Als ich das erste Mal mit Lina nach Namibia kam, haette ich mir nie ein Leben hier vorstellen koennen… es ist alles so leer - lange Strecken ohne eine Menschenseele, kleine Orte - vorallem, wenn man aus einer Grossstadt wie Cape Town kommt… Nun bin ich das zweite Mal hier gestrandet und dass, seit meinem Abschied in Khayelitsha, der nun ueber einen Monat her ist. Ich muss sagen, ich bin immernoch sehr traurig, dass ich meine zweite Heimat verlassen habe (muessen kann man nicht sagen, da ich es ja aus freiem Willen getan habe), doch habe ich mit Freude feststellen duerfen, dass auch ein so heisses, leeres Land wie Namibia seine wunderbaren Seiten hat. Und heute kann ich fast sagen ich koennte hier Leben. Ich geniesse es auch einfach mal nichts zu tun, nach diesem Jahr Dauerarbeit, doch merke ich auch, dass ich mich wieder auf eine Aufgabe freue. So sehr es gut tut sich einmal zu entspannen, so bringt doch eine getane Arbeit mehr Befriedigung.
Um ein bisschen aus meinem Leben hier zu berichten. Beim ersten Mal schien mir selbst Windhoek, die Hauptstadt, nicht viel bieten zu koennen… wie wohl ueberall hilft es sehr, wenn man mit Menschen zusammen ist, die vor Ort wohnen… ich bin hier mit meinem Freund Jeff/Bassi zusammen und kann so diesen Vorteil nutzen die Stadt richtig kennen zu lernen. Auch seine Familie ( wohlgemerkt nur ein wintzig kleiner Teil - afrikanische Familien sind unermesslich gross) zeigt mir vieles. So habe ich eine Menge Clubs, Bars, Restaurants, Parks, Laeden, Einkausmalls und vorallem Menschen kennengelernt. Es ist ein bisschen schwierig manchmal, da hier alle Afrikaans oder Damara sprechen und Englisch seltener Umgangssprache ist, wie es mir scheint, aber das muss kein Hinderniss sein. Abgesehen davon dass cih nichts verstehe von Damara, ausser madisa=wie gehts oder xae xae=blablabla ist e seine wunderschoene Sprache mit einem tollen Klang und lustigen Klicks. Windhoek wirkt klein und unatraktiv auf den ersten Blick, aber es ist immer etwas los, man muss nur wissen wo. Das Warehouse bietet eine Menge an Konzerten und tollen Abenden und auch im Theater war ich schon 2 Mal. Die namibische Version von “Linie 1” – empfehlenswert, super lustig und genial umgesetzt und man erkennt den Orginalcharakter sofort; kommt vielleicht auch nach Berlin – und lustigerweise “Die Fledermaus” – nicht zu vergleichen mit unserer singerisch, schauspielerisch, zu wenig Feuer, aber trotzdem gut. Man muss einfach erkennen und akzeptieren, dass Oper oder Theater fuer die Menschen hier etwas anderes bedeutet wie in Europa, hier ist es mehr ein geliebtes Hobby.Dafuer war es toll und ich habe die bekannte Musik in meinen Ohren genossen!
Dann war ich mit Bassi in Usakos, seinem Heimatsort. Mein Herz ist dort geblieben. Es ist unglaublich friedlich dort, das Leben laeuft so viel langsamer, es gibt einfach nichts, warum man sich stressen sollte oder muss. Mittags kann man kaum raus, weil es so heiss ist und daneben noch sehr sandig und trocken. Die Esel stehen neben der Strasse oder ziehen den Karren, die Huehner gackern und rennen herum, der Hahn weckt dich morgens auf, die Hunde bellen, die Menschen gruessen sich oder bleiben ein Weilchen stehen um die Neuigkeiten auszutauschen… und die Kinder haben ihren Spass ueberall. Und ueberall werde ich wie Familie aufgenommen, das ist ein so unglaublich schoenes warmes Gefuehl, unbeschreiblich.
Weiter ging es nach Swakopmund. Auch hier habe ich das Leben und die Stadt aus einer anderen Perspektive als das erste Mal mit Lina kennenlernen duerfen. Wir haben bei einem Freund (Raymond mit Frau und Kindern) von Bassi gewohnt. Tagsueber sind wir durch die Stadt gewandert, in der Nacht waren wir aus in einer Bar. Und der Hoehepunkt war das Sandboarden, denn Raymond hat eine eigene Company dafuer. So sind wir morgens die Duenen heraufgestiegen und ich habe es genossen. Erst einmal theorie, aber da ich ja auch Snowboarden kann war es relative einfach. Also nu rein paar mal die kleine Duene und dann gings auf die Grosse. Neben dem Boarden sind wir auch auf duennen Brettern den Sand herunter gerutscht, mit mehr als 60 km/h… das war der Hammer! Das naechste Mal muss ich aufjedenfall springen…! Der Sand kann zwar heiss sein, aber wenn mal faellt tut es 100% weinger weh wie im Schnee! Und die Aussicht von den Duenen ist einfach gigantisch! Das muesst ihr selber erlebt haben. Neben alledem habe ich auch noch Bassis’s Vater kennengelernt, was interessant war. Ein toller Kerl, ein Mensch fuer sich.
Jetzt bin ich wieder in Windhoek zurueck, aber ich werde ganz bestimmt nochmal nach Usakos und Swakop gehen bevor ich Namibia verlassen muss. Ich lade euch alle herzlich ein Namibia einmal einen Besuch abzustatten… es lohnt sich!
Bis auf ein baldiges wiedersehen
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