Heute war wirklich der Wurm drin!!! Ein absolut verrücktes Abenteuer!!!!!
Marie, Anil, Lina und ich sind mit Simphiwe heute nach McGregor, eine Stadt in der Gemeinde Breede River/Winelands im Distrikt Kap Weinland in der Provinz Westkap gefahren (etwa 2 Stunden Autofahrt entfernt von Khayelitsha)
Der Hinweg war richtig schön, eine Traumlandschaft!!!! Ich konnte mich kaum satt sehen! Die Straße schlängelte sich einen Weg entlang an den sich Berge rechts und links anschlossen, die wie mit Samt überzogen schienen, und kleine Wasserfälle, die an ihnen hinunterschossen. Die steinigen Felsen wäre ich am liebsten hochgeklettert und wir hatten zwischenzeitlich das Verlangen einfach auszusteigen um zu laufen, statt zu fahren. In McGregor sind wir in die dortige Waldorfschule gegangen. Die Gegend ist absolut nicht mit unserem Township zu vergleichen! Es waren vielleicht keine Luxusvillen, aber richtig süße kleine schöne Häuschen. Auch ist die Gegend richtig still und ruhig gelegen, wieder im Gegensatz zu Khayelitsha, wo immer etwas los ist. Sim musste sich in der Schule mit irgendwelchen Leuten zur Besprechung treffen und so wurden wir anderen von zwei Jungs (Thando und Phillipe, beide 14 Jahre alt) über das Gelände führen. Erst dachten wir es wäre klein, doch am Schluss kamen wir aus dem Staunen nicht mehr raus! Ein riesiges Gelände!!! Es ist nicht nur eine Schule für Tags, sondern gleich ein ganzes Internat. Ein traumhaftes Grundstück, mit exotischen Pflanzen, Palmen und vieles mehr. Sogar einen eigenen Pool haben sie. Beim Fußball spielen kann man auf eine traumhafte Bergkette blicken. Thando konnte ein fantastisch gutes Englisch sprechen und war besonders süß, wie er uns alles gezeigt und genau erklärt hat. Nach der Besichtigung des Internats sind wir noch ein bisschen mit dem Auto durch die Gegend und dabei auch zu dem nahegelegenen Stausee gefahren, wo die Kinder manchmal angeln gehen. Doch heute wäre es unmöglich gewesen, denn es hat enorm gestürmt und wenn man einmal zum Spaß losgerannt war dann konnte man kaum noch stoppen, so stark war der Wind; einmal hätte er uns fast vom Weg gefegt. Dann haben wir Sim wieder eingesammelt und uns auf die abenteuerreiche Rückfahrt gemacht. Ich bin gefahren ;-) Es hat sehr stark gestürmt und war somit schwierig und auf Dauer anstrengend das Auto gerade zu halten, es schlingerte schnell hin und her.
Es ging ein bisschen den Berg hoch und der Stein lag plötzlich mitten auf der Straße. Ich konnte nicht mehr richtig ausweichen und bin mit dem Hinterreifen prompt darüber gefahren. Nach weiteren hundert Metern hat es angefangen zu rumpeln und es wurde komisch das Auto zu fahren.... wir hatten einen Platten! Mist!!!!! Wir waren zum Glück noch nicht vollkommen in der Pampa. 50 Meter weiter ging es in eine Einfahrt zu einer Weinplantage oder so. Dort trafen wir auf eine nette Schrankenwächterin und ein noch netteres Pärchen, das gerade mit dem Auto ankam. Der Mann wechselte uns den Reifen, denn keiner von uns hatte eine Ahnung, wie das funktioniert!!! Peinlich! So hatten wir Glück im Unglück Teil 1 überstanden und konnten weiterfahren.
Nach einer Weile hab ich auf die Tankanzeige geschaut und musste feststellen, dass sie sich dem Ende zu neigte. Ein Stück sind wir sogar mit blinkender Anzeige gefahren (à noch Benzin für 30 km) Die erste Tankstelle hatte keinen Strom und die zweite nicht das Benzin das wir brauchten. Bei der dritten Tankstelle hatten wir Glück im Unglück Teil 2.
Dann haben wir uns eine Pizza gegönnt, denn niemand hatte etwas zu Mittag gegessen und es war schon Nachmittag. Wir haben unser ganzes Geld dagelassen, für vier Pizzen für 5 Personen. Dann ging es weiter Richtung Heimat. Jetzt fuhr Anil. Uns war dummerweise entfallen, das wir nicht kostenlos über die Autobahn fahren können - der einzige Weg zurück - sondern Maut zu zahlen hatten.... ohne Geld! 12 Rand haben wir in unseren Taschen dann doch noch gefunden und zusammengekratzt, doch es fehlten immernoch 9 Rand! An der Mautstation ist Anil im strömenden Regen ausgestiegen, zum Auto hinter uns gelaufen und hat dort um Geld gebeten. Glück im Unglück Teil 3, der nette Herr hat den Rest gezahlt für uns.
Das letzte Stück der Fahrt haben wir zwar mit viel Geschlinger, Sturmböen, Regen und mehr, aber doch unbeschadet überstanden. Trip McGregor war vorbei und wir daheim im Trockenen.