werden sollte. In diesem Raum hat Owam plötzlich aufgehört zu atmen, das Herz hat nicht mehr geschlagen. Sie ist sofort in S12, den Emergency-Room gekommen. Da ging es dann wohl sehr hektisch einher. Ärzte sind durcheinander gerannt, haben Entscheidungen gefällt. Owam wurde wiederbelebt und per Hand vom Arzt beatmet. Doch ar sie ca. 5 Minutenohne Luft und Herzschag gewesen. Das ist lange! Sie hatte einen Septischen Schock erlitten! Dann bekam sie einen Schlauch durch die Nase ind die Lunge und ab da atmete die Maschine für Owam und hielt das Herz am schlagen. Es wurden Proben genommen, Schläuche gelegt, Bluttransfusion und und und... ein Kampf ums Überleben. Jetzt liegt Owam in ICU (Intensive Care Unit) im künstlichen Koma und ist an einer Unmenge von Monitoren und Schläuche angeschlossen. Gestern war sie für den Augenblick stabil, in der Nacht hatte sie fittings (Anfälle) gehabt, aber dagegen hat man ihr was gegeben. Doch das stabil sein kann sich jederzeit ändern und wenden. Wird sie überleben? Das weiß keiner. Und wenn ja, wie? Sie war zu lange ohne Luft und Herzschlag. Was im Gehirn ist irreparabel beschädigt?
Wie konnte es nur soweit kommen?
Dieso Frage stelle ich mir immer wieder und wieder. Die Kommunikation zwischen Babyhaus udn Johanna&mir scheint absolut nicht richtig zu laufen.
Ich bete dafür, dass Owam überlebt! Dankt auch ihr an sie!

Zuhause in Baphumelele lief alles weiter hektisch zu. Am Ende hatten wir noch 3 weitere emergencies, aber keiner war ein Überlebenskampf.
Sivuyile: dehydriert udn spuckt alles aus, was er zu sich nimmt und dann noch seit einer Woche Durchfall
Thandi: Chestinfection/Bronchitis, Durchfall...
Mahle: Bronchialitis, urchfall, Spucken...

Am Abend habe ich dann Lina im Krankenhaus abgelöst und bin mit Sivuyile über Nacht geblieben.
Was da wirklich passiert ist, dass will immernoch nicht so ganz im Kopf rein.

Donnerstag, 12. Februar 2009

Tamara und ein aufgeloestes Wochenende

Heute moechte ich ein bisschen ueber einen weiteren Aufendhalt im Krankenhaus berichten, denn dieser beschaeftigt mich immer noch. Es ist eigentlich nichts grossartiges passiert, aber trotzdem...und dann noch ein paar Anmerkungen zu den Geschehnissesn am Wochenende in Baph...
Das letzte Wochenende waren wir volunteers ausser Haus, ein wahrlich wunderschoenes Wochenende mit einem Ausflug in eine Naturreserve, aber darueber ein anderes Mal...
Als wir dann am Samstag Nachmittag davon zurueck kamen, erwarteten uns auch schon aufgeloeste Sisis (Careworker). Es habe einen Zwischenfall gegeben und zwei Babies mussten ins Krankenhaus. Da wir ja nicht da gewesen waeren und nicht erreichbar waeren eine Sisi aus dem Babyhaus und eine aus Cluster 2 mit ihnen im Red Cross. Das wr natuerlich ein grosses Drama. Es war am Wochenende, naja eigentlich schon die Tage davor auch, unheimlich heiss und drueckend gewesen; die schlimmsten Hitzewaelle kommen im Februar. Kleine Kinder sind da besonders empfindlich, besonders wenn sie nicht genuegend Wasser bekommen, was wohl hier der Fall war. Also waren zwei total dehydriert und dazu noch Fieber (alles lag natuerlich nicht nur am Wetter aber das hat es doch noch mal bestaerkt). Nun ja, dass war alles ein bisschen bloede, denn wir hatten Tckets fuer das Musical Beauty and the Beast und konnten die Sisis nicht sofort abloesen. Die Loesung und das Ende: Ein Baby, Mahle, hat ein Bett im Long-stay-ward bekommen und das andere Yeyam, durfte mit Antibioticum wieder nach Hause. Also konnten Anil, Allison, Marie und ich in das Musical gehen. Danach war dann noch Remmidemmi auf der Longstreet in Kapstadt und genaechtigt wurde im Backpacker.
Dann waren wir am naechsten Tag noch bissl unterwegs, sind aber nicht alzu spaet am Mittag wieder nach Baph zurueck gekehrt. Schon wieder Aufloesung unter den Sisis und Lina ist mit Nikita wegen Blut in der Windel ins Krankenhaus. Auch Antibioticum und wieder nach Hause. Im Babyhaus war immer noch Aufregung und alle Sisis, auch die aus den Clustern waren da um zu helfen, selbst Mama Rosie kam um zu schauen was denn los waere, denn sie war besorgt. Wir wurden gerufen. Dann sahen wir Asanda, ein schaetungsweise (genaue Daten gibt es nicht) 1 1/2 jaehriges Maedchen. Sie war wirklich vollkommen dehydriert (ausgetrocknet), was besonders darans ehen kann, wenn man am BAuch die Haut ein bisschen nach oben zieht und sie eine Weile braucht um zurueck zu gehen. Normalerweise ist sie da innerhalb von wenigen Millisekunden, hier hat man die Stelle noch ewig gesehen. Ab ins Krankenhaus, auch wenn es Sonntag abend war und ich mich auf einen gemuetlichen Abend gefreut hatte, aber die Gesundheit und das Wohl der Kinder ist nunmal vorrangig hier.
Asanda, sie weigerte sich seit TAgen etwas zu essen und wurde immer schwaecher, dazu kam erhoehte Temperatur udn Durchfall, am Ende hat sie noch angefangen mit Blut im Durchfall....Sie wirkte so unheimlich klein und schwach und aus ihren Augen kam ein so trauriger Blick mir entgegen, da tat mir das Herz wirklich weh. Ich landete im RXH auch sehr schnell im Short-stay-ward S11 im Rehydration Raum A9, wo ich ueber Nacht blieb.
Am naechsten Morgen wurde ich gegen 10am von Lina abgeloest, denn unsere Aerztin war da zur arbeit und ich musste zurueck. Was mit Asanda passieren sollte war noch nicht klar, sie wollten noch auf Ergebnisse warten.
Doch in Baph blieb ich auch nicht wirklich lange. Erst haben wir uns ein paar Kinder angeschaut die irgendwelche Wehwehchen hatten, dann kam Katie und hat mich gebeten mit Tamara ins Krankenhaus zu gehen. Bridget hat mich hingefahren auf dem Weg nach Hause.
im Red Cross musste ich lange in einer ewigen Schlange von Muettern mit ihren Babies/kindern sitzten und warten, alle im Emergency. Doch als ich dann endlich die Doktorin sehen konnte hat sie mich ohen lange zu zoegern nach A9 geschickt, wo auch noch Lina war, die noch eine Nacht da bleiben musste mit Asanda. A9 deshalb, weil auch Tamara keien Fluessigkeit zu sich nehemn wollte und total ausgetrocknet war.
Tamara; sie ist am 25.11.2008 geboren wenn ich mich nicht taeusche, also heute 2 1/2 Monate alt. Doch ist sie auch fast 2 Monate zu frueh auf die Welt gekommen und das ist sehr deutlich. So bringt sie ganze 1.8 kg auf die Wage, besteht sozusagen nur aus Haut und Knochen udn ist unheimlich schwach. Dazu kommt noch, dass sie HIV+ ist, was dem ganzen noch die Krone aufsetzt. Doch ist sie eine kleine Prinzessin. Ein unheimlich zartest Gesicht mit dunklen Augen die dich anschauen, dass man darin versinken koennte. ihre Haende sind elegant und ihre Finger unheimlich lang, auch ihre Fuessse sidn so zierlich. Wenn man sie auf dem Arm, nein eigentlich fast auf der HAnd haelt ist das wie, wenn man nichts traegt, einfach ein kleines Wuermchen. Wir haben versucht ihr Bluta bzunehmen um das zu testen, das war ein riesen Akt, denn wir haben einfach keine Ader gefunden, alles war so klein. Immer wenn wir in eine gestochen haben ist nichts gekommen, letztenendes haben wir dann das Blut aus dem Loch der Nadel heruasgepresst und direkt vom Arm genommen. Einen Trip konnten wir nicht machen, weil man dafuer auch eine Ader braucht an Arm, Hand oder Kopf und es einfach nichts gab. Aber sie hat einen Schlauch durch die NAse in den Magen bekommen, wodurch sie wenigstens die noetigste Fluessigkeit eingefuehrt bekommen hat. Die Nacht kam, Lina neben mir mit Asanda. Ich glaueb ich habe noch nie eine solche Nacht gehabt im RXH. Geschlafen...? etwa 10-20 Minuten im gesamten. Ich konnte einfach nicht, so gross war meine Sorge um die kleine Tamara. Ich bin immer nach ein paar Sekunden wieder hochgeschreckt, weil ich dachte es wuerde etwas passieren oder koennte, wenn ich einnicken wuerde. Ich hielt sie an meine Brust gelegt oder beobachtete sie in ihrem Bettchen, aber an Schlaf war nicht zu denken. Und immer wieder habe ich versucht ihr etwas zu trinken zu geben, aber sie hat verweigert, alles. Nichtmal mit einer Spritze (ohne Nadel, einfach oral) konnte ich ihr etwas in den Mund geben, sie konnte es nicht schlucken und es kam wieder heraus. Aber aufgeben wollte ich nicht. Am naechsten Morgen hatte ich dann selber erstmal nen Zuckerschock oder aehnliches, denn mein Koerper war ueberanstrengt durch das wachen in der Nacht. Lina hat mich dann mit einem Schockoriegel versorgt, was geholfen hat. Fast haette ich noch eine Nacht bleiben muessen - ich haette niemals jemand anderen an ihr Bett gelassen, zuhause haette ich nicht schlafen koennen vor Sorge - doch dann haben sowohl Lina wie auch ich fuer unser Kind ein Bett im Somerset Hospital bekommen, wo das Kind auch alleine bleiben kann und gut versorgt wird.
Ich bin gluecklich wieder zu Hause zu sein, und doch muss ich die ganze Zeit an Tamara denken. Sie ist so winzig und schwach; ich bete zu Gott, dass sie es schaffen wird und die Kraft findet zu kaempfen!

Donnerstag, 29. Januar 2009

Kleiner Zwischenfall hinter den Mauern von Baph

Ich will daraus eigentlich kein grosses Ding machen aber ich denke das ich es trotztdem erwaehnen moechte. Um auf den Punkt zu kommen (einige warden es auch schon durch meinen Rundbrief erfahren haben) bei uns wurde eingebrochen waehrend wir volunteers in Cape Town waren und mir wurden so gut wie alle wichtigen und wertvollen Dinge geklaut (Laptop, Digicam, Schmuck, Geld, Bankkarten, MP3-Player und und und). Es ist manchmal noch schwer das zu begreifen, den besonders mein Laptop war mir sehr am Herzen, dad a wirklich alles drauf war – Bilder, Dokumente, Musik, Filme… – und ich natuerlich, so bloed wie ich bin, bisher gutglaeubig noch keine Sicherheitskopie gemacht hatte. Den Rest kann man theoretisch ersetzten, auch wenn es Geld kostet, aber das nicht. Abe rich muss es auch von einer anderen Seite sehen, den ich bin hier nicht in Deutschland – wo das natuerlich ohne Frag auch passieren kann – sondern in Suedafrika, genauer gesagt in Khayelitsha, was zu dem zweit gefaehrlichsten Ort auf der Welt gehoert. Da ist sowas doch an der Tagesordung und keine Besonderheit, eher eine Lapalie. Und ausserdem, so grotesk das auch klingen mag, es ist doch auch spannend, zu erleben wie das bei sowas dann hier ablaeuft. Wir sind um 2.15 Uhr in der NAcht zurueck gekommen und haben den Einbruch entdeckt und nartuerlich gleich die Polizei gerufen. Die is gekommen und hat sioch allen angeguckt udn gesagt wir sollen nichts anfassen fuer die Spurensicherung. Dan noch ein paar Fragen und die Versicherung von mir am naechsten morgen auf dei Polizeistaion zu kommen um einen File aufzumachen. Gesgat getan, ich hab in der andern Flat auf dem Sofa geschlafen und am naechsten Morgen sind Anil, Freddie und ich zur Ploizei. Dort musste ich einige Fragen beantworten und angeben was mir gestohlen wurde (den es wurde eiegntlich nur mir etwas geklaut und den anderen nichts, da mussten die Skolis – welche wir unter Verdacht haben – wohl schnell fliehen, den so sah es aus). Dann bin ich nach Hause. Spaeter kam dann wirklich der Mensch von der Spurensicherung und hat Fingerabdruecke genommen. Ich denke zwar nicht, das etwas zurueck kommen wird, aber es muss ja trotzdem alles nach Vorschrift verlaufen. Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden, wenn es acuh noch manchmal schwer faellt. Nur hier in Baph hat sich so einiges danach geaendert. Den nun haben wir ueberall Gitter an den Fenstern und es werden mehr Sicherheitsmassnahmen vorgenommen. Wie es weiter laeuft? Keine Ahnung! Als Abschluss kann ich noch sagen: ich bin froh das es nru miene SAchen waren und nicht uins selber etwas passiert ist! Wir sind noch alle heil und sicher und munter und das ist auch gut so! Also macht euch keine Sorgen!

Donnerstag, 22. Januar 2009

ein kleiner Jahresrückblick

Ein bisschen verspätet so Mitte Januar, aber ein ganzes Jahr Revue passieren zu lassen, vor allem ein Jahr in dem so viel geschehen ist, das braucht so seine Zeit.
Um diese Zeit vor einem Jahr stand ich noch mitten im Schulleben und es ging auf den Endspurt zu. Alle Gedanken kreisten um das Abitur, das so kurz vor der Türe stand und doch blieb ein bisschen Platz auch noch für das, was danach kommen sollte, Südafrika.
Den Gedanken weg zu gehen habe ich ja schon seit einigen Jahren mit mir herum getragen, aber nun musste auch etwas getan werden und das habe ich dann letzten Endes auch (sonst wäre ich ja nicht hier), wenn auch etwas überstürzt. Kurzfristig zu einem Orientierungsseminar nach Karlsruhe und die Entscheidung für Südafrika, obwohl es schien, dass keine Stelle mehr frei wäre. Dann an einem Dienstag die Bewerbung abgeschickt und am Donnerstag die Antwort bekommen, ob ich am Samstag nach Ulm zum kennen lernen für das Projekt Baphumelele kommen könnte. Keine Frage, ich fuhr hin, und bekam am Ende eine Zusage, die ich nur unterschreiben musste. Diese Unterschrift war schon ein großer Schritt, aber das war auch bald getan, denn lange konnte ich mich mit den Gedanken damit nicht befassen, die mussten in der Schule und im Unterricht sein, wo gegen Ende immer mehr nicht klappen wollte. Die Anspannung stieg von Tag zu Tag enorm und kurz vor dem schriftlichen bin ich dann noch mit einer guten Freundin nach Taizé gefahren, um wieder zu mir selbst zu finden und in Ruhe zu lernen, ohne den Stress von außen. Wer Taizé nicht kennt, es ist ein Kloster in Frankreich und einer der schönsten Orte, die ich kenne. Nach Taizé hatte ich das Gefühl so gut wie es ging nur vorbereitet zu sein und es ging in die Prüfung. Wie ich Mathe überstanden habe, habe ich bis heute keine Ahnung, aber dann war der erste Teil geschafft. Und nun in die zweite Runde. Dazwischen habe ich noch ein bisschen meine Tour durch Deutschland geplant, denn ich wollte noch mal alle sehen, bevor es dann soweit weg ging.
Mündliches. Deutsch, eine Enttäuschung, über die ich aber mittlerweile hinweg bin, Französisch, ich war froh es hinter mir zu haben, denn davor hatte ich immer am meisten Angst. Es lief jedenfalls nicht in den Keller. Dann kam der letzte Tag, Bio. Die Prüfung habe ich mit ach und krach hinter mich gebracht, nachdem ich sie fast verschlafen hatte. Und dann: ABI!!! Die Anspannung verschwand so langsam und ich konnte es noch nicht wirklich fassen. Dann ging es auch schon weiter. Denn meine Deutschlandtour musste starten. Es ging nach Hamburg, Berlin, Aachen, Füssen, München und Stuttgart. Und es war richtig schön.
Dann: packen und erledigen was noch zu erledigen war!
Was packt man denn so für ein Jahr in Südafrika im Township? Die besten Sachen blieben natürlich zu Hause. Eher etwas, was danach nicht mehr gebraucht wird, was also nicht das Wichtigste war. Letzten Endes hatte ich eine riesige Tasche voll und noch meinen Rucksack. Und dann kam der Tag der Abreise. Verabschiedung nach Verabschiedung und eine kleine Träne soäter ich saß mit der Mama im Zug nach Frankfurt. Ich denke das Tschüss sagen fiel ihr wesentlich schwerer als mir, denn sie musste da bleiben. während ich einem neuen Lebensabschnitt, einem neuen Abenteuer entgegen flog.
Der Flug fühlte sich an wie eine Sekunde, es war alles noch so unreal. Am Flughafen wurde ich dann abgeholt und es ging erst mal zum Einkaufen nach Mitchels Plain, das ist ein Coloured Township neben Khayelitsha. Dann sind wir später noch alle an unseren Khayabeach gefahren und auf dem Weg dahin habe ich dann auch gleich meine erste Leiche am Straßenrand gesehen, guter Einstieg!
Dann fing die Woche an. Erst mal alles und alle kennenlernen, sich zurechtfinden, die anderen Freiwilligen, das kleine Zimmer, andere Sprache... Gleich ein krasser Krankenhausbesuch in Khayelitsha mit einem unserer Mädchen und Freddie, wo wir mit übelsten Verhältnissen konfrontiert wurde. Bald darauf folgte ein Over-night-stay im Red Cross Hospital (RXH). Und dann die Verteilung der Arbeiten hier in Baphumelele. Das war alles nicht so einfach und doch gleichzeitig unheimlich spannend und schön.
Ich bin hier ja in ein total anderes Umfeld gekommen, andere Hautfarbe, andere Sprache, andere Ansichten und Sitten, anderes Verhalten, anders anders anders.
Nicht nur in Baphumelele selbst, natürlich auch das Verhalten der Mensch generell hier. Es wird immer ja gesagt, denn keiner will einen beleidigen oder ähnliches, aber es sollte (was wir schnell gemerkt haben) mindestens noch 3 Mal nachgefragt werden, denn meist kommt heraus, das der andere doch das Gegenteil will. Man ist immer freundlich zueinander und sagt Molo, Unjani? Philile, enkosi..... was so viel heißt wie hallo, wie geht’s dir, gut danke...
Und man sagt eigentlich immer, dass es einem gut geht!
Ich wurde hier mit offenen Armen aufgenommen, was unglaublich schön war. Man muss sich nicht ausgeschlossen fühlen. Mit der Sprache Xhosa? Na ja, ich versuche sie immer noch zu lernen, aber Johanna, Marie, Anil.... können es mit Abstand besser. Aber Englisch verstehen hier sehr viele, auch die Kleineren, und sonst verständigt man sich eben mit Händen und Füßen.
Es gibt hier so viele Eindrücke, die kann ich gar nicht so einfach beschrieben.
Am Anfang war alles noch ungewohnt und ich musste mich einleben doch jetzt, nach gut 5 Monaten hier in Khayelitsha, Südafrika, überlege ich mir sogar hier zu bleiben, also hier zu studieren. Denn das Land und die Menschen haben es mir eindeutig angetan. Ich habe mich verliebt in das alles hier.
Die Kinder einfach nur zu beobachten ist manchmal wie ein Wunder. Egal wie krank sie auch sein mögen, sie lachen und spielen und rennen herum. Natürlich merkt man bei ihnen manchmal oder auch öfter die Krankheiten und das schwache Immunsystem, einige sind sozusagen dauerkrank und ständig im Krankenhaus, was mich unheimlich nachdenklich und traurig macht.
In den letzten 5 Monaten war ich nun ca. 7 Mal über Nacht im Krankenhaus mit einem Baby und ich kann mich darüber nicht beschweren. Es ist immer eine unglaublich anstrengende Nacht, denn an Schlaf ist meistens nicht zu denken, aber ich kann kaum in Worte fassen was dabei geschieht. Man baut dabei eine unglaubliche Bindung zu dem Kind auf, ganz besonders weil ich sowohl mit Nikita, Somila und Imange jeweils 2 Mal über Nacht war. Man ist ganz alleine mit dem Kind (abgesehen von den Nurses und den anderen Müttern mit Kind). Füttert, wechselt Windeln, in den Schlaf wiegen, spielen...Es ist toll! Nach diesem Jahr werde ich zumindest für einem Teil wissen was es heißt Mama zu sein.
Wir haben hier noch andere Freiwillige von einer andern Organisation, AVIVA´s nennen sie sich. Die sind immer nur zwischen 1-3 Monate hier und dann gehen sie wieder. Jedes Mal wenn ich sehe, das wieder welche gehen fühle ich mich unglaublich glücklich, dass nicht ich diejenige bin, die Abschied nehmen muss. Ich schaue meinen restlichen Monaten mit Freude und Spannung entgegen und hoffe das ich noch einiges lernen und erfahren darf.